Mein Tipp des Monats
Negative Auswirkungen übertriebener Hygiene

Donnerstag, 05. März 2009

Mein Tipp des Monats

Ein Hausmittel bei Gehirnerschütterung

Sich als Heimwerker zu versuchen, das erste Mal ohne Stützräder Fahrrad fahren, ein Skikursus für Anfänger und etliche weitere Aktivitäten können so enden: Mit einer Gehirnerschütterung! Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, kurzzeitiger Gedächtnisverlust, Konzentrationsprobleme sind die Anzeichen. Aber was tun Sie als Allererstes?

Für die Möglichkeit eines solchen Falles empfiehlt es sich, einen frischen Weißkrautkopf parat zu haben. Diesen schneidet man auf und legt es dem Patienten auf den Kopf. Dabei sollte er allerdings strengste Bettruhe einhalten. Starke Reize, wie intensives Licht, laute Geräusche, stechende Gerüche, sind, ähnlich wie bei der Migräne, zu vermeiden.

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Lesen Sie in dieser Ausgabe von
Andreas Ulmichers Top-Gesundheitstipps:


Andreas Ulmicher,
Heilpraktiker & Chefredakteur

Liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie ein Areal in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung, in dem Keime in aller Ruhe ein Reservat für sich einrichten konnten?

Oder haben Sie Ihren gesamten Wohn- bzw. Lebensraum zur sterilen, keimfreien Zone erklärt?

Schwebt stechend-chemisch riechend der Hauch von Sagrotan über Ihrer Arbeitsplatte, und der von Domestos im Sanitärbereich?

Und denken Sie so, Sie seien vor Krankheiten gefeit?

Dann lassen Sie sich von mir eines Besseren belehren! Auch in punkto Hygiene gilt nämlich, was der alte Paracelsus schon immer wusste: „Die Dosis macht das Gift.“

Im Klartext: Etwas Hygiene ist gut, mehr macht die Sache nicht unbedingt besser. Lassen Sie mich Ihnen in dieser Ausgabe von Top-Gesundheitstipps einige Beispiele nennen, warum „sauber = gut“ ist, „supersauber“ hingegen nicht unbedingt!


„Bleiben Sie sauber –
aber übertreiben Sie es nicht!“


Von den negativen Auswirkungen übertriebener Hygiene


Der Abort ist eine gefährliche Gegend. Geht es nach der Werbung, so tummeln sich unter dem Toilettenrand fiese, kleine Monster, allzeit bereit, Ihrer Gesundheit – und vor allen Dingen der Ihrer Lieben – den Garaus zu machen.
Gut: Einige von den Viechern, die sich da unten verschanzen, und die sich nur mit dem Reinigungsmittel mit dem gebogenen Hals erreichen lassen, können bei Genuss zu ziemlich üblen Symptomen führen.

Aber, mal Hand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt den Finger unter den Toilettenrand getaucht und anschließend in die Sahne gestippt, um diese dann genussvoll abzuschlecken?

Auch Kinder kommen bei Ihren Aktivitäten selten so weit wie die oben erwähnte Reinigungslösung in der unverwechselbaren Flasche. Und auch wenn das WC ein Bereich sein sollte, an dem verschärfte Hygieneanforderungen gelten, muss das nicht unbedingt für den Rest des Hauses gelten.

Sauberkeit ja – ein „Messie“ müssen Sie nicht werden – aber sterile Hygiene ist insbesondere für Ihre Gesundheit übertrieben und kann ins Gegenteil umschlagen.


Zuviel Hygiene fördert Allergien


Zahlreiche Untersuchungen haben es schon bewiesen; das unspezifische Immunsystem braucht Training. Training heißt, immer mal wieder Konfrontation mit Keimen. Es gibt Studien, nach denen typische Landkinder, die womöglich noch von klein auf in Stall und Scheune mitgearbeitet haben, deutlich weniger an Allergien leiden als in „klinisch reiner“ Atmosphäre aufgewachsene Stadtkinder. Auch das Halten eines Hundes soll sich positiv auf eventuell vorhandene allergische Tendenzen auswirken.

Im Umkehrschluss: Eine „zu saubere“ Umwelt unterfordert das Immunsystem, irritiert es sozusagen. Stellen Sie sich eine mittelalterliche Burg vor. Das ist Ihr Organismus. Die Wachen vor und auf der Burg, das sind die Zellen Ihres unspezifischen Immunsystems. Dann kommen von außen immer mal wieder Feinde, um die Burg zu plündern.

Das sind Fremdkeime. Ihre „Wachen“ wehren diese ab. Kommen nun viele Jahre lang keine „Feinde“ mehr, werden Ihre Wachen „fett, faul und fangen an zu randalieren“. Sie gehen in die Burg und raufen sich, belästigen arbeitende Bürger und vergewaltigen, wenn’s ganz schlimm kommt, Frauen. Genauso müssen Sie sich das vorstellen. Ein gelangweiltes, unterfordertes Immunsystem sucht sich neue Feinde.

Das können harmlose Substanzen sein, z.B. Nahrungsmittel. Oder, übertragen auf das Beispiel mit der Burg, Handelsmänner und Kaufleute, die Ihre Burg aufsuchen wollen. Die wollen in der Burg eigentlich nur etwas anbieten. Doch Ihr demotiviertes Wachpersonal prügelt grundlos auf diese harmlosen Wesen ein – das Ergebnis nennt man Allergie.


Ich denke, es spielt da noch
eine andere Komponente mit rein


Chemische Stoffe, die der Reinigung und Desinfektion dienen, könnten Ihr Immunsystem auf eine gewisse Weise irritieren. Denn Ihre Schleimhäute kommen ja über die Atemluft mit den chemischen Verbindungen in Kontakt. Und der menschliche Organismus hatte – von seiner Entwicklung her – nicht die Zeit, sich diesen Dingen anzupassen. Auch das kann sich auf Ihr Immunsystem auswirken, es vielleicht lahm legen, reizen oder sonst wie irritieren. Auch Menschen, die zu viele Antibiotika genommen haben, leiden an Problemen des Immunsystems.

Um nochmal auf das Beispiel mit der Burg zurückzukommen, können Sie sich diese chemischen Reinigungsmittel als „Doppelagenten“ vorstellen, die Ihnen gegenüber zwar freundlich und wohlgesonnen tun, es aber nicht wirklich sind. Sie unterwandern Ihr Wachsystem, bestechen es, korrumpieren es, und schwächen auf diesem „hinterhältigen“ Wege Ihre Abwehr.

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Daraus folgt mein erster Tipp für Sie!


Sagrotan und chemische Reiniger haben auf der Arbeitsplatte in Ihrer Küche und in der Nähe von Nahrungsmitteln nichts verloren! Wenn Sie ein Stück rohe Hähnchenbrust aufschneiden oder filettieren, benutzen Sie dazu bitte ein gesondertes Brett, das Sie anschließend gründlich sehr heiß abspülen und dann in die Spülmaschine stellen, soweit vorhanden. Waschen Sie Ihre Hände heiß, vielleicht mit etwas Spülmittel, ab.

Verwandeln Sie diesen Bereich nicht mit Sagrotan oder anderen Desinfektionsmitteln in eine chemisch sterile Zone – denn Ihre Behältnisse und Nahrungsmittel nehmen Bestandteile der chemischen Keule auf – und das bekommt Ihrer Gesundheit auf Dauer mit Sicherheit deutlich schlechter als ein paar Keime, die das Abputzen und Abspülen mit heißem Wasser (und vielleicht etwas Spülmittel) überlebt haben...


...und wo wir gerade beim Thema „Spülmittel“ sind...


Die geballte Fettlösekraft der so genannten Detergenzien und Tenside (so heißt das Zeug, was im Spülmittel drin ist) wirkt mitnichten nur auf Tellern, an Gabeln und Pfannen, sondern auch in Ihrem Darm. Nicht gerade so, dass es Ihren Darm auch noch säubert,
aber so, dass es den Darm von etwas befreit, was dieser eigentlich braucht, nämlich die natürliche Schutzschicht Ihrer Darmschleimhaut. Die besteht nämlich aus Lipiden, das sind Fettmoleküle. Und diese Fettmoleküle bilden einen natürlichen Film, der Ihre Darmschleimhaut von Bakterien, Schadstoffen und freien Radikalen (zellschädigenden Substanzen) schützt.

Bei Colitis ulcerosa, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, haben Wissenschaftler herausgefunden, dass diese natürliche fetthaltige Schutzschicht weitestgehend oder gar vollständig zerstört ist – und dadurch die Schleimhaut ständig gereizt und entzündet wird. Chronische Durchfälle, gar mit Blut im Stuhlgang, sind die Folge. Weswegen Experten auf der ganzen Welt sich einig sind, bei Darmproblemen wirklich peinlich genau darauf zu achten, dass ja keine Spülmittelreste am Geschirr kleben.

Das bedeutet für Sie – Sie fahren besser, wenn Sie von vornherein erst wenig Spülmittel verwenden, und, wenn Sie hier sowieso schon empfindlich sind, Ihre Teller und Töpfe mit klarem Wasser gründlich nachspülen.


Warum Ihr Staubsauger allerhöchstens
Ihr
zweitbester Freund sein sollte...


Ein Staubsauger soll Staub saugen. Das tut er auch, aber egal wie frisch Beutel und Filter sind, und egal wie gut die Saugkraft ist, die feinsten Staubteilchen werden durch das Haushaltsgerät immer aufgewirbelt. Und das gelangt in die Atemwege. Und da richten diese hauchfeinen Staubteilchen nach der Methode „steter Tropfen höhlt den Stein“ früher oder später einigen Schaden an. Vielleicht haben Sie als Autofahrer(in) die „Feinstaub-Diskussion“ vor rund anderthalb Jahren mitbekommen. So ähnlich müssen Sie sich die Feinstaubgeschichte auch für Ihr trautes Heim vorstellen.

Die Partikel reizen die Atemwege, lösen so einen Hustenreflex aus, oder schädigen die Schleimhautoberfläche langfristig vor, so dass Bakterien und andere Erreger später leichtes Spiel haben. Sie erkälten sich öfter, haben öfter Husten, gereizte oder verschleimte Atemwege, denn der Schleim ist eigentlich nur ein Signal des Körpers, dass an der Schleimhaut ein Abwehrvorgang notwendig ist. Das trifft besonders auf Kinder zu. Gut, Staubsaugen löst nicht gerade Pseudokrupp aus – kann aber dazu beitragen, dass dieser öfter oder leichter ausgelöst werden kann!


„7 Gramm „Dreck“ am Tag braucht
der Mensch!“ – besonders Ihre Kinder!


Diesen pfiffigen Spruch habe ich einmal von einer Verwandten einer Ex-Freundin gehört. Womit sie eigentlich nur gesagt haben wollte, man sollte Kinder dazu animieren, mit Bodenkontakt zu spielen. Ob die sich nun auf dem Spielplatz, auf dem Fußballfeld oder beim Dammbauen an einem Bach gründlich einsauen, spielt keine Rolle – solange sie sich überhaupt einsauen!

Mein Rat: Ein paar ruinierte Klamotten und „Fleckenzwerge“ sollten Sie für ein gesundes Immunsystem Ihres Kindes ruhig in Kauf nehmen, solange die „schmutzigen Spiele mit Bodenkontakt“ nicht in der Nähe einer Sondermülldeponie stattfinden!

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Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich auf Ihre Antwort.

Ihr

Andreas Ulmicher
Chefredakteur Top-Gesundheitstipps
http://www.top-gesundheitstipps.de

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