Adrenalin – viel besser als sein Ruf!

Menopause

In einer Zeit, in der „Stress“ als etwas grundsätzlich Schlechtes angesehen wird, in der Stress krank macht, das Leben verkürzt und die Lebensqualität verringert, werden seine organischen Boten, die Stresshormone, als etwas grundsätzlich Negatives angesehen. Cortisol (das körpereigene Langzeitstresshormon, das in der Medizin als Kortison eingesetzt wird) gilt für viele als wahres „Werk des Teufels“.

Auch das Adrenalin hat keinen guten Ruf…

Auch das Stresshormon Adrenalin hat bei uns keinen guten Ruf: es wird mit unangenehmen Gefühlen, mit Nervosität und innerer Unruhe in Verbindung gebracht. Die innere Kribbeligkeit, die Anspannung - und nicht zuletzt das nervöse Herz gelten als sichere Vorboten für eine bald nachlassende Gesundheit - nämlich dann, wenn dieser Zustand sich häufig wiederholt oder gar zum Dauerzustand wird.

Doch Adrenalin ist für den Dauerzustand gar nicht verantwortlich. Ein Dauerzustand innerer Unruhe ist eher anderen Hormonen anzulasten, wie beispielsweise den erwähnten Cortisol. Und: Adrenalin hat nicht nur negative Eigenschaften.

Wirkt Adrenalin wie eine Droge?

Manch einer kann aus der Wirkung von Adrenalin tatsächlich so etwas wie Glücksgefühle ziehen. Nicht umsonst nennt man diese Menschen „Adrenalin-Junkies“. Es sind Menschen, die Extreme und Gefahren suchen, um von der damit unvermeidlich verbundenen Adrenalinausschüttung einen „Kick“ zu bekommen Sie bei einem Drogenrausch.

Zum Teil liegt das daran, wie man diese innerliche Kribbeligkeit interpretiert. Zum Anderen allerdings auch daran, dass Adrenalin sehr eng mit einem anderen Hormonen verwandt ist, dass für Glücksgefühle und gute Laune sorgt: Dopamin. Tatsächlich ist es so, dass in der Biochemie des menschlichen Körpers Dopamin in Adrenalin umgewandelt wird. Das geschieht aufgrund von nervlich-biohormonellen Reaktionen. Daher ist für manche Menschen Adrenalin tatsächlich so etwas wie eine Droge. Typisch ist der Spruch: „wann fühlt man sich am lebendigsten? Wenn man den Tod ins Auge sieht!“ Dieser Spruch kann nur von einem Adrenalin-Junkie stammen!

Was macht Adrenalin im Körper?

In Stichpunkten zusammengefasst, Adrenalin die folgenden Reaktionen hervor:

  • Herz-Kreislauf: das Herz wird wortwörtlich unter Strom gesetzt. Die Reizschwelle für die Nervenimpulse, die das Herz zu schlagen anregen, sinkt. Dadurch schlägt das Herz schneller und kräftiger - und ist sensibler für weitere, „anregende“ Steigerungen
  • Blutdruck: die kleinsten Gefäße kontrahieren sich, werden also enger. Zusammen mit der stärkeren Herztätigkeit erhöht sich dadurch der Blutdruck.
  • Energiestoffwechsel: Fett wird abgebaut, Zucker wird freigesetzt, der Blutzuckerspiegel steigt. Aus verschiedenen Berichten wissen wir, dass Adrenalin geradezu übermenschliche Kraftreserven freizusetzen vermag, wenn es darauf ankommt.
  • Glatte Muskulatur: so sehr Adrenalin anregend auf andere Bereiche wirkt, so sehr wird es beruhigend auf die glatte Muskulatur. Das betrifft beispielsweise den Darm, die Harnblase und die Gebärmutter.
  • Zentralnervensystem: Adrenalin selbst hat hier keine Wirkungen, da es die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren kann. Wirkungen in Zentralnervensystem werden als reflektorisch angesehen.

Adrenalin als Notfallmedikament

Unter dem Handelsnamen „Epinephrin“ wird Adrenalin als Notfallmedikament eingesetzt bei aussetzen des Herz-Kreislauf-Systems, bei starkem Schock, bei Bewusstlosigkeit mit Herzstillstand, bei drohendem Tod, zur Wiederbelebung. Auch bei starkem allergischem Schock kommt es zum Einsatz. Insofern ist Adrenalin ein echter Lebensretter.

Adrenalin: wirkt sich das Stresshormon positiv auf das Immunsystem aus?

Kein anderer Glauben über Medizin und Gesundheit ist so verbreitet wie die Annahme, dass Stress grundsätzlich negativ fürs Immunsystem ist.

Das Problem ist nur: diese Annahme ist falsch. Es ist tatsächlich korrekt, dass langfristiger Stress sich schlecht auf das Immunsystem auswirkt. Dabei geht es nur zum Teil um eine Unterdrückung des Immunsystems. Der andere Teil ist die Verstärkung einer eventuellen Einseitigkeit. Dies beobachten wir besonders unter Einfluss der Stress Hormons Cortisol. Durch eine Einseitigkeit, welche die zelluläre Abwehr schwächt, werden beispielsweise Viruserkrankungen oft nicht richtig ausgeheilt. Oder sie ziehen sich sehr lange hin, was unter Umständen langfristig zu chronischer Erschöpfung führen kann.

Bei kurzzeitigem Adrenalin-Stress sieht dies jedoch ein bisschen anders aus.

Professor Dr. Dhabhar dokumentierte diese positiven Eigenschaften von Adrenalin auf das Immunsystem vor einigen Jahren und beschrieb sie so: „Adrenalin hat nicht nur die Aufgabe, uns auf Kampf oder Flucht vorzubereiten, sondern auch auf die Eventualität einer Verletzung. Dadurch schlägt Adrenalin die massive Umverteilung von immunologisch kompetenten Zellen an, welche Reparatur und Wundheilung im Körper stark fördern.“

Kurzum: Adrenalin kann helfen, dass sich der Körper nach einer Verletzung schneller regeneriert!

Adrenalin, Stress, Burnout und chronische Erschöpfung

Auch wenn es zum modernen Syndrome und Erkrankungen wie Burnout und chronischem Erschöpfungssyndrom kommt, ist Adrenalin keineswegs der „Schuldige“. Auch hier ist es wieder langfristiger Stress, der den Betroffenen aus brennt und erschöpft. Im Gegenteil wird die Aminosäure L-Tyrosin therapeutisch flankiert von einigen weiteren Nährstoffen wie B-Vitaminen und Magnesium für chronisches Erschöpfungssyndrom und Burnout-Syndrom eingesetzt. L-Tyrosin ist die biochemische Vorstufe von Adrenalin.

L-Tyrosin wird auch in sehr leichten Fällen, bei Beginn von oder bei Verdacht auf Morbus Parkinson zur Therapie eingesetzt, da im Körper aus L-Thyrosin auch Levodopa synthetisiert wird. Zu guter Letzt ist die Adrenalin-Vorstufe L-Thyrosin auch Baustein für die Schilddrüsenhormone.

Kurz zusammengefasst: L-Tyrosin als Vorstufe von Adrenalin kann Burnout, das chronische Erschöpfungssyndrom lindern bzw. diesen Erkrankungen eventuell vorbeugen!

Ulmicher
Mein Fazit

Nein, Adrenalin ist kein Bösewicht und Stress ist nicht immer schlecht. Kurzzeitiger Stress hat neben seiner bekannt anregenden und aufputschenden Wirkung auch positive Wirkungen auf das Immunsystem. Vorstufen von Stresshormonen können bei der Behandlung von Burnout und chronischem Erschöpfungssyndrom nützlich sein!



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