Wann ist eine Amalgamsanierung wirklich sinnvoll?

Amalgamsanierung

Amalgam: eines der „Schreckgespenster“ der alternativen Medizin. Amalgam ist in (fast) aller Munde: im Wortsinne. Diese Mischung aus gut 50% Quecksilber, Silber und noch einigen anderen Metallen wird und wurde nämlich geraume Zeit eingesetzt, um durch Karies entstandene Löcher in den Zähnen zu füllen. Sprich: die Zähne zu sanieren. Allerdings: Quecksilber ist an sich ein hochgiftiges Material, das man sicherlich nicht in seinem Körper haben möchte. Beginnend mit den 70ern, spätestens seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird immer mehr Kritik an dem konventionellen Zahnmaterial laut: der „Abrieb“ der Füllungen gelangt über die Schleimhäute in den Körper, Quecksilber reichert sich an, Zellen werden verändert, chronische Krankheiten und besonders Autoimmunerkrankungen entstehen. Was ist da dran? Und: sollte jeder seine alten Amalgamfüllungen herausnehmen lassen? Wie groß ist die Gefahr, krank zu werden durch Quecksilber? Gilt wirklich der Heilpraktiker-Spruch: „Metall im Mund ist nie gesund?“

Beginnen wir zunächst mit der tatsächlichen Belastung durch Amalgamfüllungen…

 

Amalgam: wieso wird es eingesetzt und wie viel wird freigesetzt?

Dass Quecksilber eines der giftigsten Metalle ist, die die Natur hervorgebracht hat, ist kein Geheimnis. Da stellt sich schon die Frage: wieso wird ein Material, das zu mehr als 50 % aus Quecksilber besteht, in der Zahnsanierung eingesetzt? Von den Anhängern von Amalgam werden folgende zwei Argumente gebracht: erstens - Amalgam ist gleichzeitig sehr hart und dennoch flexibel. Daraus gefertigte Plomben halten im Idealfall jahrzehntelang. Das zweite Argument: weil das Material so flexibel ist, ist der Abrieb so gering, dass Amalgam für den menschlichen Körper keine giftigen Mengen an Quecksilber liefert. Alternativmediziner und Naturheilkundler sehen das anders. Sie halten Amalgam für eine der größten Gesundheitsgefährdungen überhaupt. Bücher wie „Gift im Mund“ von Ernst Ebm gehen von einer großen Gefahr durch den Zahnwerkstoff aus. Mittlerweile ist Amalgam auch ganz offiziell in einigen Ländern verboten, zum Beispiel in einigen skandinavischen Ländern. Durch die Verbesserung von Kunststoffen und Keramik in der Zahnheilkunde gibt es zudem kaum noch Handhabe, das mit Quecksilber belastete Amalgam einzusetzen - abgesehen natürlich vom Preis.

 

Amalgam-Belastungs-Grenzwerte: Alles Schall und Rauch?

Ein Argument der Amalgam-Befürworter ist, dass die Grenzwerte für Quecksilberbelastung auch bei etlichen Amalgamfüllungen im menschlichen Organismus nicht überschritten werden. Allerdings: offizielle Grenzwerte sind Schall und Rauch. Denn was diese nicht berücksichtigen: jeder Mensch spricht individuell sehr unterschiedlich sensibel auf Giftbelastungen aller Art an. Was den Einen nicht einmal „kratzt“, bringt den anderen fast um. Ich habe in der Praxis erlebt, dass Grenzwerte für eine Giftreaktion im Körper bei verschiedenen Giften um den Faktor 1000 (!) verschieden sein können. Bedeutet: ein Patient verträgt 10 µg eines bestimmten Schadstoffs, ohne zu reagieren. Ein anderer Patient zeigt bereits bei einem Hundertstel Mikrogramm des gleichen Stoffs krankhafte Reaktionen! Genau das gleiche ist es mit Quecksilber bzw. Amalgam: der eine hat etliche Füllungen und trägt die für 30 oder 40 Jahre und ist gesund. Der andere hat nur eine oder zwei Füllungen und wird nach kurzer Zeit chronisch krank. Wenn man natürlich - in der Medizin ist das üblich - den robustesten Typen zum Standard nimmt, geht von Quecksilber (augenscheinlich) keine Gesundheitsgefahr aus!

Ist es wirklich das Amalgam, das krank macht?

Auch das ist eine Frage, der beide Seiten sich stellen müssen: sowohl die Amalgam-Befürworter als auch die Gegner. Der Grund: Amalgam ist heute nicht mehr die einzige Gesundheits-Belastung. Wenn also jemand Amalgamplomben im Kiefer hat und gleichzeitig krank ist, ist das Amalgam nicht automatisch zu 100 % an der Krankheit schuld. Es können noch andere Belastungen mit hinein spielen.Auf der anderen Seite habe ich in der täglichen Praxis erlebt: über 95 % aller Patienten, die mit irgend einer immunologischen Erkrankung von Morbus Crohn über Heuschnupfen bis Multipler Sklerose in meiner Praxis vorstellig werden, haben oder hatten Amalgam im Kiefer. Bei den meisten dieser Patienten bestehen neben der Quecksilberbelastung allerdings noch andere umweltmedizinische Belastungen. Und das ist wichtig für die folgende Betrachtung!

Sollte man Amalgamfüllungen in jedem Fall entfernen und ersetzen?

Klare Antwort: Nein. Wenn jemand 30 oder 40 Jahre mit Amalgamplomben gesund und munter war und dann mit höherem Alter irgend eine Krankheit entwickelt, ist das Amalgam kaum ursächlich schuld daran. Denn: die weitaus stärkste Belastung mit Quecksilber erfolgt beim Setzen der Füllungen und in den ersten 2-3 Jahren des Tragens! Außerdem entsteht bei der Entfernung alter Plomben eine erheblich höhere Belastung mit Quecksilber als bei jahrelangem Tragen der Füllungen. Vor allen Dingen dann, wenn nicht fachgerecht vorgegangen wird!Auch wenn ein Zusammenhang einer chronischen Erkrankung mit Quecksilberbelastungen sehr wahrscheinlich ist, sollte man nicht vorschnell sanieren. Der Grund: es entsteht eine kurzfristig sehr hohe Belastung mit Quecksilber, die das Krankheitsbild deutlich verstärken könnte. Ich musste dies so manches Mal in der Praxis mit erleben: Patienten einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung bekamen es mit einem massiven Schub zeitnah nach Entfernung alter Amalgamplomben zu tun. Ich habe mir in der Praxis angewöhnt, individuell zu überprüfen, ob eine Amalgamsanierung notwendig ist und diese ziemlich an den Schluss der Therapie zu setzen: wenn der Patient entsprechend gestärkt und stabilisiert ist.

Wann ist das Entfernen von Amalgamfüllungen sinnvoll?

Sollte eine Quecksilberbelastung definitiv nachgewiesen sein - wie so etwas geht, lesen Sie unter diesem Link - und gleichzeitig eine chronische Erkrankung bestehen, ist eine schrittweise Amalgamsanierung sinnvoll. Aber erst dann, wenn der Betroffene in einem stabilen und guten gesundheitlichen Zustand ist und die Erschütterungen der Sanierung verkraften kann. Wichtig ist immer ein korrektes Vorgehen, damit der Körper nicht zusätzlich mit Quecksilber belastet wird. Dabei empfiehlt es sich, maximal 2-3 Füllungen auf einmal zu sanieren und immer einen so genannten „Kofferdamm“ zu verwenden. Dieser Kunststoffeinsatz verhindert die Aufnahme von Amalgamstaub über die Mundschleimhaut. An jeden Schritt der Sanierung sollte eine zwei- bis dreimonatige Phase der Entgiftung und Regeneration anschließen.

Kann man den Körper sicher von Amalgam entgiften?

Meiner Erfahrung nach sind drei Methoden zur Entgiftung von Quecksilber im Körper sinnvoll. Eine davon ist wissenschaftlich unterstützt. Die Methode kann allerdings individuell etwas „grob“ sein und den Organismus belasten. Besonders wichtig ist es, bei der so genannten Chelat-Methode (etwa mit DMSO) zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente zuzuführen. Besonders die Spurenelemente Zink und Selen spielen bei der Quecksilberentgiftung eine wichtige Rolle.Zwei weitere Methoden sind wissenschaftlich nicht abgesichert, doch habe ich bis jetzt überwiegend sehr gute Erfahrungen mit Ihnen gemacht. Die erste Methode ist die „Klinghardt-Methode“. Dabei werden so genannte „Würzen“ zur Entgiftung eingesetzt: Chlorella-Algen, Bärlauch und Koriander.

 

Die zweite Methode ist die so genannte „Spagyrik“. Hier werden verschiedene homöopathische Mittel nach einem bestimmten Verfahren miteinander kombiniert. Auch mit dieser Methode habe ich positive Erfahrungen. Ich habe sie übrigens beide am eigenen Leib getestet. Von der Klinghardt-Methode kann ich mit Sicherheit sagen, dass bei mir nach etwa zweimonatiger Anwendung Ekzeme und Fissuren am After vollständig ausgeheilt und nicht mehr wiedergekommen sind. Das war vor mittlerweile über 15 Jahren. Für alle Entgiftungsmethoden gilt: eine gesunde Ernährung und die Anreicherung des Körpers mit Mineralstoffen, Antioxidantien und Spurenelementen ist das A und O für den Erfolg!

 

Ulmicher
Mein Fazit

Eine Amalgamsanierung sollte man nur dann vornehmen, wenn sie wirklich angebracht ist. Auch hier gilt: Patienten reagiert individuell sehr unterschiedlich auf die Quecksilberbelastung durch Amalgam. Ist bei einer Krankheit eine Quecksilberbelastung sehr wahrscheinlich, sollte man eine Amalgamsanierung erwägen. Vorher ist allerdings unbedingt darauf zu achten, dass der gesundheitliche Zustand stabil und die Versorgung mit Mineralstoffen und Antioxidantien optimal sind!

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