Asthma naturheilkundlich behandeln?

Asthma

Wenn wir an Asthma denken, denken wir überwiegend an den Anblick alter Menschen mit einem Inhalator. Allerdings betrifft die Erkrankung seit der dramatischen Zunahme von Allergien immer mehr junge Menschen. Tatsächlich kann man grob zwei Formen von Asthma unterscheiden, von denen eine Form überwiegend Jugendliche und junge Menschen betrifft. Bei dieser Form handelt es sich um das allergische bzw. „extrinsische“ Asthma, das sich immer häufiger bei jungen Menschen einstellt.

Die andere Asthma-Form ist das nicht allergische bzw. „intrinsische“ Asthma. Hier sind die Auslöser nicht allergischer Natur, sondern vielfach akute bzw. chronische Infekte, Probleme mit den Nebenhöhlen und natürliche Reizstoffe: Chemikalien, Tabakrauch, Staub, Dämpfe von Kraftstoffen, aber auch Stress und körperliche Belastung.

Unabhängig davon, welche Form von Asthma vorliegt, kann sie im Prinzip alle Schweregrade annehmen von leicht bis lebensbedrohlich. Gefürchtet ist der so genannte „Status asthmaticus“, bei dem es zu starker Luftnot kommt. Der Status asthmaticus ist ein Asthma-Anfall, der auch nach mehreren Stunden nicht abklingt. Kennzeichnend für diese Situation ist, dass die klassischen Medikamente nichts ausrichten können.

Asthma-Erkrankung: wie kommt sie zu Stande?

Insgesamt etwas mehr als zwei Drittel aller Asthmaerkrankung haben eine Allergie als Basis. Die allergische Reaktion kombiniert sich mit einer chronischen, subtilen Entzündung der unteren Atemwege. Bei Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff verkrampften sich die Atemwege und verengen sich. Diese Form von Asthma wird gelegentlich auch als „extrinsisches“ Asthma bezeichnet. Hier ist als Nervenbotenstoff Histamin beteiligt, aber auch Substanzen, die die Ausschüttung von Acetylcholin stimulieren. Letzteres übrigens auch beim nicht-allergischen Asthma. Es handelt sich dabei um Botenstoffe des Immunsystems: Interleukine, Leukotriene, Prostaglandine und Bradykinin.

Beim nicht-allergischen Asthma liegen ebenfalls Entzündungen der Atemwege zu Grunde. Recht oft geht das nicht-allergische Asthma mit einer chronischen Entzündung der Nebenhöhlen einher. Auslöser sind neben Faktoren, die die Ausschüttung von Acetylcholin veranlassen, umweltmedizinische Gifte: Tabakrauch, Kraftstoffe, ätherische Öle, Chlor, organische Chemikalien, Reinigungsmittel, Parfüm, Feinstaub etc.

In beiden Fällen kommt es zu einer Verengung der Bronchien und Bronchiolen, also der großen und kleinen unteren Atemwege. Darüber hinaus kommt es zu verstärkter Schleimsekretion. Das Ausatmen ist oft wesentlich stärker erschwert als das Einatmen. Das Lungenvolumen, auch respiratorisches Volumen genannt, ist eingeschränkt.

Die Messung des Lungenvolumens, die so genannte „Peak-Flow-Messung“ (auch Peek-Flow geschrieben), ergibt verminderte Werte.

Eine genetische Komponente ist als Veranlagung oft vorhanden, sollte allerdings nicht überbewertet werden. Wenn das Asthma nicht durch eine Allergie ausgelöst oder verstärkt wird, spielt oft die lang anhaltende Einwirkung problematischer Stoffe bei der Entstehung von Asthma eine Rolle. Chronische Entzündungen sonstiger Schleimhäute und Belastung mit bestimmten Medikamenten wie Schmerzmitteln oder Antibiotika spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Asthma.

Wie wird die Erkrankung in der Medizin behandelt?

Aus medizinischer Sicht ist Asthma nicht heilbar. Es existiert lediglich eine symptomatische Therapie, die abhängig vom Schweregrad der Erkrankung vorgenommen wird. Schweregrad eins definiert ein gelegentliches Auftreten leichter Symptome, die in aller Regel rasch wieder vorübergehen. Hier werden nur bei Bedarf Substanzen zum Inhalieren eingesetzt, die die Bronchien erweitern. Man nennt sie „Beta-Mimetika“.

Bei Schweregrad zwei kommen leichte Symptome öfter vor, in aller Regel täglich oder fast täglich. Hier wird neben den erwähnten „Beta-Mimetika“ gelegentlich auch Cortison zur Inhalation eingesetzt.

Bei Schweregrad drei drehten Beschwerden täglich, eventuell mehrmals täglich auf und sind mittel schwer. Neben den bereits erwähnten Präparaten in entsprechender, höherer Dosierung wird eine Substanz namens „Theophyllin“ eingesetzt. Dieses Theophyllin ist ein Abbauprodukt des Koffeins und wird bei Asthma bronchiale und chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung eingesetzt.

Der letzte Schweregrad von Asthma ist der Schweregrad vier: er geht mit stärksten Beschwerden einher, die mindestens täglich, meist jedoch öfter wiederkommen. Zusätzlich zu den bereits erwähnten Medikamenten wird oft systemisches Cortison verordnet, dass eingenommen werden muss.

Was kann man selbst im Falle eines Asthma-Anfalls tun?

Der Status asthmaticus ist der „größte anzunehmende Notfall“, der eine Klinikeinweisung erforderlich macht. Um das Risiko von Anfällen zu verringern und auch die Häufigkeit von Asthmaanfällen insgesamt herabzusetzen, gibt es einige Tipps und Tricks, die in aller Regel gut funktionieren:

1
Die „Bronchialtoilette“

Mit dieser Atemtechnik können Sie die Bronchien von Schleim befreien. Die Technik wird so durchgeführt: tief einatmen, tief ausatmen, während der ersten Hälfte des Ausatmens Räuspern. Während der zweiten Hälfte mehrmals leicht Husten. Diese Technik wird am besten zweimal täglich, morgens und abends, ausgeführt.

2
Die Torwarthaltung

Die Torwarthaltung ist eine von mehreren Stellungen, bei denen Sie die Atemhilfsmuskulatur einsetzen, um das Atmen zu erleichtern. Sie stellen die Beine etwa hüftbreit auseinander, nehmen den Oberkörper nach vorne und stützen sich mit den Händen auf den Knien auf. Sie geben Druck nach vorne beim Ausatmen. Eine ähnliche Haltung, nur im Sitzen, ist der Kutschersitz.

3
Die Lippenbremse

Die Lippenbremse ist eine Atemtechnik, bei der sie gegen den Widerstand der geschlossenen Lippen ausatmen. Sie atmen dabei langsam aus, die geschlossenen Lippen bremsen den Atemvorgang. Wenn sich dabei Ihre Wangen ohne eigenes Zutun aufblähen, dann führen Sie die Technik richtig aus.

4
Atemgymnastik

Die Atemgymnastik dient der mechanischen Erhöhung des Atemvolumens. Durch spezielle Dehnungsübungen wird das Volumen des Brustkorbs erhöht. Um diese Techniken zu erlernen, sollten Sie an einer Asthma-Schulung teilnehmen.

5
Die Bauchatmung

Eine Technik, die Sie selbst durchführen können: dabei legen Sie Ihre Hände auf den Bauch oberhalb des Bauchnabel. Atmen Sie in den Bauch ein und drücken Sie leicht mit den Händen gegen. Auf diese Weise wird der Widerstand gegen die Atmung erhöht.

6
Salzinhalation

Online-Shop-Portale bieten Salzinhalatoren an. Salz reinigt und befeuchtet die Atemwege. Auf diesem Weg kann zum Beispiel der Schleim besser abgehustet werden. Salzinhalation wird bei Allergien und Asthma empfohlen.

7
Heiltees

Spitzwegerich, Thymian, die Blüten der Königskerze sowie Eukalyptusblätter ergeben die so genannte „Asthma-Tee-Mischung“. Von Spitzwegerich, Thymian und Königskerze werden je 30 % benötigt, von Eukalyptus 10 %.

Was kann die Naturheilkunde tun?

In der Naturheilkunde gibt es verschiedene Therapie-Protokolle, die in aller Regel miteinander kombiniert werden. Mittlerweile ist die „Desensibilisierung“ bei Allergien medizinisch recht gut etabliert. Diese gängige Therapie kann flankiert werden von folgenden Maßnahmen:

1
Auslassdiäten

Es hat sich in der Praxis als hilfreich erwiesen, Milchprodukte zu vermeiden. Milcheiweiß ist schwer verdaulich und kann die Schleimhäute von Magen und Darm unter Stress setzen. Dadurch wird das Immunsystem herabgesetzt. Für manche Betroffene bringt der Verzicht auf Gluten weitere Vorteile.

2
Enzymtherapie

Enzyme bringen gereizte und geschwollene Schleimhäute zum Abschwellen. Allerdings ist diese Therapie nicht für jeden geeignet.

3
Darmsanierung

Eine Darmsanierung mit Prä- und Probiotika lindert in der Mehrzahl der Fälle die Beschwerden, da auf diese Weise das Immunsystem gestärkt wird.

4
Akupunktur

Ein guter Akupunkteur kann mithilfe seiner Behandlung die Neigung zur Verkrampfung der Bronchien günstig beeinflussen.

5
Nahrungsergänzungsmittel

Eine Kombination aus Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren und sekundären Pflanzenstoffen lindert „oxidativen Stress“, der beispielsweise durch Tabakrauch oder Chemikalien entsteht. Außerdem wird das Immunsystem gestärkt. Wichtige Vitamine sind Vitamin A (zur Differenzierung der Schleimhäute), Vitamin C (zur Stärkung des Immunsystems), Vitamin B6 (verringert das Risiko von Asthmaanfällen) und Vitamin E (wichtiges Antioxidans, dass die Schleimhäute ebenfalls stärkt).

Darüber hinausgehen gibt es in der Naturheilkunde individuelle Therapiekonzepte, mit denen der Organismus beispielsweise von den Folgen alter Infekte gereinigt wird. Dabei wird auch das lymphatische System mobilisiert, wobei Schadstoffe aus dem Körper besser abtransportiert werden.

Ulmicher
Mein Fazit

Asthma ist eine schlimme Erkrankung. Doch es gibt gute Nachrichten. Bis auf wenige Ausnahmen kann die Erkrankung gut beherrscht werden und Mittel-bis langfristig verbessert werden. Hierzu empfiehlt sich eine Kombination verschiedener Therapiemethoden. Allergiker sind außerdem gut beraten, auf ihre Ernährung zu achten!

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