Natürlichen Therapien bei Blasenentzündung

Blasenentzündung

Die Blasenentzündung ist ein weit verbreitetes infektiöses Leiden, das überwiegend Frauen betrifft. Bei jungen Frauen bis zum 30. Lebensjahr werden im Laufe eines Jahres rund 5 % von einer Blasenentzündung betroffen, bei Frauen ab dem 45. Lebensjahr bis zu 20 % - wie gesagt, im Laufe eines Jahres. Absolut gesehen sind es sicherlich wesentlich mehr.

Eine isolierte, unkomplizierte Blasenentzündung ist in aller Regel relativ problemlos. Bedenklich wird es allerdings, wenn Blasenentzündungen immer wiederkehren oder wenn die Erreger sich sogar ausbreiten, beispielsweise in den Harnleiter oder sogar in die Nieren. Dann können problematische bis (in Einzelfällen) lebensbedrohende Situationen entstehen. Im Falle einer komplizierten Blasenentzündung, die womöglich den Harntrakt hinauf wandert, kommt man nicht um ein Antibiotikum herum.

Blasenentzündung - ist ein Antibiotikum immer die Lösung?

Anders sieht es allerdings aus, wenn es sich um eine unkomplizierte Blasenentzündung handelt. Auch dann, wenn sich die unkomplizierte Blasenentzündung immer wiederholt, sollte man den Einsatz von Antibiotika überdenken, zumindest langfristig.

Der Grund? Antibiotika schwächen das Immunsystem. Gerade bei Frauen können durch die anatomisch bedingte Nähe von Darmausgang, Vagina und Harnröhre Bakterien aus dem Enddarmbereich oder der Vagina „übersiedeln“ und eine Blasenentzündung auslösen. Antibiotika töten diese Erreger zwar ab, aber auch viele gute Darmbakterien im Enddarm, was zu einer Ausbreitung von wesentlich gefährlicheren Keimen führt. Beispielsweise können sich bestimmte Arten von Escherichia coli auf Kosten durch Antibiotika dezimierter Darm Bakterien wie Lactobacillus oder Bifidus ausbreiten. Harnwegsinfekte sind oft die Folge einer Infektion mit Escherichia coli.

Auch das Immunsystem insgesamt ist durch die veränderte Darmflora geschwächt, die Bakterien können nicht mehr vom Körper selbst bekämpft werden. Daraus kann geschlossen werden, dass eine immer wiederkehrende Antibiotika-Therapie die Probleme mit sich wiederholenden Blaseninfekten verschlimmert. Die Infekte stellen sich immer öfter ein, ein Teufelskreis entsteht.

Eine Darmsanierung kann helfen

In diesem Fall sollte man den entgegengesetzten Weg gehen: mit einer Therapie mit Probiotika. Probiotika sind therapeutische Bakterien, welche die Darmschleimhaut besiedeln, für den Menschen positive Eigenschaften haben und eine Besiedlung durch schlechte Bakterien verhindern. Sie werden als Kapseln oder in Flüssigkeit eingenommen. Sie stärken das Immunsystem. Bakterien können auch aus der Vagina in die Harnröhre hoch steigen. Zu diesem Zwecke wurden von einigen Firmen spezielle probiotische Vaginalzäpfchen entwickelt, die das Milieu der Vagina optimieren und die Gefahr für Harnwegsinfekte verringern. Die Zäpfchen helfen sozusagen „vor Ort“.

Eine Darmsanierung hilft generell. Bestimmte Darmbakterien verwandeln wie kleine, biochemische Labors Ballaststoffe in Fettsäuren, die die Darmschleimhaut schützen und stark machen. Dadurch hat das darmassoziierte Immunsystem „weniger zu tun“. Das Immunsystem kann sich auf die Abwehr von Erkrankungen an den anderen Schleimhäuten konzentrieren.

Gelegentlich, wenn auch seltener kommt es auch zu Pilzinfektionen oder Virusinfektionen. Ein Abstrich schafft hierüber Klarheit!

Auch in diesem Fall kann eine Darmsanierung helfen. Eventuell muss man die Pilzinfektion - falls vorhanden - mit einem Antimykotikum behandeln. Das bekannteste ist sicherlich das Nystatin (Adiclair etc.).

Aber die mikrobiologische Behandlung ist mit Sicherheit nicht die einzige Waffe, die Sie gegen Blasenentzündung haben.

Blasenentzündung - diese sieben natürlichen Methoden und Mittel helfen!

1
Reichlich Flüssigkeit!

Es klingt ziemlich banal: aber wenn Sie eine Blasenentzündung haben, sollten Sie reichlich trinken. Möglichst zwei bis zweieinhalb, idealerweise 3 l Wasser pro Tag. Der Effekt ist relativ simpel: durch die große Wassermenge müssen sie häufiger urinieren. Dies ist eine Methode, um das „Aufsteigen“ von Bakterien in den Harnleiter oder gar in die Nieren zu verhindern. Aus dem Jahr 2013 gibt es sogar eine Studie, die belegt: Frauen, die zu wenig Wasser trinken, leiden eher an Harnwegsinfekten!

2
Vitamin C

Vitamin C (als Nahrungsergänzung) stärkt nicht nur das Immunsystem. Es macht den Urin auch saurer. Die meisten Bakterien reagieren auf eine gewisse Säure sehr empfindlich. Sie sollten mindestens 750 mg pro Tag, besser 1,5 g bis 3 g reines Vitamin C einnehmen - zumindest für den Zeitraum einer akuten Blaseninfektion!

3
D-Mannose

D-Mannose ist ein Zucker, der entfernt mit Glukose verwandt ist. Er verhindert das Anhaften von Bakterien an den Wänden des Urogenitaltrakts. In 2014 wurde die Substanz bei Frauen, die an immer wiederkehrenden Blaseninfektionen litten, getestet - im Verhältnis zu einem Antibiotikum und ganz ohne Behandlung. Wie erwartet, war bei einer Gruppe von rund 300 Frauen diejenige, die nicht behandelt wurde, die größte mit einem Rückfall: 62 erkrankten wieder. In der „Antibiotika-Gruppe“ erkrankten 21 Personen, in der „D-Mannose“-Gruppe sogar nur 15.

4
Verzichten Sie auf Spermizid-beschichtete empfängnisverhütende Mittel

Das ist fast ein Geheim-Tipp: mit Spermizid beschichtete Kondome und andere (mechanisch) empfängnisverhütende Maßnahmen irritieren das Milieu und die Flora der Vagina und begünstigen so Harnwegsinfekte und vor allen Dingen Blasenentzündung. In den meisten Gesundheits-Magazinen ist davon die Rede, welche Substanzen man einnehmen sollte, und nicht, was man vermeiden sollte. Aber kommen wir jetzt wieder zum Einnehmen…

5
Ätherische Öle

Ätherische Öle wie Thymol, Carvacrol oder auch Nelkenöl sind die natürliche Alternative zu Antibiotika, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Es stimmt zwar nicht ganz, dass sie die Darmflora völlig unangetastet lassen. Sie richten aber wesentlich weniger Schaden an als herkömmliche Antibiotika. Sie werden zugegeben nicht von jedem vertragen und es ist ein gewisses, wenn auch geringes Allergierisiko vorhanden. Jedoch ist das Risiko für Nebenwirkungen bei verschreibungspflichtigen Antibiotika noch höher!

6
Proanthocyanidin

Falls ätherische Öle nicht vertragen werden, ist Proanthocyanidin eine sehr gute Alternative. Es kommt in Grapefruitkernextrakt vor, was darüber hinaus den Vorteil eines sehr hohen Vitamin C-Gehaltes hat. Ich habe zu Zeiten meiner Crohn-Krankheit Proanthocyanidin benutzt, um meinen Darm vor meiner (einzigen) OP mit zu reinigen. Der leitende Arzt der Operation sagte hinterher, dass er „noch nie einen so sauberen Darm gesehen habe“.

7
Scharfstoffe

Stoffe, die einen den Schweiß ins Gesicht treiben, sind oft auch antientzündlich und antiinfektiös. „Jeder nach seinen Vorlieben“: frischer Meerrettich, roher Knoblauch oder frischer Ingwer gerieben, als Tee oder zu einer Mahlzeit, haben ein gewisses Potenzial, den Körper zu desinfizieren. Sie können die kleinen „Scharfmacher“ nach Belieben in Ihre Mahlzeiten einbauen!

Diese Dinge sollten Sie noch vermeiden!

  • Zucker - nicht gut für die Darmflora und damit fürs Immunsystem!
  • Koffein – führt bei manchen Personen zur Zurückhaltung von Wasser
  • Softdrinks – trinken Sie stattdessen Wasser!
  • Kälteeinwirkung - verkrampft und reizt die Blase noch mehr. Sie haben Angst vor dem Wasserlassen, was unbedingt notwendig ist, die Bakterien auszutreiben!
Ulmicher
Mein Fazit

Bei einer komplizierten Blasenentzündung sind Antibiotika oft notwendig - vor allen Dingen, wenn die Bakterien den Harntrakt hinaufsteigen und eventuell zu einer Nierenentzündung führen. Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung sind sie oft kontraproduktiv: sie schwächen des Immunsystem und führen zu mehr Beschwerden. Besser: den Darm sanieren, die Infektion mit natürlichen Substanzen bekämpfen!

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