Depressionen: Was kann ich selbst dagegen tun?

Depression

In den letzten Monaten habe ich nicht einmal, sondern etliche Male Statistiken und Artikel über Krankheiten der Psyche gelesen, und vor allen Dingen Depressionen. Der Tenor: Es werden dramatisch mehr Depressionen diagnostiziert als noch vor 15 Jahren – und das ist ja nun nicht so lange her, als dass man dies einfach mit einer Zunahme der „Fälle“ begründen könnte. Statistiken sprechen nämlich davon, dass sich die Anzahl der Depressiven in diesem Zeitraum verdoppelt bis verdreifacht haben!

Fällt Ihnen schwer, das zu glauben? Mir auch! Erfahren Sie im Folgenden, wie Sie eine echte Depression von Depressiver Verstimmung unterscheiden können und was Sie für sich tun können, wenn Sie an einer depressiven Verstimmung leiden.

Depressionen: Eine neue Volkskrankheit?


Die Statistiken sind alarmierend: Krankenhaustage aufgrund psychischer Beeinträchtigungen gegenüber 1990 verdrei- bis vervierfacht, Anzahl der diagnostizierten Depressionen um mehr als das doppelte gegenüber vor 15 oder 20 Jahren gestiegen. Das klingt nicht gut. Aber: Kann das denn eigentlich wirklich sein?

Die Zeiten haben sich meines Erachtens nicht so dramatisch geändert, als dass ein solcher Anstieg zu rechtfertigen wäre. Dennoch stellt die Diagnose bekanntlich der Arzt. Der wiederum ist also die Person, mit dem die Statistik steht und fällt. Und hier tut sich ein Problem auf. Ausgerechnet der Amtsarzt, der mich vor nunmehr fast 13 Jahren für meine Heilpraktikerzulassung prüfte, hat es in einem Zeitungsartikel auf den Punkt gebracht:

Das Gesundheitssystem derzeit ist so ausgelegt, dass an leicht Kranken mehr verdient werden kann als an ernsthaft Erkrankten. Und da auch Ärzte unter wirtschaftlichem Druck stehen, ist es naheliegend, bei den Diagnosen etwas zu übertreiben. Und so wird, wenn eigentlich eine depressive Verstimmung vorliegt, sicherlich öfter als nötig eine echte Depression diagnostiziert.

Und dann werden Medikamente, genannt Antidepressiva, verschrieben. Meiner Erfahrung nach bei weitem nicht so oft notwendig wie verordnet. Und mit ziemlich üblen Nebenwirkungen behaftet, deren Liste 20-fach länger ist als die Liste der angestrebten Wirkungen.

Ab wann sind Sie wirklich depressiv, und wann nur depressiv verstimmt?

Auf diese Frage gibt es eine ziemlich eindeutige Antwort. Wenn Sie emotional reagieren, beispielsweise mit Trauer oder Wut, dann sind sie „nur“ depressiv verstimmt. Wenn Sie kaum noch emotional reagieren, sondern sich (so hat es mal ein Psychologe formuliert) „aus der Welt der Emotionen zurückziehen“, dann leiden Sie an einer echten Depression.

 

Zusammengefasst sieht das so aus:

 

Echte Depression

  • kaum bis keine emotionalen Reaktionen und Stimmungsschwankungen, in sich gekehrt sein
  • Patient ist Trost und Unterstützung nicht zugänglich
  • spricht kaum, leise und monotone Stimme
  • ein guter Witz (oder sonst etwas Lustiges) vermag nicht aufzuheitern, Patient nicht ablenkbar
  • es treten handfeste körperliche Erscheinungen auf, wie etwa körperliche Schwäche, Erschöpfung und Impotenz
  • aus eigener Kraft / eigenem Antrieb keine Wiedergenesung möglich

 

Depressive Verstimmung

  • Reaktionen wie Trauer, Wut, emotionale Ausbrüche, Weinen sind typisch
  • Patient ist Trost und Unterstützung zugänglich
  • sprechen und Betonung sind stark stimmungsabhängig
  • ein guter Witz kann zumindest kurzzeitig aus der schlechten Stimmung herausreißen, Patient ist ablenkbar
  • echte körperliche Symptome treten kaum auf und wenn, dann nur vorübergehend (beispielsweise: verringerte Libido statt Impotenz, etc.
  • Wiedererholung kommt meist aus eigener Kraft, oder mit Hilfe von Freunden / Angehörigen zustande

 

Depressive Verstimmungen sollten nicht medikamentös therapiert werden!!!

Ich bin persönlich absolut dagegen, eine depressive Verstimmung mit psychoaktiven Substanzen zu therapieren, denn diese greifen in den Hirn- und Nervenstoffwechsel ein. Es stellen sich hier Abhängigkeiten ein, die weit mehr Schaden anrichten als der Wirkstoff im Falle einer depressiven Verstimmung an Nutzen bringt.

Nein, wenn Sie eine depressive Verstimmung naturheilkundlich positiv beeinflussen wollen, reichen die folgenden Tipps aus:

  • Mehr Eiweiß

Wenn Sie mehr Eiweiß essen, und weniger „schnelle“ Kohlehydrate, vor allen Dingen weniger Zucker, wird Ihr autonomes Nervensystem angeregt. Das Energieniveau und die Stimmung werden gleichmäßiger, obwohl die ersten paar Tage bei Manchem auch „Entzugserscheinungen“, und eine gewisse Gereiztheit auslösen können. Aber das vergeht nach einigen Tagen!

  •  Kombination: Johanniskraut, Baldrian und Hopfen

Johanniskraut wirkt nachgewiesenermaßen antidepressiv, hat aber, und das ist der Nachteil, eine gewisse Latenzzeit bis zum Wirkeintritt. Baldrian und Hopfen können diese „Lücke“ bis zur Wirkung überbrücken. Es gibt einige Kombinationspräparate. Sie können mich gerne darauf ansprechen unter a.ulmicher@gesundheits-brief.de

  •  Mehr Sonne

Sonneneinstrahlung hebt die Stimmung – zu jeder Jahreszeit. Wenn Sie es einrichten können, setzen Sie sich eine bis zwei Stunden der Sonne aus. Auch ein Solarienbesuch ab und an ist nicht verkehrt – wenn er nicht als Vorwand zum Bräunen in der kalten Jahreszeit missverstanden wird. Aufpassen: Johanniskrautpräparate erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut!

  •  „Aktive“ Freizeitgestaltung

Passive Freizeitgestaltung macht unzufrieden. Wer Fernsehen sieht oder PC-Spiele auf sich einwirken lässt, dessen Stimmung rauscht noch ein wenig mehr in den Keller. Also: Selbst etwas tun. Und sollte das Wetter schlecht sein, etwas schreiben, musizieren oder Gesellschaftsspiele wirken sich Stimmungsfördernd aus.

  • Angenehmes planen

Gegen das vorübergehende Stimmungstief hilft es, etwas Angenehmes zu planen: Einen Urlaub, einen Autokauf oder was auch immer man so als angenehm erachtet. Auch wenn die Erfüllung nur in der Fantasie stattfinden sollte.

Andreas Ulmicher
Mein Fazit

Die große Verwechslung. Oftmals wird eine handfeste Depression da diagnostiziert, wo eigentlich nur eine depressive Verstimmung vorliegt. Depressive Verstimmungen sollten jedoch nicht mit „schulmedizinischen“ Medikamenten behandelt werden. Die Unterscheidung zwischen Depression und depressive Verstimmung ist klar geregelt. Auch bei Depression gilt wie bei so vielen Krankheiten: vorbeugen ist besser als heilen - zumal die Heilung bei einer echten Depression ein extrem schweres Unterfangen ist!

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