Entschleunigung – ein Weg, der modernen Zeit zu begegnen?

Entschleunigung

Entschleunigung – ein Weg, der modernen Zeit zu begegnen? 

Viele reden von Entschleunigung - aber was ist das eigentlich? Sollten wir nicht eigentlich den Begriff „innehalten“ verwenden?

Mit der modernen Zeit und der Zivilisation haben wir, wie es scheint, einige Probleme gegen einige andere eingetauscht. Sicher, wir müssen heute nicht mehr Pfeil und Bogen oder die Flinte in die Hand nehmen, wenn wir etwas Protein in unserem Essen haben wollen. Dafür gibt es den Supermarkt. Und wenn‘s kalt ist, ziehen wir uns in die beheizte Wohnung zurück. Auf der anderen Seite quälen wir uns tagtäglich durch volle Straßen zu einer Arbeit, die wir nicht mögen. Wir gehen uns ständig irgendwelchen Ablenkungen hin. Hinterher stellen wir fest, dass sie unser Leben keineswegs bereichert haben - aber sie haben uns Zeit gekostet.

Vor allen Dingen Elektronik und Telekommunikation sind solche „Zeitfresser“. Etwas vermeintlich sinnvolles für uns zu tun resultiert ebenfalls nur in Ablenkungen und kostet Zeit, als dass sie welche bringt. Die Folge: All die Ablenkung in der modernen Zeit sorgt für Erschöpfung.

Ein Arzt für Psychotherapie drückte es einmal auf einem Seminar so aus: „wir sind auf dem Weg von der Leistungsgesellschaft zur Burn-Out-Gesellschaft“. Und das alles, wie es scheint nur aus einem Grund: uns läuft ihm wahrsten Sinne des Wortes die Zeit davon. Oder andersherum formuliert: wir laufen ständig und die Zeit zieht an uns vorbei.

Dieser permanenten Hektik setzen Psychologen und Stressforscher das Konzept der „Entschleunigung“ entgegen. Abgeleitet ist dieses Wort von der Beschleunigung und ganz im Sinne des Bezugs zu des Deutschen liebstes Kind, dem Automobil könnte man es mit „den Fuß vom Gas nehmen“ übersetzen.

Entschleunigung - den Fuß vom Gas des modernen Lebens nehmen!

Permanent durch das Leben zu hetzen bedeutet: alles machen, alles können, alle Arbeiten übernehmen, (sich) alles leisten, sich alles gönnen. Nur ein Leben, in dem wir alles geben und das uns alles bietet, ist ein perfektes Leben. Ein Leben mit schweren Gasfuß, ein Leben im Vollgas-Rausch sozusagen.

Aber wie wir das von Alkohol und Drogen kennen, kann Vollgas im Leben auch zu einer Droge bzw. Sucht werden. Sie führt nicht umsonst zu einem Rausch. Doch die Ernüchterung folgt auf dem Fuß. Und wir stellen fest, dass der Vollgasmodus uns das Leben im wahrsten Sinne des Wortes klaut!

Jetzt kommt die Entschleunigung ins Spiel. Weg vom „Ziele erreichen um jeden Preis“, hin zum „der Weg ist das Ziel!“ Wir stellen fest, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes besser fahren, wenn wir ihm übertragenen Sinne den Fuß vom Gas nehmen. Dieses den Fuß vom Gas nehmen bezieht sich auf viele Aspekte des modernen Lebens:

  • Mehr Leistung, um sich mehr leisten zu können
  • Sich ablenken, um nicht mit sich selbst konfrontiert zu sein
  • Mehr Spannung, um sich zu zerstreuen
  • Mehr Unterhaltung, um sich nicht zu langweilen
  • Mehr Unternehmungen in kürzerer Zeit, um nichts zu verpassen

Die meisten von uns stellen irgendwann zwischen dem 40. und dem 55. Lebensjahr fest, dass sie einem Trugschluss, einen Selbstbetrug aufgesessen sind. Das ist leider auch für die meisten von uns die Zeit, wo sich erste ernsthaftere gesundheitliche Probleme einstellen - oft auch als Folge des Lebenswandels auf der Überholspur.

Resümee des bisherigen Lebens und erste Schritte

Wer sein Leben entschleunigen möchte, sollte sich zuerst die Frage stellen: „was habe ich bisher wirklich verpasst?“

Wenn man mit dieser Frage in sich geht, stellt man in aller Regel mit Ernüchterung fest, dass es nicht allzu viel war. Übrigens nicht einmal den Faktor Zeit! Auf Siebenmeilenstiefeln durchs Leben zu hetzen kostet im Endeffekt mehr Zeit, als sie bringt. Zeit ist da, und sie ist relativ unbeeindruckt von unseren Versuchen, sie zu überlisten.

Wenn man sich vornimmt, sein Leben zu Entschleunigung, geht die zweite Frage in Richtung Zukunft: „auf was bin ich bereit zu verzichten, um Entspannung und Entschleunigung in mein Leben zu lassen?“

Sich dieser Frage zu stellen ist schwer, da nur die wenigsten Menschen bereit sind, auf bestimmte Annehmlichkeiten zu verzichten. Aber letzten Endes muss es sein: Weg von der Quantität, hin zur Qualität in Bezug auf jeden Aspekt des Lebens!

Die ersten Schritte sind Kleinigkeiten bei Gewohnheiten zu verändern:

  •  Sich mehr Zeit zum Essen nehmen
  • sich vor dem Essen entspannen und einige Minuten tief durchatmen
  • zu erledigende Aufgaben nicht über den Tag verstreuen, sondern zusammen fassen, zum Beispiel nicht siebenmal nach den E-Mails zu schauen!
  • Sich nach dem aufwachen und vor dem schlafengehen etwa 10 Minuten für eine Achtsamkeitsübungen einzuräumen
  • bei der Arbeit immer mal wieder aufzustehen, sich zu bewegen, zu strecken und zu räkeln, tief durchzuatmen

Entschleunigung: die 7 wichtigsten Punkte

 

Ganze undogmatisch kann man nicht generell von „besser“ oder „schlechter“ reden

1

Adieu Perfektionismus!

Niemand ist perfekt und es wird auch niemand perfekt - egal wie lange er bzw. sie es versucht. Es gibt also keinen Grund, es zu versuchen. Man kann in einen Bereich des Lebens sehr gut sein und Kompetenz haben. Man mag auch über die meisten anderen herausragen und das sollte fürs Leben eigentlich reichen. Es ist richtig, dass Sie sich Ziele setzen sollten. Es ist aber auch richtig und noch wichtiger, dass diese realistisch sind!

Sie sind gut bedient mit überwiegend oder ausschließlich pflanzlichem Eiweiß, wenn Sie…

2

Gewohnheiten, die Sie mit sich selbst konfrontieren

Legen Sie sich Gewohnheiten zu, die Sie mit sich selbst konfrontieren und bei denen es nicht um Leistung geht. Yoga, Meditation und Autogenes Training sind gute Ideen. Achten Sie allerdings auch hier auf die Zeit: Mehr bringt nichts mehr - regelmäßig bringt mehr. Es ist besser, etwas 20 Minuten lang jeden Tag über Monate und Jahre hinweg zu tun als es eine Stunde zu tun und nach drei Wochen wieder aufzugeben!

Sie sollten Ihr Eiweiß eher aus tierischen Quellen beziehen, wenn Sie…

3

„Digitale Abstinenz“

Dieser Punkt wird in entsprechenden Fachartikeln immer wieder erwähnt: eine Zeit der so genannten digitalen Abstinenz ist gut: Smartphone abschalten, Computer oder Laptop aus. Seien Sie eine zeitlang nicht erreichbar und vor allen Dingen nicht auf dem neuesten Stand. Nachrichten verschönern einem das Leben sowieso nur in den seltensten Fällen.

Tierisch oder pflanzlich - nicht allein eine Glaubensfrage!

4

Mehr Einfachheit beim Essen

Sich selbst eine simple Mahlzeit zu kochen – aber nicht aus der Tüte! – kann eine wahrhaft entschleunigende Erfahrung sein, wenn es mit Liebe geschieht. Wenn Sie diese Mahlzeit dann auch noch mit Liebe essen, geht es Ihnen bald zu 50% besser.

S-Adenosyl-Methionin und die „Methylierung“:

5

Wie viele Freunde brauchen Sie wirklich?

Wer sagt: „Ich habe 259 Freunde!“ der erntet sofort die Frage: „Auf Facebook?“ Freunde auf Facebook sind irrelevant für Ihr Leben. Selbst viele sogenannte real life-Freunde sind überflüssig. Freunde sind nur dann wirklich Freunde, wenn man sich erstens aufeinander verlassen kann und zweitens bei der Kommunikation in Resonanz geht! Das bedeutet übrigens nicht, dass man immer der gleichen Meinung ist. Resonanz bedeutet – sich auf den anderen einlassen!

Was kann man selbst im Falle eines Asthma-Anfalls tun?

6

Der Verwöhntag nur für Sie

Ein Verwöhntag im Monat und einige Verwöhnstunden pro Woche sind eine gute Idee – aber nur unter der Bedingung, dass Sie dabei wirklich die Zeit vergessen!

Was kann man selbst im Falle eines Asthma-Anfalls tun?

7

Wer Nein zu anderen sagt, sagt Ja zu sich selbst

Bei aller Liebe im wahrsten Wortsinne: manchmal muss es auch ein „Nein“ sein! Ich pflege zu sagen: wer jetzt nicht ab und zu einmal nein sagt, der ist vielleicht irgendwann in der Zukunft gezwungen, immer Nein zu sagen – weil er bzw. sie nicht mehr kann!

Nein zu sagen ist wichtig für die eigene Psyche, wenn einem etwas nicht passt oder es einen überfordert. Es sagt auch: ich habe Grenzen. Wer seine eigenen Grenzen nicht „einfordert“, der bekommt auch keine. Niemand anderes kümmert sich um die Grenzen Ihrer Belastbarkeit. Weder Kinder noch Eltern, weder Partner noch Arbeitgeber, auch nicht Kollegen oder Freunde. Niemand kümmert sich um Ihre Grenzen. Kümmern Sie sich also selbst darum!

Mein Fazit

„Entschleunigung“ in der modernen Zeit kostet tatsächlich Überwindung. Sie müssen sich klar machen, dass das, auf was Sie verzichten werden, sowieso in den meisten Fällen überflüssig ist. Sie müssen kleine Gewohnheiten entwickeln, die zum Automatismus werden. Kleine Gewohnheiten weg vom Perfektionismus, weg vom immer informiert oder dabei sein. Diese Gewohnheiten müssen „hartnäckig“ und ein Teil Ihrer selbst werden. Das ist für eine Transformation hin zur Tiefenentspannung viel wichtiger als großartige Pläne, das Leben umzukrempeln!

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