Exotische Früchte - Wie viel Heilkraft in ihnen steckt

Exotische_Früchte

Die Globalisierung macht‘s möglich: kupferfarbene Bananen, Zwergananas oder Litschis, Passionsfrüchte oder Kaktusfeigen oder so seltsame Beeren wie „Acai“ oder „Goji“. Vor zehn oder 15 Jahren kannten sie nur Asienkenner, heute bekommt man sie in jedem Supermarkt bzw. als Nahrungsergänzung in jedem Onlineshop. Die einen schwärmen von Nährstoffen, Enzymen und Antioxidantien. Die andern weisen darauf hin, dass all diese Stoffe auch in heimischen Obstsorten vorhanden sind und das zu einem wesentlich geringeren finanziellen Aufwand…

 

Enzyme, sekundäre Pflanzenstoffe, Antioxidantien

Dass Ananas und Papaya reichlich Enzyme enthalten die früher sogar in der Krebstherapie eingesetzt wurden, ist unumstritten. Manche tropischen Obstsorten liefern ein Nährstoffprofil, das heimische Früchte so nicht zu bieten haben. Ob das allerdings immer ein Vorteil ist, wage ich zu bezweifeln.

Das beginnt bei so etwas simplem wie Zitrusfrüchten!

In den achtziger Jahren sind wir mit dem Wissen groß geworden: spanische Mandarinen und sizilianische Blutorangen enthalten so viel Vitamin C, dass sie uns sicher vor Erkältungen schützen. Die Realität sah allerdings etwas anders aus: die meisten Schniefnasen während der Wintermonate waren die mit den spanischen Mandarinen in der ersten großen Pause! Hier kommen neben dem reinen Nährstoffgehalt noch ein anderer Faktor ins Spiel: die Qualität der Nahrungsmittel. In der traditionellen chinesischen Medizin unterscheidet man „wärmende“ und „kühlende“ Nahrungsmittel. Zitrusfrüchte gehören zu den Letzteren. Da muss man sich über eine zünftige Erkältung trotz reichlich Vitamin C nicht wundern!

Exotische Früchte: wichtig ist die Herkunft!

In den Ländern, in denen Ananas, Bananen und Co. angebaut werden gelten bei weitem nicht die Qualitäts- und Sicherheitsstandards im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln wie in Deutschland. Tropisches Obst aus konventionellem Landbau kann regelrecht kontaminiert mit schädlichen Pflanzenschutzmitteln sein. Pestizide, Insektizide usw. belasten den Organismus natürlich wesentlich stärker als die Vitamine und anderen Nährstoffe der Frucht ihn schützen könnten.

 

Daher ist es wichtig, gerade bei tropischen Früchten und allgemein tropischen Nahrungsmitteln immer auf die Herkunft zu achten. Biologischer Landbau ist in diesem Fall noch wesentlich wichtiger als bei heimischen Obstsorten!

 

Eine bedenkenswerte Alternative: Trockenfrüchte

Viel tropisches Obst wird unreif geerntet und reift nur unvollständig nach. Unreife Ananas ist für den Körper fast giftig! Trockenfrüchte, die vor Ort reif geerntet werden und gleich (möglichst schonend) verarbeitet werden, sind hier eine bedenkenswerte Alternative. Auch sie liefern Nährstoffe und sogar Enzyme, wenn Sie für die Trocknung nicht stark erhitzt wurde. Bedenken sollte man bei Trockenfrüchten allerdings, dass man nicht zu viel von ihnen verzehren sollte, damit der Trocknung der Fruchtzucker wesentlich konzentrierter ist als bei normalem, frischem Obst.

Exotische Früchte: sind Acai, Goji und Co. die bessere Alternative zu heimische Beerenobst?

Vielleicht haben Sie schon einmal von ACAI- oder Goji-Beeren gehört? Ja? Sicher. Ich sage Ihnen eines: wenn Sie Geld sparen wollen, kaufen Sie Heidelbeeren (frisch oder getrocknet). Heidelbeeren haben bis auf zwei oder drei sekundäre Pflanzenstoffe in Spuren und mit vernachlässigbarer gesundheitlicher Wirkung das gleiche Nährstoffprofil wie die gepriesenen

Acai-Beeren. Allerdings bei einem Gesamtzucker- sowie Kaloriengehalt von knapp über einem Drittel. Sollten Sie einen Garten Ihr eigen nennen oder nutzen dürfen: mit einigen Sträuchern Beerenobst und / oder einem Erdbeerbeet, sind Sie für die Sommermonate gesundheitlich gut aufgestellt – es sei denn, dem Genuss von Beerenobst stehen andere Gründe entgegen.

Exotisches Obst und Nahrungsmittelintoleranzen bzw. –allergien

Es ist die große Frage auch in der Naturheilkunde: ist exotisches Obst aus tropischen bzw. subtropischen Ländern problematischer als heimisches, wenn es um die Entwicklung von Nahrungsmittelallergien bzw. –intoleranzen geht? Dafür gibt es eine Antwort, die Sie womöglich verblüffen wird: die meisten „Exoten“ haben ein ähnliches Nährstoffprofil, aber eine andere Mengenverteilung der Nährstoffe als heimische Obstsorten. Zieht man die bereits besprochenen problematischen Anbaubedingungen tropischer Früchte noch einmal ab, gibt es einen Faktor, den man beim Genuss tropischen Obstes unbedingt ins Kalkül ziehen muss: ist die Anlage zu Nahrungsmittelintoleranzen beziehungsweise –Allergien bereits vorhanden, können tropische Früchte diese Anlage verstärken und diese Probleme hervorbringen. Anders

ausgedrückt: falls mit Ihnen von vornherein etwas nicht in Ordnung sein sollte in dieser Richtung, ohne dass es sich bisher an Symptomen bemerkbar gemacht hätte, kann der Verzehr von tropischem Obst zu einem „Auslöser“ für eine Nahrungsmittelallergie oder eine –Intoleranz werden!

Ulmicher
Mein Fazit

Manche Nährstoffe in tropischen bzw. exotischen Obstsorten haben wirklich gesundheitlichen Nutzen, beispielsweise Enzyme. Ob sich dieser Nutzen auch auf die Früchte insgesamt übertragen lässt, kann bezweifelt werden. Die meisten exotischen Obstsorten sind eher Genussmittel als Gesundheits-Booster. Gegenüber heimischen Obstsorten haben Sie nur in bestimmten, eng definierten Bereich gesundheitliche Vorteile. Ihre Herkunft ist nicht immer problemfrei, da der Umgang mit Pflanzenschutzmitteln in tropischen Ländern nicht so sicherheitsorientiert gehandhabt wird wie in Europa oder Deutschland. Als Nahrungsergänzungsmittel angepriesene Beeren wie Goji oder Acai können problemlos durch heimisches Beerenobst wie Heidelbeere ersetzt werden - zu einem deutlich geringeren Preis, aber mit ähnlichem gesundheitlichen Nutzen!

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