Was ist gesünder: Partnerschaft oder Singledasein?

Gesunde Partnerschaft

In der Gesundheitspresse herrscht ein überraschend einhelliger Tenor: in einer Partnerschaft zu leben ist gesünder als das Singledasein. Das entnimmt man jedenfalls immer wieder entsprechenden Artikeln.

Es stellt sich natürlich erstens die Frage: gesund im Verhältnis zu was? Es gibt von Partnerschaft zu Partnerschaft Unterschiede, aber auch Singles empfinden und leben Ihr Dasein äußerst unterschiedlich (gesund). Der / die Eine mag jede „Party mitnehmen“, was natürlich langfristig nicht sonderlich gesund ist, in Bezug auf Schlafenszeiten und Alkohol schon mal gar nicht. Der Andere ist still und zieht sich eher zurück und neigt zu Introversion. Dann hängt natürlich wiederum viel davon ab, ob jemand unter Einsamkeit leidet oder sich gehen lässt.

In den meisten Fällen hat längerfristige Bindungslosigkeit sicherlich einige ungesunde Aspekte. Ob das Singledasein per se ungesund ist, kann aber daraus nicht hergeleitet werden.

Auch in der Partnerschaft kann man sicherlich nicht pauschalisieren…

Was macht die Bindung an einen geliebten Menschen gesund?

Es steht ganz sicher fest, dass einem eine gute Partnerschaft auf viele Arten Halt gibt. Bindungslosigkeit hat zwar nicht automatisch immer Zügellosigkeit zur Folge, aber oft ist es tatsächlich so, dass sich die Gesundheits-Komponente einer Partnerschaft nicht nur auf Erotik und Sexualität beschränkt.

In über 90 % der Partnerschaften ist es so, dass der gesünder lebende Partner den anderen „mitreißt“. Wenn der Mann oder die Frau sportlich aktiver ist oder sich mehr um seine bzw. ihre Ernährung kümmert, wird sich der Partner mit hoher Wahrscheinlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes eine Scheibe abschneiden. Funktioniert dies schon zu Beginn einer Partnerschaft nicht, ist die Partnerschaft mit Sicherheit nichts „für die Ewigkeit“, wie man so schön sagt.

Nur selten kommt es vor, dass sich der gesünder lebende Partner vom weniger gesund lebenden Partner manipulieren lässt. Gesund lebenden Menschen sind in ihren Bemühungen meist das entscheidende Quäntchen „entschlossener“.

Gesunde Partnerschaft: sie stärkt das Immunsystem!

Die zweite wichtige Komponente einer gesunden Partnerschaft ist, so banal das klingt, der Austausch von Körperflüssigkeiten. Allein beim Küssen wandern rund 80 Millionen Bakterien von Mund zu Mund. Es gibt nicht umsonst den schönen Spruch: Liebe ist das einzige, was sich vermehrt, wenn man es teilt - und Bakterien!

Der Kontakt mit Bakterien aber stärkt unser Immunsystem. Er koordiniert die lymphatische Abwehr.

Das trifft natürlich auch und erst recht auf Sex zu.

Die psychologische Komponente einer gesunden Partnerschaft

Wir leiden alle ab und zu mal unter Stress. Wenn man sich mit diesem Stress einem Partner anvertrauen kann - dazu bedarf es nur weniger Worte, sondern einfach mal eines „in den Arm Nehmens“ – fühlen wir uns gleich entspannt und entlastet. Alltagsstress kann uns so weniger anhaben.

Auch bei Sorgen und Ängsten kann man in einer gesunden Partnerschaft Halt finden. Und: wenn ein Partner mal nicht so „kann“, wird der andere ihn aufbauen.

Wann eine Partnerschaft auf einmal gar nicht mehr so gesund ist

Aber eine Partnerschaft ist nicht immer gesund. Es gibt zwei Typen von Partnerschaften, die überhaupt nicht gesund sind. Der erste Typ: eine Partnerschaft, die durch Gleichgültigkeit geprägt ist. In diesem Fall vegetiert man mehr oder weniger nebeneinander her und das einzige, was man sich wirklich noch teilt, ist die Wohnung bzw. das Haus.

Die zweite ungesunde Partnerschaft entsteht dann, wenn ein überdominanter Partner den anderen überfordert, im zum Beispiel mehr Belastungen aufgebürdet, als dieser (er)tragen kann. Das betrifft Frauen genauso wie Männer. Männer laden ihre emotionalen Belastungen aus dem Alltag ziemlich rücksichtslos bei der Frau ab oder Frauen stellen Forderungen und spannen einen körperlich oder geistig hart arbeitenden Mann noch über Gebühr im Haus / in der Wohnung ein.

Dann hängt natürlich viel von der Belastbarkeit des Partners ab. Probleme entstehen da, wo ein Partner immer den Willen des anderen nachgibt - obwohl ihm sein Gefühl in Wirklichkeit etwas anderes sagt.

Partnerschaften: Zusammenhalt oder Trennung ob der Gesundheit willen?

Dies ist ein besonders schwieriges Thema. Oft ist es so, dass länger bestehende Partnerschaften durch Gemeinsamkeiten / ein gemeinsames Ziel zusammengehalten werden. Das ist ein stärkeres Band als die erste Verliebtheit, die sowieso irgendwann geht. Aber oft entwickeln sich Paare mit den Jahren auch einfach (und schleichend) auseinander. Es herrscht immer mehr unausgesprochene Unzufriedenheit in der Partnerschaft. Diese Unzufriedenheit belastet und erzeugt eine Art von innerem Stress oder Druck, der sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann.

Problematisch kann eine Partnerschaft auch dann werden, wenn beide Partner sensibel sind und einem zunehmenden Druck von außen ausgesetzt werden. Wenn sie diesem nicht Herr werden, lassen Sie unter Umständen den Frust am Partner aus. Bei sensiblen Partnern eine ungeheuer belastende Situation.

Ebenso kann natürlich auch eine Krankheit die Bindung zwischen zwei Partnern entweder verstärken oder Schwächen. Auch hier ist es vorteilhaft, wenn der gesunde Partner den Kranken „mitreißt“ und aufbaut. Es ist jedenfalls die bessere Variante, als wenn der Kranke Partner den gesunden schwächt und herunter zieht.

Ulmicher
Mein Fazit

Sind Menschen in einer Partnerschaft gesünder als alleinstehende Menschen? Um dies beurteilen zu können, sollte man sich von der oberflächlichen Betrachtung des „zügellosen Singledaseins“ und der „haltgebenden Partnerschaft“ lösen und die individuelle Situation betrachten. Auch in einer Partnerschaft können beide Parteien gesundheitlich leiden, während ein Alleinstehender sich gesundheitlich zu ungeahnten Höhen beflügeln kann - wenn er sich die Motivation von außen holt!

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