Wie Sie mit Glutamin Ihren Darm und Ihre Gesundheit schützen!

Glutamin

Was ist Glutamin? Glutamin, oder genauer gesagt: L-Glutamin, ist eine Aminosäure. Aminosäuren sind die kleinsten Bausteine von Eiweiß. Es gibt auch Aminosäuren, die keine Bausteine von Eiweiß sind, aber das ist hier nicht das Thema.

Aminosäuren benötigt der Körper, um bestimmte Stoffwechselfunktionen zu vollziehen. Dabei gibt es Aminosäuren, die unbedingt von außen zugeführt werden müssen. Diese nennt man essentielle Aminosäuren. Dann gibt es wiederum solche, die aus anderen Aminosäuren hergestellt werden können. Diese nennt man nicht-essentiell.

L-Glutamin ist eine nicht-essentielle Aminosäure. Dennoch kann der menschliche Körper von dieser Aminosäure als Nahrungsergänzung profitieren. Und zwar nicht nur, wie man annehmen sollte, für Sportler und Muskelwachstum…

 

Zunächst: was kann l-Glutamin für Sportler tun?

Wer über eine Zeitspanne von länger als 1 Stunde trainiert - und dies regelmäßig - kann von der Einnahme von Glutamin profitieren. Der Körper baut bei anstrengendem Training jenseits von 1 Stunde Dauer Glutamin ab, und Glukose zu gewinnen bzw. teilweise auch andere Aminosäuren. Bei notorisch übertrainierten Sportlern wurden erniedrigte Glutamin-Werte gemessen.

Wer also regelmäßig länger als 1 Stunde (hart) trainiert, profitiert von einer Nahrungsergänzung mit Glutamin.

Allgemein nimmt man an, dass sie Nahrungsergänzung mit L-Glutamin die Leistung der Muskulatur verbessert, das Muskelwachstum fördert und Muskelschmerzen im Anschluss an ein Training reduziert. Das ist leider nur teilweise richtig. Aus der Studienlage geht hervor, dass es dazu mit verzweigtkettigen Aminosäuren oder mit Molkenprotein kombiniert werden muss. Die üblichen Mengen der Nahrungsergänzung liegen dabei pro Tag zwischen 3-6 g.

L-Glutamin: was kann es für das Immunsystem tun?

Glutamin eignet sich als Nahrungsergänzung durchaus nicht nur für Sportler und Bodybuilder. Patienten mit einer Verletzung, einer offenen Wunde oder Verbrennungen können von der Einnahme von L-Glutamin profitieren. Hier fördert die Aminosäure die Eigenschaften von B- & T-Lymphozyten, die es ermöglichen, die akute Situation zu entschärfen und außerdem die Regenerationszeit des betroffenen Gewebes verkürzen.

L-Glutamin verbessert auch die Wundheilung. Untersuchungen mit Ratten haben ergeben, dass L-Glutamin im Bereich der Wunde deutlich reduziert ist. Daraus ergibt sich im Umkehrschluss ein erhöhter Bedarf an dieser Aminosäure, wenn es um die Wundheilung geht. L-Glutamin kann zu diesem Zweck mit Vitamin B5 kombiniert werden.

Glutamin bei Krebs ist ein zweischneidiges Schwert. Aus einigen Studien geht hervor, dass eine Nahrungsergänzung mit Glutamin das Zellwachstum bei Krebs fördert, auf der anderen Seite hilft es, den Verdauungstrakt vor den Auswirkungen der Chemotherapie zu schonen und reduziert die Nebenwirkungen des mit Chemotherapie bzw. Bestrahlung zwangsläufig verbundenen Eiweißabbaus im Körper. Einige Studien haben gezeigt, dass Patienten unter einer langfristigen Chemotherapie weniger stark abgemagerten, sobald sie Glutamin zu sich nahmen.

Zu guter Letzt: was kann L-Glutamin für den Darm tun?

Glutamin ist sozusagen der Kraftstoff für die Zellen des Dünndarms. Glutamin fördert das Zellwachstum, die Zellproduktion und ist ein entscheidender Faktor, wenn es um die Aufnahme und den Transport von Nährstoffen im Darm geht.

L-Glutamin wird in Tagesdosierungen bis zu 10 g täglich von Patienten mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und verschiedenen, unspezifischen Darmbeschwerden eingenommen. Es verbessert die Darmfunktion beim Leaky-Gut-Syndrom, also einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut.

Es gibt einige Hinweise darauf, dass L-Glutamin den regulären Ablauf der Peristaltik fördert, zum Beispiel nach Operationen am Darm. Diese Hinweise sind nicht gesichert, deuten aber auf eine sinnvolle Nahrungsergänzung etwa nach der Entfernung von Darmabschnitten hin.

Was hat L-Glutamin mit Glutamat zu tun?

L-Glutamin ist, wie gesagt, eine Aminosäure. Glutamat ist das Salz der Aminosäure. Die bekannteste Form ist das Natriumglutamat, häufig auch abgekürzt MSG (aus dem Englischen für Monosodiumglutamat). Dieses wiederum hat als Nahrungsmittelzusatzstoff einen schlechten Ruf erhalten. Es ist verantwortlich für das so genannte China-Restaurant-Syndrom, eine nicht allergische Form der Glutamat-Unverträglichkeit. Typische Symptome sind Mundtrockenheit, Taubheitsgefühl, Neuralgien, Kopfschmerzen, Hitzegefühl, Verkrampfung und Versteifung von Muskelpartien. Selten kommt es auch zu plötzlichen Durchfällen. Oft ist das China-Restaurant-Syndrom mit einer starken Rötung der Haut verbunden.

L-Glutamin: kann eine Nahrungsergänzung auch Nebenwirkungen haben?

Alles hat seine Grenzen und seinen Preis. L-Glutamin ist als Nahrungsergänzung nicht für jeden empfehlenswert. Hier sind einige typische Nebenwirkungen, die jedoch relativ selten auftreten:

  • Glutamin sollte nicht zusammen mit anderen Aminosäuren eingenommen werden, da ist die Aufnahme andere Aminosäuren behindert
  • wer langfristig Glutamin als Nahrungsergänzung einnimmt, sollte beim Absetzen aufpassen: der Organismus reduziert langfristig gesehen die Bildung von eigenen Glutamin, so dass es zu einer Art Entzugserscheinung kommen kann. Dabei wird verstärkt Stickstoff im Körper gebildet.
  • Die Entgiftung insbesondere von Ammoniak-Verbindungen wird unter der Einnahme von Glutamin behindert. Auch für den Säure-Base-Haushalt hat sich die Einnahme von Glutamin nicht als vorteilhaft erwiesen. Unter hoher, langfristiger Dosierung von Glutamin neigt der Organismus zu Übersäuerung
  • in einigen Individuen kann Glutamin die Immunantwort beeinträchtigen und das Krebswachstum fördern. Hier handelt es sich jedoch eventuell um langfristige Effekte.
Ulmicher
Mein Fazit

Wie so viele Aminosäuren, ist auch L-Glutamin recht vielseitig als Nahrungsergänzung. Nicht nur für Sportler ist es interessant. Vor allen Dingen für Menschen, die mit dem Darm Probleme haben, lohnt sich L-Glutamin als Nahrungsergänzung. Vereinzelt können Morbus Crohn-Patienten damit Ihre entzündlichen Symptome reduzieren. Ein weiterer sinnvoller Einsatzzweck ist bei Wundheilung und zur Kontrolle der Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung. Dabei ist allerdings zu beachten, dass L-Glutamin die Krebsbildung grundsätzlich eher fördert. Es ist damit eher eine Nahrungsergänzung für die akute Situation.

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