Ist Glyphosat wirklich ein gefährliches Gift?

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Es ist kaum zu übersehen: geht es um Gesundheit und Umwelt, ist aktuell ein Thema absolut dominierend: soll das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat erneut zugelassen werden oder sollte es verboten werden?

In der EU wird aktuell über dieses Thema diskutiert bzw. sogar gestritten. Ja, es gibt kaum ein Thema, das in der letzten Zeit so viele Kontroversen heraufbeschwört hat wie dieses. Glyphosat wird in der Öffentlichkeit, in den Medien, in der Wissenschaft und in verschiedenen Institutionen und Behörden heiß diskutiert.

Der Vorwurf von Gegnern dieses Unkrautvernichtungsmittel lautet: Glyphosat hat eine für den Menschen giftige Wirkung, reichert sich an und ist ab einer bestimmten Menge krebserregend. Viele Behörden und offizielle Institutionen sehen dies allerdings anders. Ausgerechnet in der heißen Phase um die Diskussion einer Wiederzulassung kommt die Weltgesundheitsorganisation mit einer Studie daher: Glyphosat sei nicht krebserregend!

Und das, obwohl gerade mal ein gutes Jahr zuvor die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Kommission der Weltgesundheitsorganisation, zu dem Verdacht gekommen ist, dass Glyphosat krebserregend sein könnte.

Glyphosat - was ist das eigentlich genau?

Glyphosat zählt chemisch gesehen zur Verbindung der so genannten „Phosphonate“. Eventuell sind Sie mit der Medikamentengruppe der so genannten „Bisphosphonate“ vertraut. Das sind Medikamente, die zur Behandlung von Osteoporose eingesetzt werden. Sie machen leider durch schwere Nebenwirkungen auf sich aufmerksam. Die chemische Struktur zwischen diesen beiden Stoffen ist zwar verwandt, aber eher entfernt.

Glyphosat zählt zur Gruppe der „Breitbandherbizide“, oder etwas laienhafter ausgedrückt: Unkrautvernichtungsmittel. Es wird vor der Aussaat der Nutzpflanzen auf den Feldern ausgebracht. Dadurch kann Unkraut nicht zum Keimen und Wachsen kommen. Bei der Aussaat der Nutzpflanzen werden diese nicht durch das Unkraut beeinträchtigt. Es gibt auch Getreidearten, die durch Genmanipulation gegen Glyphosat resistent sind. Hersteller ist in beiden Fällen - was nicht erstaunt - der Großkonzern Monsanto.

Glyphosat - aktuelle Kontroversen über die Wiederzulassung

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist seit etwa Mitte der Siebzigerjahre im Einsatz. Die Zulassung für dieses Mittel läuft Ende Juni in Europa aus. Derzeit streitet man um eine Wiederzulassung.

Die SPD spricht sich aktuell in Deutschland gegen eine Wiederzulassung aus, wobei Deutschland an sich die Wiederzulassung prinzipiell befürwortet. Viele private Initiativen und Vereine sprechen sich entschieden gegen eine Wiederzulassung aus. Auch Umweltschutzverbände sowie Verbraucherschutzverbände wie z.B. BUND (= Bund für Umwelt und Naturschutz) nehmen in der Öffentlichkeit eine Position gegen die Wiederzulassung ein.

Was macht Glyphosat problematisch?

Es sind verschiedene Punkte, die das Unkrautvernichtungsmittel problematisch machen:

  • Es wird nur sehr langsam abgebaut
  • es wurde in verschiedenen Lebensmitteln und in der Muttermilch gefunden
  • aktuell dürfte bei mindestens 50 %, wenn nicht mehr, der deutschen Bevölkerung, Glyphosat im Urin nachweisbar sein
  • Glyphosat drängt auf den Feldern die Artenvielfalt der Pflanzen und damit indirekt auch der bestäubenden Insekten zurück.
  • Laut der Veterinärmedizinerin Monika Krüger kann Glyphosat einen negativen Einfluss auf die Darmflora von Geflügel und Nutztieren haben
  • in Argentinien wurde in einem Gebiet, in dem Glyphosat großflächig eingesetzt wird, ein deutliches Ansteigen der Krebsraten unter Kindern beobachtet

Die ernsthaft gesundheitsgefährdenden Wirkungen, die sich in vereinzelten Studien zeigen, werden von offiziellen Stellen und Behörden dementiert.

Glyphosat: gibt es Gründe, der offiziellen Meinung zu misstrauen?

Natürlich könnte man jetzt daher gehen, sich auf die neueste Studie der Weltgesundheitsorganisation berufen sowie erleichtert feststellen: „Alles halb so wild!“ Doch es gibt einige handfeste Gründe, den offiziellen und behördlichen Stellungnahmen zum Thema Glyphosat zu misstrauen. Hier die wichtigsten:

  • Viele Stoffe wurden in der Vergangenheit als nicht giftig und nicht gesundheitsgefährdend klassifiziert. Bis sich schließlich herausstellte, dass diese Substanzen eine langfristige, zum Teil erheblich gesundheitsgefährdende Wirkung ausüben.
  • Zwar liegen die in verschiedenen Studien genommenen Stichproben fast alle unter den derzeit gesetzlich festgelegten Grenzwerten. Doch gesetzliche Grenzwerte sind Schall und Rauch. Unterschiedliche Personen reagieren völlig unterschiedlich auf eine bestimmte Menge des gleichen Stoffs. Dies hängt viel mit der Sensibilität und der gesundheitlichen Vorgeschichte zusammen. Genauso, wie eine Person ein Pfund Erdbeeren essen kann und keine Probleme damit hat und eine andere Person nach einer einzigen Erdbeere einen Erstickungsanfall bekommt, trifft dies auch auf viele Umweltchemikalien zu: nicht nur die Dosis macht das Gift, sondern ein-und dieselbe Dosis hat bei zwei verschiedenen Personen völlig unterschiedliche Auswirkungen.
  • Auch wenn viele Wissenschaftler und Gesundheitsexperten sich dies heute einbilden: wir wissen heute immer noch bei weitem nicht alles über den menschlichen Stoffwechsel. Wir wissen nicht, wie welche Substanz im Körper wirkt, sich dort anreichert und eventuell langfristig Veränderungen - zum Beispiel im Hormonhaushalt - auslöst. Und natürlich nicht zuletzt:
  • Zufall oder nicht? Warum erscheint ausgerechnet jetzt eine Studie der Weltgesundheitsorganisation, nach der Glyphosat nicht gesundheitsgefährdend sein soll? Und dies ausgerechnet einige Wochen, bevor die Zulassung ausläuft? Gibt es hier eventuell irgendwo Interessenkonflikte?

Glyphosat - wie kann man sich davor schützen?

Der beste Schutz vor Glyphosat, aber auch vor anderen Unkrautvernichtungsmitteln ist, zu jeder sich bietenden Gelegenheit auf biologisch erzeugte Lebensmittel zurückzugreifen. Denn Glyphosat und Konsorten sind in der ökologisch-biologischen Landwirtschaft verboten!

Ulmicher
Mein Fazit

Eine Studie mit dem Ergebnis: „alles in Ordnung!“ - Kurz vor Auslauf der Zulassung von Glyphosat? Es gibt den berühmten Satz: „ich rieche da eine Ratte.“ Die Weltgesundheitsorganisation hat bereits vor einigen Jahren beim Thema „Schweinegrippe“ einen herben Vertrauensverlust mit ihren Entscheidungen erlitten. Für den Verbraucher mein Ratschlag: „Trau, schau, wem!“ Versuchen Sie, Ihre Gesundheit zu schützen. Biologisch-dynamisch erzeugte Lebensmittel, die möglichst wenig verarbeitet sind, sollten dabei ganz oben auf Ihrer persönlichen Liste stehen!

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