Haarausfall beim Mann – Was sind die Ursachen?

Haarwuchsmittel

Wenn Sie heute an einem durchschnittlichen Nachmittag, an dem es nicht regnet, durch eine belebte Innenstadt mindestens mittlerer Größe gehen, wird Ihnen vielleicht etwas auffallen - oder auch nicht. Es dreht sich hier alles um die (jungen) Herren der Schöpfung. Mit jung meine ich in etwa zwischen Mitte 20 und Anfang 40. Wenn diese Generation an jungen Männern hatte ein (nicht mehr) auffallendes Problem: Haarausfall bzw. Glatzenbildung.

Um die Glatzenbildung der relativ jungen männlichen Generation ranken sich zahlreiche Mythen ebenso wie Kosmetika. Ich möchte an dieser Stelle zunächst einmal mit dem größten Mythos aufräumen:

Haarausfall beim Mann – eine Folge von „viel Testosteron“?

Kennen Sie „Fitness-Youtuber“? Das sind Männer, die Filme über sich drehen, auf ihren eindrucksvollen Bizeps deuten und sagen, dass ihr Haarausfall wohl mit Ihrem trainings- und ernährungsbedingt erhöhten Testosteronspiegel zu tun habe.

Ich habe mir ein solches Video einmal angeschaut und muss sagen, dass ich selten so herzlich gelacht habe.

Hätte ich selbst ein Youtube-Konto, hätte ich wohl einen Link auf den Film „Pumping Iron“ mit Arnold Schwarzenegger gepostet und gefragt, ob die Bodybuilder von vor 40 Jahren so viel weniger Testosteron hatten als die modernen Bodybuilder.

Nein, früher Haarausfall bei jungen Männern ist ein Problem, dass exzessiv erst in den achtziger Jahren begann. Und im Übrigen auch viele Männer betrifft, die nicht gerade vor Testosteron strotzen.

Haarausfall - was hören Sie beim Arzt zu diesem Thema?

Wenn Sie mit einer bedenklich lichten Stirn den Weg zum Arzt nehmen, wird dieser mit Ihnen ein großes Blutbild machen, Sie wahrscheinlich für vollkommen gesund erklären und sagen, der Haarausfall habe mit Erbanlagen und Hormonen zu tun.

Nun, für Ihre Erbanlagen können Sie ja nichts. Hormone? Es gibt einige gesundheitlich nicht unbedingt unbedenkliche Präparate, die gegen den Haarausfall vorgehen und eventuell sogar einen gewissen Erfolg bringen. Für diesen Erfolg zahlen Sie allerdings einen Preis: Ihr Hormonhaushalt wird empfindlich gestört; Potenzstörungen, Stimmungsschwankungen und Depressionen sind mögliche Nebenwirkungen. Diese Nebenwirkungen sind zwar nicht allzu häufig, aber leider nicht selten genug, dass man diesen Präparaten wirklich Unbedenklichkeit attestieren könnte.

Haarausfall - das sind die tatsächlichen Ursachen!

Nach dem Durchforsten einiger Literatur und natürlich der Beobachtung meiner (männlichen) Patienten bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass ein veränderter Hormonhaushalt und die Erbanlagen jeweils etwa 15-20 % zu Haarausfall beitragen. Ich möchte mich daher nun den verbliebenen 60-70 % des Problems widmen.

Ein wichtiges Thema ist der in der Naturheilkunde viel diskutierte Säure-Base-Haushalt. Ich möchte an dieser Stelle nicht so sehr von Fleisch, vegetarisch oder vegan reden. Je nach Stoffwechseltyp kann eine überschaubare Menge tierischen Eiweißes durchaus gesund sein, auch wenn es nicht für jeden empfehlenswert ist. Allerdings hat sich gerade in den letzten 30-40 Jahren der Konsum an Stoffen drastisch erhöht, die sich direkt oder indirekt auf die Schilddrüse auswirken oder den Säure-Base-Haushalt viel dramatischer verändern als „vernünftige“ Mengen tierischen Eiweißes (vernünftig bedeutet hier: überschaubar!):

Jodsalz, Zucker, Weißmehl, Alkohol, Energydrinks, Kaffee und koffeinhaltige Nahrungsmittel, Softdrinks und alle Nahrungsmittel, denen phosphathaltige Zusatzstoffe beigefügt wurden. Und Fastfood sowie „Convenience Food“ - oder etwas weniger vornehm ausgedrückt: Essen aus der Tüte. Schnell, einfach, Mikrowelle.

Dazu kommen Medikamente, die von ihrer Wirkung her direkt oder indirekt den Haarausfall begünstigen: beispielsweise Acetylsalicylsäure und ihre Derivate, Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac und andere Schmerzmittel, natürlich Krebsmedikamente (Zytostatika), bestimmte Antibiotika, Hormone (Cortison!), psychisch wirksame Medikamente, bestimmte Herz-Kreislauf-Medikamente und – Sie werden es kaum glauben – verdauungswirksame Präparate wie beispielsweise Antacida, also magensafthemmende Mittel.

Der Konsum dieser Nahrungsmittel bzw. Medikamente war vor 40 Jahren noch recht überschaubar, jetzt ist er es nicht mehr. Niemals in der Geschichte der Menschheit haben sich unsere Ernährungsgewohnheiten so dramatisch verändert, wie im letzten halben Jahrhundert.

Bei Haarausfall brauchen Sie mehr von diesen Nahrungsmitteln und Nährstoffen!

Ein hohes Angebot an einem breit gefächerten Mineralstoffgemisch, wobei der Akzent auf den Spurenelementen liegen sollte. Und auf Vitaminen, von denen einige nur in geringen Mengen benötigt werden, aber ohne die gar nichts geht: Coenzyme beispielsweise. Hier die Wichtigsten:

Eisen, Zink, Selen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Chrom (organische Form), Vitamin B7 beziehungsweise Vitamin H, Folsäure, Kieselsäure, die Vitamine B1-6, Coenzym Q10, Magnesium, Calcium und Kalium sowie Vitamin C. Wenn Sie Ihr Haupthaar erhalten wollen, sorgen Sie dafür, dass dies Elemente reichlich in Ihrer Ernährung vorhanden sind. Dazu sollten Sie essen:

    • grünes Blattgemüse
    • Bananen (biologisch)
    • Mandeln und Walnüsse
    • Kokosmilch und –Fett
    • Fleisch aus artgerechter Aufzucht
    • Alle möglichen Kräuter und Gewürze
    • Vollkornreis
    • Brokkoli
    • Rote Beete
    • Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren
    • Buttermilch

Wenn Ihre Ernährung zu einem großen Teil aus diesen Nahrungsmitteln besteht (zusammen mindestens zwei Drittel) und noch ungefähr so aufgeteilt ist, dass 75% der Nahrungsmittel auf dem Teller pflanzlichen und 25% tierischen Ursprungs sind, haben Sie quasi die Idealernährung für „Schönheit“ – das betrifft Haut, Haare und Nägel.

Dazu sollten Sie reichlich trinken - nämlich Wasser!

Haarausfall: worauf sollten Sie sonst noch achten?

Ich habe hier noch eine kleine Checkliste für Sie zusammengestellt mit Punkten, die Sie unbedingt beachten sollten, wenn Sie das Thema Haarausfall betrifft:

  1. Achten Sie auf Ihre Schilddrüse. Vor allen Dingen wenn Sie innere Unruhe oder ein durch wachsender Schlaf plagen, sollten Sie Ihre Schilddrüse überprüfen lassen.
  2. Versuchen Sie, einmal am Tag kurz ins Schwitzen zu kommen. Optimal hierfür ist Intervall-Training: mehrere kurze Momente, in denen Sie sich mit Bewegung verausgaben, unterbrochen durch zwei- bis dreiminütige Pausen
  3. Aktivieren Sie das lymphatische System: die Lymphpumpe auf dem Minitrampolin oder mit etwas kaltem Wasser in der Badewanne
  4. Nehmen Sie Mineralstoffe zu sich, wenn Sie saunieren oder anstrengenden Sport betreiben. Achtung: kein „Basenpulver“ sondern ein mineralisierendes Präparat, möglichst angereichert mit Spurenelementen – oder z.B. grüne Smoothies – am besten vor dem Training / der Sauna
  5. Drei Monate all diese Punkte konsequent beachtet, und der Haarausfall geht weiter? Machen Sie einen Checkup bezüglich Ihres Hormonspiegels (und vergessen Sie die lächerliche Geschichte: Männer mit frühem Haarausfall = mehr Testosteron = besserer Liebhaber, es stimmt ganz einfach nicht!!!)
  6. Ein Algenpräparat (Spirulina oder Chlorella) enthält sehr konzentriert Nährstoffe und entgiftet den Darm – kombinieren Sie es mit asiatischen Gewürzen: Galgant, Kurkuma, Ingwer (nicht zu den Kapseln, sondern zum Essen)
  7. Kleine Haarwuchsrezeptur von mir: Absud von frischen Birkenblättern, gemixt mit Basensalz und Bierhefe, abends ca. 10 Minuten in die Kopfhaut einmassieren

Wenn Sie all diese Punkte beachten, sollte Ihr „Haarproblem“ zumindest nicht weiter fortschreiten. Damit sich Ihr Haar allerdings wieder erholen kann, müssen Sie viel Geduld walten lassen. Binnen einiger Wochen ist das Problem nämlich nicht zu beheben. Eventuell können auch eine Diagnose und eine Therapie bei einem Umweltmediziner weiterhelfen.

Ulmicher
Mein Fazit

Frühzeitigen Haarausfall bei Männern allein auf Erbanlagen und hormonelle Probleme zu reduzieren, ist in Anbetracht der „Modernität“ dieses Problems ein wenig lächerlich. Es gilt ebenso, die Versorgung mit essenziellen Nährstoffen, den Säure-Base-Haushalt sowie eventuell vorhandene umweltmedizinische Belastungen zu beachten!

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