Erhöhen Handys das Risiko für Gehirntumoren?

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Diese Hypothese zettelt eine der größten Kontroversen im Gesundheitsbereich an: Erhöhen Handystrahlen das Risiko für Gehirntumoren? Auf einschlägigen Artikeln lesen wir ein ebenso leidenschaftliches „Ja“ bei naturheilkundlich und alternativmedizinisch denkenden Menschen wie ein „Nein“ bei Medizinern und Wissenschaftlern.

Handystrahlen - harmlos oder gefährlich?

Ähnliche Diskussionen entbrennen regelmäßig, wenn es um Mikrowellenstrahlung geht. Technische Strahlung steht im Kreuzfeuer der Kritik. Mittlerweile warnen auch Mediziner und Wissenschaftler davor, das „Handy“ zu oft oder zu lange zu nutzen. Aber was ist an der Hypothese mit den Gehirntumoren dran? „Top-Gesundheitstipps“ ist der Frage nachgegangen.

Handys: intensives Wärmegefühl bei langen Telefonaten

Eventuell haben Sie es bereits beobachtet: wenn Sie über einen längeren Zeitraum mit dem Mobiltelefon telefonieren, werden Ohr und Kopf heiß. Es genügen meist 10 Minuten. Gleichzeitig liest man dann und wann Artikel, deren zufolge exzessives Telefonieren mit dem Mobiltelefon das Krebsrisiko im Gehirn erhöhen soll. Für viele Heilpraktiker und andere alternativmedizinisch denkende Therapeuten ist dies ein klares Signal: Handystrahlung schadet dem Gehirn.

Auf der anderen Seite liest bzw. hört man immer wieder: Entwarnung. Aber wonach soll man sich richten? Und vor allen Dingen: was sollte man beim mobil telefonieren beachten?

Handystrahlen und Gehirntumoren - ist ein direkter Zusammenhang möglich?

Dass Handystrahlen Gehirntumoren erzeugen, ist physikalisch schlecht vorstellbar. Immerhin handelt es sich bei dieser Art der technischen Strahlung nicht um eine so genannte „ionisierende“ Strahlung, also Strahlung, die „radioaktiv“ wirkt. Das bedeutet, dass die technische Strahlung Zellgewebe nicht direkt schädigen kann. Ein direkter Zusammenhang nach dem Motto: mehr Telefonate -> höheres Risiko für Gehirntumoren kann eigentlich relativ sicher ausgeschlossen werden.

Aber damit ist noch lange keine Entwarnung gegeben. Die Strahlung eines Mobiltelefons schädigt zwar nicht direkt Zellen, kann aber indirekt zu Schäden führen. Für das Krebsrisiko ist dieser Zusammenhang nicht direkt nachgewiesen, für andere Umstände aber schon. Während ich diese Zeilen schreibe, erblickte gerade eine taufrische Studie aus Virginia das Licht der Veröffentlichung: Textnachrichten auf den Smartphone sollen nach dieser Veröffentlichung ADHS-ähnliche Symptome erzeugen bzw. fördern. Dieser Zusammenhang ist ziemlich eindeutig nachgewiesen.

Eine andere, ziemlich frisch veröffentlichte Studie besagt, dass das bläulich schimmernde Licht von Smartphones sowie auch von Laptops abends munter macht und die Dauer bis zum Einschlafen deutlich verlängert sowie das Durchschlafen stört.

Handystrahlung – und ein ziemlich wichtiges Hormon

Ruhe und Schlaf, sowie überhaupt der Tag-Nacht-Rhythmus werden von einem Hormon gesteuert: Melatonin. Dieses Melatonin wird von der Zirbeldrüse erzeugt. Aber Melatonin steuert nicht nur den Tag-Nacht-Rhythmus und gewährt einen gesunden Schlaf. Es hat auch Einfluss auf die Bildung anderer Hormone wie zum Beispiel Testosteron bei Männern. Und vor allen Dingen ist Melatonin ein stark antioxidativ wirkender Stoff. Er hat wichtige Funktionen für das Immunsystem. Melatonin wird gelegentlich sogar begleitend zur Krebstherapie eingesetzt!

Melatonin stärkt das Immunsystem und hemmt Krebswachstum. Außerdem hilft es dem Körper, mit Gift- und Schadstoffbelastungen besser fertig zu werden.

Die Studienlage ist zwar noch etwas dünn. Es deutet jedoch vieles darauf hin, dass die Melatoninproduktion in der Zirbeldrüse durch Mobilfunk im Speziellen sowie technische Strahlung im Allgemeinen beeinträchtigt wird. Die beiden oben genannten Studien mit ADHS und verschlechterter Schlafqualität deuten ebenfalls auf einen Zusammenhang hin.

Handystrahlung: verschlechtert die Melatoninproduktion

Mobilfunkstrahlung verschlechtert die Melatoninproduktion des menschlichen Körpers mit ziemlicher Sicherheit. Die Konsequenzen: schlechteres einschlafen, schlechteres durchschlafen und schlechtere Schlaftiefe. Dadurch verringert sich die Aktivität des Immunsystems. Auch geraten die betroffenen Personen durch die schlechtere Schlafqualität in einen permanenten Stresszustand. Dadurch wird das Immunsystem noch weiter geschwächt.

Viele Menschen klagen heutzutage darüber, dass sie häufig müde und erschöpft sind, Kopfschmerzen haben, häufig erkältet sind und überhaupt viele unklare Symptome mit sich herum tragen. Und das, obwohl sie eine gesunde Lebensweise pflegen. Da die allermeisten von uns permanent und rund um die Uhr technischer Strahlung und Mobilfunkstrahlung ausgesetzt sind, ist ein möglicher Zusammenhang der beeinträchtigten Gesundheit groß.

Es steht zu vermuten, dass die immer häufiger gestellte Diagnose „Burnout-Syndrom“ bei weitem nicht nur mit psychischem Stress auf der Arbeit bzw. in anderen Lebensbereichen in Zusammenhang steht. Wenn die Konzentration, aber auch der Schlaf durch technische Strahlung gestört wird, werden auch moderate Stressbelastungen ein Burnout-Syndrom begünstigen.

Chronischer und langfristiger Stress erhöht das Krebsrisiko

Stress durch Mobilfunk- und technische Strahlung addiert sich sozusagen zum Alltagsstress hinzu. Langfristig erhöht jede Form von Stress die Kortisolausschüttung. Dadurch wird das Immunsystem unterdrückt. Akute Erkrankungen brechen nicht mehr richtig aus, die Entgiftungsmechanismen des Körpers arbeiten nicht mehr mit voller Leistung.

Diese Entwicklung kann langfristig tatsächlich das Krebsrisiko begünstigen.

So lässt sich letzten Endes feststellen: langfristig erhöht massive technische Strahlung das Krebsrisiko tatsächlich. Außerdem ist zu sagen, dass jeder anders auf die technische Strahlung reagiert. Einige Menschen sind sehr sensibel und reagieren relativ schnell mit Symptomen. Andere Menschen sind nicht so sensibel für technische Strahlung und bemerken lange Zeit nichts oder wenig davon. Unabhängig davon erhöht sich der Stress im Stoffwechselsystem aber bei beiden Personen.

Handystrahlung einschränken bzw. so weit wie es geht vermeiden!

Darum sollte man - auch wenn eindeutige Beweise bisher fehlen - die Belastung durch technische Strahlung individuell auf ein Minimum reduzieren. Benutzen Sie das Handy wirklich nur für kurze Gespräche und nur, wenn Sie es unbedingt brauchen. Führen Sie keine längeren Gespräche mit dem Handy durch. Arbeiten Sie spät abends für eine bis 2 Stunden vor dem Schlafengehen nicht mit Handy, Laptop oder Tablet. Verzichten Sie, wenn möglich, in ihrer Wohnung auf W-Lan oder DECT-Telefone (Schnurlose Telefone).

Ulmicher
Mein Fazit

Handystrahlung erzeugt Gehirntumoren - das ist ein bisschen zu einfach gedacht. Dennoch sollte man technische Strahlung grundsätzlich auf das vertretbare Minimum reduzieren. Schalten Sie Handys oder andere elektrische Geräte über Nacht möglichst aus. Nützen Sie das Handy nicht für längere Gespräche, sondern greifen Sie auf ein Festnetztelefon zurück. Arbeiten Sie später abends nicht mit Laptop, Handy oder Tablet!

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