Lippenherpes und was man dagegen tun kann!

Lippenherpes

Er ist eklig, er nervt und er ist weit verbreitet – doch meist ist er harmlos: der Lippenherpes, medizinisch auch als Herpes labialis bezeichnet. Sein wesentlich unangenehmerer und zuweilen auch gefährlicher Bruder Herpes zoster wird wie dieser von Herpesviren (Varizellen) ausgelöst, die auch für die Windpocken verantwortlich sind.

Viele sind mit der „harmlosen“ Variante Herpes simplex infiziert, ausbrechen tut die Krankheit jedoch bei weitem nicht bei jedem.

Lesen Sie jetzt, was die Naturheilkunde für Lippenherpes bereithält – und teilweise auch für die gefährlichere Gürtelrose, wie Herpes zoster auch genannt wird.

Lippenherpes – wie entsteht er und wie groß ist die Verbreitung?

Sage und schreibe 90 % der Bevölkerung tragen das Virus in sich. Die Infektion erfolgt oft schon im frühen Kindesalter. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Nur bei jedem fünften bricht das Virus sich dann und wann in Form von Lippenherpes die Bahn. Warum der Lippenherpes bei einigen Personen ausbricht, bei vielen aber nicht - unter vergleichbaren Bedingungen, wohl gemerkt! - Kann nur zu einem kleinen Teil ergründet werden.

Die Konstellation des Immunsystems spielt sicherlich eine Rolle. Eventuell hat die Frage „Lippenherpes - ja oder nein?“ Auch ein wenig mit der Ernährung zu tun. Es geht um den Stoffwechsel zweier Aminosäuren, die sich in unterschiedlichen Nahrungsmitteln finden. Natürlich reagiert auch jeder anders auf Stress. Wer unter Stress verstärkt das Hormon Cortisol ausschüttet, kann häufiger von Herpes betroffen werden - der Grund ist das geschwächte zelluläre Immunsystem.

Wie macht sich der Lippenherpes bemerkbar?

Der Ausbruch beginnt in aller Regel mit dem klassischen Spannungsgefühl an der Lippe oder genauer gesagt an der Ausbruchstelle. Dazu kann sich ein Kribbeln und Brennen gesellen. Im Anschluss bildet sich das Herpesbläschen aus. Es ist mit Flüssigkeit gefüllt, welche die Viren enthält. Diese Phase dauert in aller Regel 2-4 Tage. Nach den dritten Tag sinkt das Ansteckungsrisiko rapide ab, da die Herpesblase dann keine Viren mehr enthält. Danach leitet sich die etwa eine Woche andauernden Wundheilungsphase ein.

Das Herpesbläschen kann dabei nicht nur an der Lippe auftreten, sondern im Prinzip auch einige Zentimeter darüber oder darunter. Am häufigsten manifestiert sich jedoch an der Lippe. Vom Lippenherpes ist der Genitalherpes zu unterscheiden.

Lippenherpes: wie wird er ausgelöst?

Lippenherpes bricht unter besonderen Stressreizen aus. Dazu gehören:

  • Psychischer Stress, Belastung, Anspannung und Überarbeitung
  • eine latente Erkältung (Belastung des Immunsystems mit Viren)
  • starke Hitze- oder Kältereize, die den Körper in einen Alarmzustand versetzen
  • UV-Strahlung (eher selten, insbesondere dann, wenn der Körper generell empfindlich dagegen ist)
  • hormonelle Schwankungen, zum Beispiel zu bestimmten Zeiten des Zyklus
  • ein allgemein geschwächtes Immunsystem, auch durch die Einnahme von Medikamenten oder systemische Krankheiten
  • Ekel
  • selten: ungewohntes Essen

Wird Lippenherpes medizinisch behandelt? Wenn ja, wie?

Gegen die Viren an sich kann man nichts unternehmen. Ist man einmal damit angesteckt, verbleiben sie im Körper. Symptomatisch kann man gegen die Herpesbläschen antivirale Salben oder auch Pflaster einsetzen. Diese werden nur in den ersten drei Tagen genutzt. Die Virusbehandlung mit Salben ist nicht besonders effektiv, kann aber helfen, die schmerzende Phasen zu verkürzen. Eine systemische antivirale Behandlung des Lippenherpes empfiehlt sich nicht. Systemisch verhandelt werden können schwere Formen der Gürtelrose zum Beispiel bei einer Schwächung des Immunsystems.

Problematisch wird Lippenherpes, wenn er sich sehr häufig manifestiert. Die Behandlung mit Salbe, Lippenstift oder Pflaster bringt die Symptome zwar schneller zum Abklingen, ändert aber nichts an dem grundsätzlichen Problem. Hier sind andere Maßnahmen notwendig.

Hausmittel bei Lippenherpes:

Es muss nicht immer Chemie sein! Einfache Hausmittel helfen, die Beschwerden zu lindern und die Dauer der Erkrankung zu verkürzen. Hier die wichtigsten:

  • Honig: Profis geben immer wieder einen Tropfen kaltgeschlagenen Honig auf das Bläschen. Honig hat antivirale Eigenschaften besonders empfehlenswert: Manuka-Honig!
  • ätherische Öle: Teebaumöl ist effektiv, allerdings recht aggressiv. Ich empfehle das etwas weniger reizende Oregano-Öl. Es wird ganz einfach auf das Bläschen aufgetupft. Sehr gut eignet sich auch Nelkenöl
  • Eine aufgeschnittene, frische Knoblauchzehe, direkt auf das Bläschen gelegt, beschleunigt die Abheilung
  • Grünen Tee trinken: wer täglich 2-3 Tassen grünem Tee trinkt, verkürzt oft die Erkrankungsdauer um bis zu 25 %
  • Backpulver auftupfen: man nehme einen gehäuften Teelöffel Backpulver auf etwa 30 ml Wasser. Kräftig rühren, damit es sich auflöst. Dann tupft man mit einem Wattepad mehrmals täglich die Lösung auf die betroffene Stelle. Dadurch wird vor allen Dingen der Schmerz und das Kribbeln gelindert. Wichtig: jedes Mal einen neuen Pad benutzen, damit nicht noch andere Areale infiziert werden!
  • Süßholzwurzel: man nehme gemahlene Süßholzwurzel und forme mit Wasser eine Paste. Diese Paste sollte dick genug sein, dass man sie wie Schminke auf die betroffene Stelle auftragen kann. Dort 30 Minuten belassen und zweimal pro Tag anwenden!

S-Lippenherpes: das kann man tun, um die Anzahl der Anfälle zu mindern

Neben der Akutbehandlung von Lippenherpes gilt es die langfristige Anfälligkeit für diese Erkrankung im Auge zu behalten. Die folgenden Dinge lassen sich auch bei anderen Formen von Herpes anwenden:

  • Nehmen Sie die Aminosäure L-Lysin als Nahrungsergänzung ein (akut: 1,5 g täglich, langfristig: 0,5 g täglich) und ernähren Sie sich lyinreich, aber argininarm. Lysinreiche Nahrungsmittel mit relativ wenig Arginin sind: Maismehl, Vollmilch, Vollkornreis, Walnüsse, Buchweizen, Erbsen. Besonders argininreich sind hingegen: Kürbiskerne, Pinienkerne, Mandeln, Linsen, Garnelen, Haselnüsse, Edamer, Lachs, Rindfleisch und Eier. Vorsicht: viele Nahrungsmittel, die L-Lysin enthalten, sind auch reich an Arginin!
  • Stärken Sie das zelluläre Immunsystem. Hier gibt es einige interessante Heilpflanzen und -Extrakte:

- „Andrographis“, das Echinacin des fernen Ostens
- Rutin, der Extrakt aus der Weinraute
- Süßholz, wie bereits besprochen,
- Salvestrole, die sekundären Pflanzenstoffe aus dem Wein
- Wermutkraut (nur für die kurmäßige Anwendung zu empfehlen!)

  • Sorgen Sie für ausreichend Vitamin B12, entweder aus Nahrungsmitteln oder als Nahrungsergänzung.
  • Verbessern Sie Ihre Stressresistenz: moderater Sport, Meditation, Yoga und Autogenes Training sind hilfreich, aber auch die Einnahme von „Adaptogenen“, wie

- Schizandra
- Magnesiumthreonat
- L-Theanin (eine Aminosäure aus dem grünen Tee)
- Eleutherococcus (sibirischer Ginseng)
- DMAE und
- Huperzin A

Beobachten Sie sich selbst! Jeder Mensch reagiert anders und jeder Mensch entwickelt unter etwas anderen Umständen Lippenherpes. Wer sehr anfällig ist und einmal oder zweimal pro Monat einen Lippenherpes entwickelt, der sollte nicht nur die Entzündung akut bekämpfen, sondern auch an seinen grundsätzlichen Schwachstellen arbeiten. Dieser letzte Punkt gilt noch mehr für Herpes zoster, auf den sich die systemische naturheilkundliche Therapie ebenfalls mit Erfolg anwenden lässt, vor allen Dingen langfristig.

Andreas Ulmicher
Mein Fazit

Lippenherpes ist meist relativ harmlos. Für die akute Behandlung der Erkrankung gibt es zu den bekannten virushemmenden Mitteln der Medizin etliche natürliche Alternativen. Sollte der Lippenherpes jedoch regelmäßig und unter Umständen häufig auftreten, sollte man sich auch über die Ursachen klar werden und diese entsprechend behandelt!

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