Magenschutz: Alternativen zur Schulmedizin?

Magenschutz

Magenschutz – einseitige Medizin…

Wenn es um das Thema „Schutz der Magenschleimhaut“ geht, sind die Therapiemöglichkeiten in der Medizin relativ schnell ausgereizt. Neben rezeptfreien magensafthemmenden Mitteln stehen noch die so genannten Protonenpumpenhemmer (abgekürzt PPI, aus dem englischen: Proton Pump Inhibitors) zur Verfügung.

Aus Sicht der Naturheilkunde sind wir mit dieser Einseitigkeit allerdings nicht ganz glücklich.

Magenschutz: Magenschmerzen können sehr viele verschiedene Ursachen haben!

Es gibt viele verschiedene Ursachen für Magenschmerzen und mehrere Eskalationsstufen. Das reicht von simplen Reizerscheinungen wie beispielsweise „Reflux“ oder „Sodbrennen“ über eine klassische, akute Magenschleimhautentzündung bis hin zu Magengeschwüren. Zu den Ursachen für diese Beschwerden gehören Stress, Reizmittelmissbrauch (überwiegend Koffein, Alkohol und Nikotin, aber auch Zucker und Fast Food sowie stark gesalzene Nahrungsmittel), eine Infektion mit Helicobacter pylori, eine Verschlusskrankheit des Magenausgangs (Pylorus) oder zu viel ebenso wie zu wenig (!) Magensäure.

Von diesen offensichtlichen Problemen abgesehen gibt es noch weitere, die nicht direkt vom Magen ausgehen. Beispielsweise können Bauchspeicheldrüse und Leber indirekt an Magenproblemen beteiligt sein. Ebenso kann eine Schädigung der Schleimhaut des Dünndarms, das so genannte Leaky Gut Syndrom, eine Belastung mit Medikamenten (wie ASS oder Diclofenac), eine Histaminose und sogar eine Fehlbesiedlung mit schädlichen Darmbakterien die Ursache für Magenbeschwerden sein.

Protonenpumpenhemmer sind beim Magenschutz nicht immer die richtige Antwort!

Allein an der überraschenden Vielfalt von Ursachen für Magenprobleme kann man bereits erkennen, dass der Einsatz von Protonenpumpenhemmern nicht immer die richtige Lösung ist.

Es gibt drei „zwingende“ Indikationen für den Einsatz von Protonenpumpenhemmern:

  • Das „Zollinger-Ellison-Syndrom“
  • Ulcus ventriculi aut duodeni (Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwür)
  • Im Rahmen einer Bekämpfung von Helicobacter pylori (und selbst das ist umstritten!)

Magenschutz falsch verstanden? Protonenpumpenhemmer und ihre Folgen:

„Protonenpumpen“ sind verantwortlich für die Säurebildung im Magen. Sie sorgen für eine Konzentration von H+ - Ionen im Magen, während auf der „anderen Seite“ eine Base entsteht: der so genannte Bikarbonatpuffer. Er ist Teil des Säure-Base-Gleichgewichts im Körper und zudem Basis für die Bildung der Bauchspeicheldrüsen-Enzyme.

Ein Protonenpumpenhemmer schädigt die Protonenpumpen Irreversibel, das heißt, sie führen zum Funktionsverlust. Der Körper bildet daraufhin neue Protonenpumpen aus. Zunächst einmal verhindert ein Protonenpumpenhemmer die Säurebildung im Magen. Dadurch wird der Magen basischer. Vielleicht haben Sie bereits irgendwo einmal gelesen, dass es „gut ist, Basis zu sein“. Auf dem Magen trifft dies allerdings nicht zu.

Der Magen muss sauer sein, um seiner wichtigsten Eigenschaft der Vorverdauung von Eiweiß nachkommen zu können. Ist er dazu nicht in der Lage, können die Bauchspeicheldrüsen-Enzyme das Eiweiß nicht weiter aufspalten, und es gelang unverdaut in tiefe Darmabschnitte.

Vor allen Dingen im Dickdarm wird dadurch das Wachstum schädlicher Darmbakterien gefördert. Es handelt sich um so genannte Fäulnisbakterien. Diese wiederum setzen Stoffwechselprodukte frei, die sowohl die Schleimhaut des Darms als auch die Leber (indirekt) belasten. Unterschwellige Entzündungen, Müdigkeit und Erschöpfung, aber auch Histaminintoleranz, Ekzem, Depression und chronische Infektionsanfälligkeit sind mögliche Folgen.

Der Verdauungstrakt wird in seiner Gesamtheit „zu basisch“. Im Dickdarm ist allerdings ein pH-Wert von 5,8 bis 6,8 notwendig für einen optimalen Ablauf des Stoffwechsels und für eine optimale zusammengesetzte Darmflora. Die genannten Werte sind leicht sauer.

Warum nicht immer die Säure das Problem ist!

Viele Menschen denken, dass sie aufgrund einer „Übersäuerung des Magens“ Magenbeschwerden hätten. Das stimmt aber nur manchmal. Menschen, die über einen längeren Zeitraum Schmerzmittel oder ASS einnehmen mussten bzw. müssen, leiden an Schädigungen der Magenschleimhaut, die normalerweise die Magenwand vor der Säure schützt. Die Folge: Magenschleimhautentzündung oder sogar Magengeschwür!

Viele ältere Menschen leiden - ohne dies zu wissen - an einer Verschlusskrankheit des Magenausgangs, der auch Magenpförtner oder Pylorus genannt wird. Dadurch ist die Magenmotilität - die Beweglichkeit des Magens - gestört, und es kommt zu Verdauungsstörungen, Sodbrennen, saurem Aufstoßen und Schmerz.

Das hat sich in der Naturheilkunde bewährt!

Die vielen verschiedenen Ursachen für Magenbeschwerden müssen auch individuell angegangen werden. Es gibt einen etwas robustem „Test“, mit dem man überprüfen kann, ob tatsächlich (viel) Magensäure vorhanden ist: man löst zwei gehäufte Teelöffel Natron in etwa 100 ml Wasser auf und bringt das Ganze auf einmal. Muss man aufstoßen, reagiert die Säure im Magen mit der Base (Natron): dann ist Säure vorhanden. Bleibt das aufstoßen allerdings aus, muss man - zumindest relativ gesehen - von zu wenig Säure ausgehen.

Etwas aufwändiger ist eine Stuhlanalyse: auch wenn der pH-Wert des Stuhlgangs deutlich über 7,0 liegt und verschiedene Vertreter der oben erwähnten Fäulnisflora deutlich vermehrt auftreten, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit von zu wenig Säure im Magen ausgegangen werden.

Nach dem Ergebnis werden in der Naturheilkunde entweder Säure anregende Stoffe oder die Säureproduktion bzw. den Säureüberschuss dämpfende Stoffe gegeben.

Säure anregend sind zum Beispiel:

  • Enzian
  • Wermut
  • Pepsinwein
  • Natrium chloratum
  • Acidum succinicum

Säure dämpfend sind:

  • Natron / Backpulver
  • Heilerde
  • Robinia pseudoacacia
  • Natrium phosphoricum

Die kursiv geschriebenen Substanzen werden in homöopathischer Potenz ab D6 aufwärts verwendet! Es geht natürlich noch wesentlich mehr Substanzen, aber ich möchte mich zur Veranschaulichung auf einige, wenige beschränken.

Schleimhautaufbau für Magen und Dünndarm

Eine gut entwickelte Dünndarmschleimhaut ohne Leaky Gut Syndrom hat natürlich positive Auswirkungen auf die Gesundheit des Magens. Im Dünndarm gibt es eine gewisse Darmflora, die von der Größenordnung natürlich nicht mit der des Dickdarms vergleichbar ist, hier spielen verschiedene Unterarten von Lactobacillus die entscheidende Rolle. Außerdem helfen Vitamin A, E und Omega-3-Fettsäuren sowie Caprylsäure (eine mittelkettige gesättigte Fettsäure), die Darmschleimhaut wieder aufzubauen - mit positiven Wirkungen auf den Magen.

Motilitätsförderung des Magens

Mit Sicherheit sagen Ihnen das Präparat Iberogast etwas. Solche Bitterstoffe regen die natürliche Magenbeweglichkeit an - besonders im Falle von Verschlusskrankheiten des Magenausgangs bei alten Menschen. Dieser Verschluss kann übrigens „trainiert“ werden. Ein sehr hilfreicher Trick ist das Trinken einer sehr kleinen Menge Zitronensaft im Anschluss an jede Mahlzeit. Dadurch wird der Magenverschlussreflex ausgelöst.

Gelegentlich bestehen bei solchen Problemen auch Blockaden im Bereich der Brustwirbelsäule, welche durch einen guten Physiotherapeuten, Osteopathen oder Chiropraktiker oder mittels der Dorn-Therapie behandelt werden können.

Was ist zu beachten, wenn PPI eingenommen werden müssen?

Erstens, man sollte Protonenpumpenhemmer nicht auf einen Schlag absetzen. Es kommt zu dem gefürchteten „Rebound-Effekt“: einer Verschlimmerung der Symptome. Wenn Sie - aus welchen Gründen auch immer - Protonenpumpenhemmer einnehmen müssen, sollten Sie die folgenden drei Dinge tun:

  • Nehmen Sie ein gutes, medizinisches Darmflorapräparat (Achtung! Angereicherte Joghurts sind nicht ausreichend!)
  • Nehmen Sie immer wieder kleine Mengen Heilerde oder Klinoptolith ein, um den Darm von Stoffwechselgiften schädlicher Darmbakterien freizuhalten und
  • Nehmen Sie ein gutes Leberpräparat, wie beispielsweise Mariendistel oder Artischocke!


Ulmicher
Mein Fazit

Protonenpumpenhemmer gehören zu den Arzneimitteln, die leider viel zu häufig verordnet werden. Vor allen Dingen, da nicht immer eine Übersäuerung des Magens die Ursache für die Magenprobleme ist. Überprüfen Sie, ob eine Einnahme tatsächlich notwendig ist und bekämpfen Sie die vorhandenen Magenprobleme eventuell mit den dargestellten, natürlichen Alternativen. Fragen Sie aber bei ernsthaften Problemen immer einen Arzt oder sonstigen Therapeuten!

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