Natürliche Schlafmittel - Was wirklich hilft!

Natürliche Schlafmittel

Schlafmittel: lieber nicht aus der chemischen Retorte! Baldrian ist in Deutschland eines der beliebtesten pflanzlichen Medikamente zur Förderung des Schlafs. Leider hat die Arzneipflanze nicht gerade eine durchschlagende Wirkung. Auf der anderen Seite: wenn man von extremen hormonellen Entgleisungen oder massiven Schmerzzuständen absieht, die den Schlaf schier unmöglich machen, möchte und sollte man doch lieber auf chemische Schlafmittel verzichten.

Aber was tun? Falls Sie es leid sein sollten, Schafe zu zählen, Baldrian einzunehmen oder einen furchtbar langweiligen Roman zu lesen - was für Möglichkeiten bleiben da noch? Wenn Sie sich nicht stundenlang mit dem Einschlafen quälen wollen und auf wenigstens 7-8 Stunden erholsamen Schlafs kommen möchten, empfehlen sich folgende Wirkstoffe der Natur:

Die 7 besten schlaffördernden Substanzen auf natürlicher Basis!


1

Tryptophan - eine Vorstufe von Serotonin

In leichten Fällen funktioniert dies mit Nahrungsmitteln: zunächst einmal sollten Sie nicht allzu spät essen - möglichst nicht nach 19:00 Uhr (bzw. nach 20:00 Uhr Sommerzeit). Dann kombinieren Sie in einer Mahlzeit bestimmte Arten von Kohlehydraten mit ein wenig Eiweiß. Folgende Kombinationen bieten sich an:

  • Hafer
  • Amaranth
  • Quinoa
  • Diese(s) mit ein wenig Honig

In Kombination mit:

  • Einem kleinen Stückchen Geflügel, beispielsweise Truthahn (nicht mehr als 60 g)

Die andere Möglichkeit ist es, eine Nahrungsergänzung mit „5-Hydroxy-Tryptophan“ einzunehmen. Die optimale Zeit der Einnahme ist etwa 1 Stunde vor dem zu Bett gehen!

2

GABA

GABA ist eine Abkürzung für „Gamma-Amino-Buttersäure“. Das ist ein Stoff, der Nervenrezeptoren besetzt und auf diesem Wege Nervenzellen beruhigt. Es gibt leider eine Einschränkung: zwar gibt es Nahrungsergänzungsmittel, die reines GABA enthalten. Allerdings passiert reines GABA nicht so gut die Blut-Hirn-Schranke und ist daher für eine Nahrungsergänzung nicht empfehlenswert. Daher sollte man versuchen, dem Organismus die Vorstufen für GABA zu vermitteln. Dies sind:

  • Die Aminosäuren L-Glutamin, L-Glycin, L-Taurin, L-Theanin
  • Cholin
  • Griffonia (liefert 5-Hydroxy-Tryptophan, siehe oben)
  • Die B-Vitamine Thiamin, B6 und Folsäure
  • Magnesium

Es gibt Fertigpräparate, die diese Wirkstoffe in unterschiedlichem Verhältnis zueinander enthalten.

3

L-Theanin

Es ist nicht nur wichtig, wie schnell man ein schläft - sondern auch, wie tief der Schlaf geht. Ein tiefer, erholsamer Schlaf ist das Fundament für gute Stressresistenz und damit eine gute Gesundheit. Falls Sie etwas suchen, das ihnen diesbezüglich auf die Sprünge hilft, sind Sie mit L-Theanin an der richtigen Adresse. Die Aminosäure wurde in den späten vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts aus den Grünen Tee isoliert. Tagsüber wirkt sie entspannend, ohne müde zu machen.

L-Theanin aktiviert GABA (s.o.). Es tut aber noch etwas anderes: es aktiviert „Alpha-Wellen“, die das zentrale Nervensystem entspannen. Zweitens verlängert es die Phase tiefen Schlafs. Drittens: es hilft morgen sogar bei munter werden!

4

Hopfen

Wie heißt es so schön? „Kein Bier vor vier!“ Was man für einen klassischen Kneipen-Spruch hält, hat einen handfesten Hintergrund aus der klassischen Naturheilkunde. Hopfen ist nämlich nicht nur ein Bestandteil von Bier! Hopfen ist ein pflanzlicher Wirkstoff, der einem unruhigen und zerrissenen Schlaf entgegenwirkt. Insofern könnte sogar ein alkoholfreies Bier abends eine gewisse Entspannung bringen, um den Schlaf zu verbessern.

Auf wird sogar in der Homöopathie in Potenzen von D6 bis D12 eingesetzt. Aus dem Repertorium hat es folgendes Symptom: Müdigkeit und Schläfrigkeit bei Tag - unruhiger, zerrissener und traumvoller Schlaf in der Nacht. Der Hintergrund: je besser und je tiefer man nachts schläft, umso munterer und fitter ist man tagsüber. Insofern ist die Wirkung mit L-Theanin durchaus vergleichbar, wenn auch bei weitem nicht so tief greifend. Hopfen lässt sich in pflanzlichen Beruhigungsmitteln sehr gut mit Baldrian und Passionsblume kombinieren!

5

Magnesium

Magnesium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff. Im Körper sind im Durchschnitt etwa 30 g davon vorhanden. Magnesium muss von außen immer wieder zugeführt werden. Die Standardzufuhr täglich etwa nach der deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt zwischen 300-400 mg. Im Einzelfall können es allerdings deutlich mehr sein. Ein gewisser Teil an Magnesium geht den Darm verloren. Das Magnesium mit der täglichen Ernährung kann nicht vollständig aufgenommen werden, je nach Zustand des Darms. Eine Überlegung wert ist daher das so genannte „Transdermale Magnesium“ nach Dr. Norman Shealy, das zudem die Produktion von DHEA steigert - einem wichtigen Anti-Stress-Hormon. Mit „Zechstein-Magnesium-Öl kann Magnesium ohne nennenswerte Verluste auch über die Haut aufgenommen werden.

Neben seinen direkt schlaffördernden Eigenschaften verhindert Magnesium das nächtliche Auftreten von Krämpfen und kann seinen Teil zur Reduktion des „Restless-Legs-Syndroms“, der unruhigen Beine, beitragen!

6

Johanniskraut

Johanniskraut ist eine Heilpflanze, die zur Beruhigung und zur Behandlung milder bis moderater Depressionen eingesetzt wird. Recht häufig gegen Depressionen auch mit Schlafstörungen einher. Wer sich also erschöpft fühlt, mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen hat, aber nachts schlecht schläft und vor allen Dingen schlecht ein schläft, sollte über Johanniskraut nachdenken. Johanniskraut muss über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, damit sich die Wirkung entfalten kann. Sechs Wochen sind ein absolutes Minimum. Ich empfehle dringend, sich vor der Einnahme von Johanniskraut durch einen Therapeuten beraten zu lassen. Johanniskraut erhöht die Lichtempfindlichkeit. Daran ist zu denken, wenn man häufiger der Sonne ausgesetzt ist.

Kommen wir jetzt noch zu etwas Ungewöhnlichem, was den Schlaf fördern kann. Sie werden es nicht glauben…

7

Probiotika!

Ja, Sie haben richtig gelesen. Präparate mit nützlichen Darmbakterien können ebenfalls helfen, den Schlaf zu fördern. Allerdings mit einer Einschränkung: es gibt noch keine durch wissenschaftliche Studien unterstützten Probiotika-Mischungen, mit denen sich gezielt Stimmung, Entspannung oder Schlaf beeinflussen ließen. Trotzdem sind bestimmte Mischungen einen Versuch wert. Sie sollten vor allen Dingen verschiedene Lactobacillus- und Bifidus-Arten haben.

Man weiß heute, dass eine gute Darmflora den großen Nerv des Darms, den so genannten Nervus vagus anregt und harmonisiert. Dieser wiederum kommuniziert mit dem Gehirn. Er veranlasst die Freisetzung von bestimmten Nervenbotenstoffen - Serotonin und Dopamin darunter. Diese wiederum steigern die Laune und die Stressresistenz. Eine verbesserte Stressresistenz hat eine schnellere Entspannung in den Abendstunden zur Folge. Das Resultat: ein verbesserter Schlaf!

Gute Probiotika-Mischungen beeinflussen auch die Gesundheit der Leber. Die Leber ist jedoch ein wichtiges Organ zur Synthese von Hormonen. Wer notorisch unter Schlaflosigkeit leidet, sollte auch einmal einen Blick auf seine Darmflora werfen und diese gegebenenfalls untersuchen lassen. Eventuell verbessert eine Darmsanierung bereits die Situation!

Den Schlaf verbessern: was sonst noch hilft!

Überladen Sie abends Ihren Magen nicht. Wenn Sie dieses tun, aktivieren Sie den „Sympathikus“ - merkbar vor allen Dingen an Völlegefühl und Druck unterhalb des Brustbeins. Dieser Zustand kompromittiert ihre Schlafqualität ganz erheblich.

Der zweite wichtige Punkt: reduzieren Sie ab 18:00 Uhr „blaues Licht“. Arbeiten Sie nicht mehr so viel mit dem Computer, dem Laptop oder dem Smartphone. Mit diesen technischen Geräten können wir nahtlos zum dritten Punkt übergehen:

Entfernen Sie so gut wie es geht sämtliche Quellen technischer Strahlung aus Ihrem Schlafzimmer. Technische Geräte im Schlafzimmer wirken sich auf die Aktivität der Zirbeldrüse aus. Dies ist eine wichtige Hormondrüse, in der das Schlafhormon Melatonin aus Serotonin synthetisiert wird. Je weniger technische Strahlung auf Sie einwirkt, umso besser Ihr Schlaf!

Ulmicher
Mein Fazit

Nein, es gibt nicht nur Baldrian, Schäfchen zählen und langweilige Bücher lesen! In punkto „Verbesserung der Schlafqualität hat die Naturheilkunde wesentlich mehr zu bieten, als es den Anschein hat. Besonders interessant sind Mischungen von Nährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die helfen Schlafhormone zu synthetisieren und das zentrale Nervensystem zu beruhigen! Nicht selten liegt die Ursache für einen gestörten Schlaf auch im Darm - deswegen lohnt sich für viele Betroffene auch eine Darmsanierung!

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