Pankreatitis – warum die Bauchspeicheldrüse so wichtig ist!

Pankreatitis

Die Bauchspeicheldrüse, medizinisch: Pankreas, ist ein ziemlich stark unterschätztes Organ. Man weiß zwar irgendwie, dass sie da ist, kümmert sich aber nicht um sie. Wichtig sind Leber und Galle, der Magen und natürlich der Darm. Die Bauchspeicheldrüse wiegt nur 200 g; ihr Fehlen wäre für den Menschen aber tödlich. Ohne die Bauchspeicheldrüse geht schlicht und ergreifend gar nichts.

Die Bauchspeicheldrüse produziert Enzyme, und zwar deren 14 an der Zahl. Sie ist das einzige Organ, welches Verdauungssäfte für alle drei großen Nährstoffgruppen, nämlich Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate zur Verfügung stellt. Ein weiterer Teil dieser wichtigen Drüse produziert die Hormone Insulin und Glukagon, die den Blutzucker regulieren. Der Enzym-Teil schafft es, pro Tag aberwitzige 1,5 l Verdauungssaft bereitzustellen. Wenn man sich diese Dinge einmal klarmacht, versteht man, dass jede Beeinträchtigung dieses wichtigen Organs eine Katastrophe für den Organismus darstellt.

Von diesen Beeinträchtigungen gibt es vier: die exogene Pankreasinsuffizienz, die endokrine Pankreasinsuffizienz (Diabetes), den Bauchspeicheldrüsenkrebs und die Bauchspeicheldrüsenentzündung, auch Pankreatitis genannt. Um diese letztere Erkrankung soll es hier gehen.

Pankreatitis - Fakten zum Thema Bauchspeicheldrüsenentzündung

Die Bauchspeicheldrüsenentzündung kann sowohl eine akute also eine chronische Verlaufsform annehmen. Dabei ist im Prinzip jeder Schweregrad von „nicht spürbar“ bis hin zu „lebensgefährlich“ möglich. Es gibt zahlreiche mögliche Ursachen für diese Erkrankung:

  • Alkoholmissbrauch
  • Verschluss der Gallenwege
  • hormonell gestörter Kalziumstoffwechsel („Nebenschilddrüse“, Calcitonin)
  • Medikamente (Hormone, Immunsuppressiva, Diabetesmedikamente, Statine, Antibiotika, Chemotherapeutika, magensäurehemmende Mittel)
  • durch Autoimmunerkrankungen
  • Mutationen
  • Verletzungen
  • langfristige Fehlernährung (Zucker, Transfettsäuren, große Mengen Eiweiß)
  • Infektionen (zum Beispiel nach Mumps)

Die akute Verlaufsform bemerkt man in aller Regel durch einen Schmerz, der sich wie ein Gürtel von Oberbauch in den Rücken hineinstrahlend zieht. Dazu kommt es zu Appetitlosigkeit, Verstopfung und Übelkeit. Häufig kommt es auch zu Fieber. Ein chronischer Verlauf muss nicht immer sofort bemerkt werden. Vor allen Dingen wird er dann nicht gleich bemerkt, wenn es sich um einen leichten Verlauf handelt.

Erste Hinweise stellen Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und so genannte Schmierstühle dar. Diese gehen zu Fettstühlen über. Wird der Verlauf schwerer, stellen sich Übelkeit, Erbrechen und Gewichtsabnahme ein. Natürlich können diese Symptome auch für andere Verdauungserkrankungen stehen. Sollte der Verdacht auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung bestehen, sollte man ein Augenmerk auf folgende Laborwerte haben:

  • CRP
  • Amylase
  • Procalcitonin
  • Trypsin
  • Transaminasen (GPT: erhöht, wenn ein Gallenwegsverschluss mit ins Spiel kommt, LDH: Vorsicht, es könnte zunGewebsumbau kommen!)
  • Albumin und Bilirubin
  • Ein deutlich erniedrigter Kalziumspiegel!

Bei der chronischen Verlaufsform ist vor allen Dingen Elastase im Stuhl sowie im Serum ein wichtiger Indikator.

Wichtig: Da die Beschwerden vor allen Dingen bei einer leichten bis moderaten Bauchspeicheldrüsenentzündung unspezifisch sind, sollte man bei einer oder mehrerer der oben genannten Belastungen im ärztlichen Labor das Thema Bauchspeicheldrüse unbedingt ansprechen!

Pankreatitis: was kann man tun, um es überhaupt erst nicht so weit kommen zu lassen?

„Raus aus der Gefahrenzone!“ Heißt das Motto, wenn es um die Bauchspeicheldrüsenentzündung geht. Bei den oben genannten Umweltbelastungen steht häufig die Leber im Fokus vor allen Dingen naturheilkundlich orientierter Behandler. Das ist sicher nicht verkehrt. Allerdings sollte man bedenken, dass die Leber eine gewisse Regenerationsfähigkeit aufweist. Die Bauchspeicheldrüse hingegen regeneriert sich kaum und Schäden an diesen wichtigen Organ haben wesentlich größere Konsequenzen für die Gesundheit des Betroffenen. Ohne die Funktion dieses Organs wäre der Mensch überhaupt nicht lebensfähig.

Vor allen Dingen wenn unklare Verdauungsbeschwerden immer mal wieder vorkommen, sollten Sie sich an diese Tipps halten:

  • Stellen Sie ihre Ernährung um: weniger Eiweiß, weniger Fett. Erwägen Sie eine überwiegend vegetarisch orientierte, leicht verdauliche Kost. Meiden Sie rotes Fleisch und große Mengen an Fett. Besonders wichtig: runter mit dem Zuckerkonsum
  • Bei Alkoholismus: führen Sie einen Alkoholentzug durch.
  • Bei chronischen Schmerzzuständen: ersetzen Sie Schmerzmittel wie Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac durch natürliche Alternativen, wie im Spezialreport vom Januar 2019 besprochen.
  • Das finde ich in der Anamnese immer wieder: sollten Sie keines dieser Probleme haben, legen Sie eine Untersuchung ihres Hauses bzw. ihrer Wohnung von einem Baubiologen. Eventuell beeinträchtigen giftige Ausdünstungen oder eine Schimmelbelastung Ihre Bauchspeicheldrüse!
  • Wenn Sie Verdauungsbeschwerden seit der Einnahme eines Medikaments haben, sprechen Sie dieses mit dem Arzt durch. Fragen Sie ihn, inwieweit die Bauchspeicheldrüse durch die Einnahme des Medikaments beeinträchtigt werden kann. Glauben Sie mir: die Liste der möglichen Kandidaten ist „endlos lang“!
  • Überprüfen Sie, ob Verdauungsbeschwerden möglicherweise in Zusammenhang mit Ihrer Arbeit bzw. Aufenthalts in belasteten Räumen oder Arealen zusammenhängt.
  • Vermeiden Sie unbedingt frittiertes sowie heiß und scharf gebratenes in Ihrer Ernährung!
  • Leiden Sie an Gallensteinen? Wenn dies der Fall ist, sollten Sie falls möglich über den Tag verteilt 4-5 leichte Mahlzeiten verzehren, die immer geringe Mengen an Fett enthalten. Denken Sie auch hier daran: frittiertes und gebratenes bitte vermeiden!
  • Unterstützen Sie die Arbeit Ihrer Bauchspeicheldrüse durch regelmäßig eingenommen, aber geringe Mengen an Bitterstoffen. Es werden Bitterstoffen-Pulver als Nahrungsergänzung angeboten. Eine Nahrungsergänzung zu Unterstützung der Verdauung (auch des Magens, dessen Zustand eine entscheidende Rolle für die Tätigkeit der Bauchspeicheldrüse spielt) ist der gelbe Enzian
  • Aus vielen Jahren praktischer Erfahrung heraus empfehle ich bei einer Schwäche der Bauchspeicheldrüse immer wieder den Extrakt „Okoubaka“, aus der Rinde eines afrikanischen Baums hergestellt. Ich habe mit dieser Heilpflanze häufig auch positive Wirkungen auf den Darm und seine Tätigkeit, insbesondere bei Reizdarm mit einer damit einhergehenden Verdauungsschwäche beobachtet!

Pankreatitis: was tun, wenn es Sie erwischt hat?

Das hängt davon ab, ob die Bauchspeicheldrüsenentzündung akut ist oder chronisch - und vor allen Dingen, wie schwer sie ist. Wie ich bereits in der letzten Ausgabe angedeutet habe, ist eine schwere akute Bauchspeicheldrüsenentzündung unter Umständen eine Sache auf Leben und Tod. Wir arbeiten hier von der Seriosität hier in einem Grenzbereich zwischen „Schulmedizin“ und Naturheilkunde. Ein Behandlungsfehler in der Medizin ist genauso ein Risiko, wie im Notfall zu lange zu warten mit einer medizinischen Behandlung.

Ich bin dafür, bei einer leichten Bauchspeicheldrüsenentzündung, wenn sie akut ist, bei einem Arzt oder Krankenhaus vorstellig zu werden. In aller Regel ist die Sache nach einigen Tagen mit intravenöser Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und eventuell einigen milden Schmerzmitteln ausgestanden. Die meisten Patienten können binnen einer Woche nach Hause zurückgehen.

Gefährlich: die schwere akute Pankreatitis bzw. Bauchspeicheldrüsenentzündung

Die schwere, akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ist eine lebensbedrohliche Erkrankung - weil das Organ so wichtig ist. Ist ein Gallenstein die Ursache, muss der Gallengang erweitert werden oder eventuell sogar die Gallenblase ganz entfernt werden. Bei schweren Fällen von akute Bauchspeicheldrüsenentzündung kommt es zu Flüssigkeitsansammlung im Gewebe der Bauchspeicheldrüse. Diese muss „dräniert“ werden, also getrocknet, um weitere Komplikation zu verhindern.

Pankreatitis: die chronischen Formen

Falls Sie die folgenden Symptome haben, sind Sie verdächtig auf eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung:

  • Anhaltende Schmerzen des Oberbauches, die gürtelförmig in den Rücken strahlen
  • Bauchschmerzen, die sich beim Genuss von Alkohol dramatisch verschlechtern
  • Fettstühle, womöglich aufgehellt
  • Übelkeit und Brechreiz
  • Gewichtsverlust, der aufgrund der Ernährung nicht erklärlich ist

auch dann sollten Sie natürlich bei einem Arzt vorstellig werden und in die Symptome genauer erklären. Die Werte, die er ermitteln muss, habe ich in der letzten Ausgabe erklärt. Aber kommen wir jetzt zu dem, was Sie im Falle eines Falles tun können.

Sie sollten Ihr Eiweiß eher aus tierischen Quellen beziehen, wenn Sie…

1

Ernährung

Essen Sie kleine, häufigere Mahlzeiten. Essen Sie vier bis fünfmal pro Tag eine kleine Mahlzeit. Essen Sie leichte Kost oder Schonkost: Wurzelgemüse, Reis, Pseudogetreide (Buchweizen), etwas mageres weißes Fleisch, etwas Fisch, mildes Obst (Birne), sehr wenig Fett. Essen Sie Kraftbrühe (traditionell gekocht, nicht aus dem Glas). Trinken Sie nur Wasser, aber davon möglichst viel! Kauen Sie gut. Vermeiden Sie Alkohol um jeden Preis! Rauchen Sie nicht! Nehmen Sie nichts zu sich, was Koffein enthält!

Tierisch oder pflanzlich - nicht allein eine Glaubensfrage!

2

Nahrungsergänzung

Ein Multivitaminpräparat ist in vielen Fällen sinnvoll. Bei der Entzündung der Bauchspeicheldrüse entstehen freie Radikale. Wenn Sie eine Schonkost einhalten müssen, bekommen Sie unter Umständen nicht alle Vitamine, die notwendig sind.

Etliche Webseiten empfehlen, Bauchspeicheldrüsenenzyme zu ergänzen. Ich bin mir dabei nicht in allen Fällen sicher. Es hängt viel davon ab, inwieweit die Verdauung tatsächlich beeinträchtigt ist. Wenn Sie zum Beispiel eine Weile eine strenge Schonkost einhalten, mit verbessertem Wohlbefinden die Eiweißmenge erhöhen und entwickeln eine schlechte Verdauung (Blähungen, Fettstühle), macht eine Ergänzung sicher Sinn. Dabei ist aber auch auf den Magen zu achten. Wenn die Verdauungsbeschwerden beim Beenden der Schonkost zunehmen, Bauchspeicheldrüsenenzyme aber nichts bringen, kann es sinnvoll sein, den Magen zu stärken, beispielsweise mit Betainhydrochlorid (empfohlen: 400-600 mg zu jeder Mahlzeit, wenn diese Eiweiß enthält).

Sehr sinnvoll finde ich, dreimal täglich eine kleine Menge (ca. ein Schnapsglas) Grünpflanzenpresssaft (z.B. Weizengras, Sellerie) zu sich zu nehmen. Dadurch bekommen sie stark entzündungshemmend wirkende sekundäre Pflanzenstoffe, die außerdem noch die Verdauung anregen.

S-Adenosyl-Methionin und die „Methylierung“:

3

Entzündungshemmende Naturstoffe

Es gibt eine beinahe unübersichtliche Vielzahl von entzündungshemmenden Stoffen aus der Natur. Wir vereinen in unserer Übersicht das beste dreier Welten: Entzündungshemmung, Zellschutz und Energiestoffwechsel. Die folgenden Substanzen erfüllen alle drei Kriterien:

  • Alpha-Liponsäure (Empfohlene Dosierung: 300-600 mg / Tag)
  • Epigallocatechingallat (Empfohlene Dosierung: 250-500 mg / Tag)
  • Resveratrol (maximal 2 g täglich, eher 500-1000 mg, über maximal vier Wochen)
  • Koriander (bis zu 3 g täglich)
  • Ingwer (bis zu 3 g täglich)
  • Kurkuma (Curcumin, der Extrakt nur dann, wenn keine Gallensteine vorliegen) (zwischen 600 und 1200 mg täglich)
  • Löwenzahn (als Tee, eventuell auch in Kombination mit Koriander)
  • Limettensaft (3 x täglich 5-10 ml)

Was kann man selbst im Falle eines Asthma-Anfalls tun?

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Lebensstil

Bei der akuten, im Krankenhaus behandelten Bauchspeicheldrüsenentzündung ist Bettruhe angezeigt.

Anders sieht es bei der chronischen Verlaufsform aus. Spazieren gehen und frische Luft sind immer zu empfehlen. Darüber hinaus empfehlen sich Bewegungsformen, die das Lymphsystem anregen. Beispielsweise Gehen auf einem Trampolin oder Kneippen. Allerdings sollten dabei Schadstoffbelastungen gemieden werden. So ist es nicht empfehlenswert, im Schwimmbad zu schwimmen wegen der Chlorbelastung. Obwohl Schwimmen an sich ein sinnvoller und gesunder Sport ist, sollte diese Belastung gerade bei einer Entzündung im Verdauungstrakt vermieden werden.

Ein aktiver Lebensstil ist die eine Seite. Übertriebene Anstrengungen sind allerdings bei jeder Art von Entzündung zu vermeiden. Sie fördern hormonell-vegetativ eine Erschöpfung, was unter Umständen die Entzündungsaktivität verstärkt. Gerade bei dem unverzichtbaren Organ Bauchspeicheldrüse ist eine weitere Verschlimmerung jedoch fatal.

Lassen Sie sich nach der Genesung noch einige Wochen Zeit, wenn Sie vorher sportlich aktiv waren. Es ist ein Vorurteil, dass nur Alkoholiker, inaktive Menschen und solche mit einem ungesunden Lebenswandel eine Bauchspeicheldrüsenentzündung gekommen. Sie können theoretisch auch sehr gesund leben, aber durch Umweltbelastungen und das Angewiesensein auf ein bestimmtes Medikament eine Bauchspeicheldrüsenentzündung bekommen. Zum Vergleich: nach einer „echten Grippe“ nehmen Sie sich auch einige Wochen bis etwa zwei Monate Zeit, bis Sie Ihre Belastung bei Sport wieder steigern. Ähnlich sollten Sie auch bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung verfahren!

Mein Fazit

Beim Auftreten von unspezifischen Verdauungssymptomen im Oberbauch, vor allem in Kombination mit Veränderungen des Stuhlgangs, sollte man immer an eine Pankreatitis denken! Die Leber steht zwar häufiger im Verdacht, allerdings hat eine unbehandelte Pankreatitis weitaus schwerere Konsequenzen. Deswegen: bei den besprochenen Symptomen immer auf Nummer sicher gehen. Und dann die Konsequenzen ziehen: eine akute Pankreatitis muss sofort behandelt werden, eine chronische Pankreatitis fordert raumgreifende Lebensstiländerungen!

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