Reizdarmsyndrom - Was Sie selbst tun können

Reizdarm-Syndrom

Das Reizdarm-Syndrom: immer weiter verbreitet, dennoch „harmlos“? Unerklärliche Durchfälle, Blähungen, Verstopfung, Bauchschmerzen: Sie können sich keinen Reim darauf machen. Was noch seltsamer ist: Ihr Arzt auch nicht. Er untersucht Sie von oben bis unten, Labor, Spiegelung, Ultraschall – und erklärt Sie für vollkommen gesund. Da bleibt nur eine Diagnose: „Reizdarmsyndrom“.

Aber ist es immer harmlos?

Das Reizdarm-Syndrom hat keinerlei organische Ursachen. Es liegt keine Entzündung vor und auch keine Veränderung des Darms. Es ist kein Infekt oder eine sonstige akute oder chronische Krankheit im Spiel. In einer Arztpraxis erscheint das Reizdarm-Syndrom fast so etwas wie eine „Verlegenheitsdiagnose“ zu sein. Und gerade weil keine organischen Ursachen nachweisbar sind, schließt der Arzt daraus: „das ist alles psychosomatisch!“ Die Schlussfolgerung: „muten Sie sich doch etwas weniger Stress zu!“

Es ist nichts Greifbares da. Trotzdem kann es schlimm werden!

Reizdarmsyndrom - der Darm ist gereizt. Die meisten Patienten mit Reizdarmsyndrom können mit ihren Beschwerden einigermaßen leben. Eventuell finden Sie Strategien, die Symptome zu verringern. Diese Tatsache sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Reizdarmsyndrom einen tatsächlich zur Verzweiflung treiben kann. Reizdarmsyndrom kann so schwere Symptome erzeugen, dass sein Name geradezu verharmlosend wirkt.

Dies ist zwar eher selten der Fall, aber man sollte ein Reizdarmsyndrom nicht unterschätzen! Es gibt durchaus Betroffene mit 15-20 Durchfällen am Tag. Oder Bauchschmerzen, die sie in den Wahnsinn treiben - und dies trotz eines „gesunden“ Blutbildes sowie sonstiger, nicht veränderter Laborwerte.

Reizdarmsyndrom - was sind die Ursachen?

Gerade weil das Reizdarmsyndrom so schlecht zu fassen ist, wird es gerne in die „psychosomatische“ Ecke geschoben. Das ist allerdings grundverkehrt! Es ist korrekt, dass sich ein Reizdarmsyndrom unter Stress häufig (wenn auch nicht immer!) verstärkt. Dennoch ist die psychosomatische Komponente in den allermeisten Fällen nur ein Teil der Gleichung. Viele Patienten geben an, unter keiner besonderen Stressbelastung zustehen und trotzdem dramatische Beschwerden infolge eines Reizdarmsyndroms zu haben. Über den Stress hinausgehend muss das Reizdarmsyndrom daher noch einige andere Ursachen haben. Hier die wichtigsten:

  • „Überfermentation“ im Dickdarm: der Dickdarm ist normalerweise leicht sauer. Dadurch bietet er eine ideale Heimat für eine Vielzahl von gesunden Bakterien, die man im Fachjargon als „physiologische Darmflora“ bezeichnet. Mit der Säure kann es aber auch des Guten zu viel werden. Ein stark saurer PH-Wert im Dickdarm führt zu einer Reizung der Schleimhaut und damit zu Durchfällen, Blähungen und Krämpfen.
  • Ein Enzymmangel: gibt es zu wenige Verdauungssäfte von Magen, Bauchspeicheldrüse und Leber-Galle, werden Speisen unzureichend verdaut und gelangen in diesem Zustand in den Dickdarm, wo sie eine Veränderung der Darmflora hervorrufen. Die Stoffwechselprodukte der veränderten Darmflora reizen die Darmschleimhaut und lösen plötzliche Darmbewegungen, Blähungen und Krämpfe aus.
  • Vegetative Dystonie: auch dieser Zustand ist nicht rein psychosomatisch. Die Schwankungen im vegetativen Nervensystem sind gegenüber dem Normalzustand deutlich verstärkt. Dadurch kommt es zu Symptomen wie „Pylorospasmus“ (krampfhafter Verschluss des Magenpförtners, bemerkbar durch einen Druck unter dem Brustbein und Völlegefühl), wechselhafter Peristaltik und plötzlichen Stuhldrang nach dem Essen.
  • Eine „Vergiftung“ des Darm-Nervensystems. Im Darm werden etwa zehnmal so viele Signale über Nervenbotenstoffe übertragen wie im Gehirn. Ist das Darmnervensystem „vergiftet“, Funktionieren dieses Signalwege nicht mehr richtig und die Abläufe im Darm reagieren unkoordiniert. Die häufigsten Auslöser für solche Vergiftungen sind: Medikamente, Lebensmittelvergiftungen, nicht ausgeheilte Infekte.

Während die drei ersten Zustände zumindest in der Naturheilkunde sehr gut bekannt und dokumentiert sind, ist der letzte Zustand noch weit gehend unbekannt. Über die Wirkung von Nervengiften ist man sich in der Chemie, Biochemie, Medizin, Naturheilkunde und Naturwissenschaft einig. Dass diese allerdings in sehr geringen Dosierungen das Darm-Nervensystem beeinträchtigen können, ist nur wenig bekannt.

Das kann man tun!

Bis auf den letzten Punkt kann man sich bei Reizdarmsyndrom oft selbst in einem Maß helfen, dass die Symptome sehr gut gelindert werden. Hier die wichtigsten Tipps:

  • Die Fletcher-Methode: Gutes und extrem ausdauerndes Kauen sorgt nicht nur für eine bessere Verdauung, sondern aktiviert auch den „Nervus vagus“, der Verdauungssystem und Darm mithilfe von Nervenbotenstoffen koordiniert. Nehmen Sie sich daher viel Zeit zum Kauen.
  • Die FODMAP-Diät: FODMAP ist eine englische Abkürzung für „vergärbare Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker sowie mehrwertige Alkohole“. Wenn eine „Überfermentation“ im Darm vorliegt, hilft eine Diät arm an FODMAPS, die Fermentation auf ein normales Maß zu reduzieren. Übrigens: eine Überfermentation erkennen Sie an erhöhten Milchsäure- und Indikan-Werten im Urin!
  • Huminsäure anwenden: Huminsäuren sind organische Substanzen aus dem Erdboden, welche die Verdauung verbessern und den Darm entgiften. Sie regulieren auch die Peristaltik und eignen sich daher fast immer sehr gut zu einer Anwendung beim Reizdarmsyndrom
  • Enzyme einnehmen: auch Enzyme verbessern die Verdauung. Sie sind allerdings nicht immer so hilfreich wie Huminsäure, da sie in vereinzelten Fällen den Darm zusätzlich reizen können. Diese Reizungen verschwinden aber recht schnell wieder, wenn das Präparat abgesetzt wird. Hilfreiche Enzyme sind Papain und Bromelain.
  • Sport zur Entspannung: „Dampf ablassen“ kann oft im wahrsten Sinne des Wortes hilfreich sein - vor allem bei den erwähnten Druck unter dem Brustbein. Ob Sandsacktraining oder Squash: wenn der Druck unter dem Brustbein danach verschwunden ist, war es positiv!

Was tun bei einer Reizung des vegetativen Nervensystems?

Wenn das vegetative- bzw. Darm-Nervensystem definitiv nicht aufgrund von psychischen Ursachen gereizt ist, hilft leider nur der Gang zu einem Therapeuten, der das Problem erkennt und einzuordnen weiß. Die Entgiftung von Nervengiften ist heute Programm bei den meisten guten Umweltmedizinern!

Ulmicher
Mein Fazit

Gefahr erkannt - Gefahr gebannt! Lassen Sie sich bei der Diagnose Reizdarmsyndrom nicht mit der Floskel „psychosomatisch“ abspeisen. Ein Reizdarmsyndrom hat oft handfeste, organische Ursachen - auch wenn keine Entzündung nachweisbar ist. Will man die Krankheit lindern, sollte man vor allen Dingen das Darm-Nervensystem beruhigen. Gute Methoden hierfür sind die Fletcher-Methode mit intensivem Kauen, die FODMAP-Diät und die Anwendung von Huminsäure. Wenn alles nichts hilft: denken Sie an eine „Vergiftung“ des Darm-Nervensystems.

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