Resveratrol – Anti-Aging-Wunder oder sinnlos? 

Resveratrol

Resveratrol - nicht neu, aber immer noch aktuell! Menschen sind immer auf der Suche nach Stoffen und Möglichkeiten, welche die Gesundheit fördern. Die simpelsten Faktoren, welche die Gesundheit fördern bzw. erhalten, sind sinnvolle Ernährung und Bewegung. Dann gibt es da noch diese Stoffe, von denen man sich einen Zusatznutzen verspricht. Resveratrol ist ein solcher Stoff.

Resveratrol ist eine Substanz, die in Pflanzen vorkommt. Biochemisch gesehen zählt sie zu einer Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen, die als „Phytoalexine“ und „Polyphenole“ bezeichnet werden. Resveratrol kommt in der Haut bzw. in der Schale von Weintrauben und Beeren vor, wie beispielsweise Himbeeren oder Heidelbeeren. Auch in Erdnüssen werden nennenswerte Mengen an Resveratrol registriert.

Resveratrol soll Eigenschaften in sich vereinen, die es für die so genannte „Anti-Aging-Medizin“ interessant machen. So soll Resveratrol:

  • Das Altern verlangsamen
  • Das Krebsrisiko reduzieren
  • Das Diabetes-Risiko herabsetzen
  • Die Augen vor dem Fortschreiten eines „grünen Stars“ (Glaukom) schützen
  • Die Elastizität der Gefäße schützen und die Durchblutung optimieren

Franzosen: Dank Resveratrol eines der gesündesten Völker des Westens?

Von der Substanz Resveratrol hörte man zunächst im Laufe der Neunzigerjahre. In einer Studie wurde die robuste Gesundheit vieler französischer Landsleute im Laufe eines fortgeschrittenen Alters auf den erhöhten Konsum von Resveratrol in Rotwein zurückgeführt. Etwa seit der Jahrtausendwende wird Resveratrol als Nahrungsergänzung vermarktet.

Jedoch gibt es auch Kritik an der oben genannten Studie: 20 Jahre später wurde das so genannte „französische Paradoxon“ noch einmal aufgerollt. In dieser Zusammenfassung von 2012 wurde zwar darauf hingewiesen, dass Resveratrol potenziell aufgrund seiner biochemischen Wirksamkeit verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen hat. Es wurde aber auch gesagt, dass alle beschriebenen positiven Wirkungen auf so genannten präklinischen Studien beruhen. Etwas weniger kompliziert formuliert: es liegen bis heute kaum wissenschaftlich dokumentierte Erfahrungen direkt am Menschen vor.

Darüber hinaus sind Ärzte der Ansicht, dass zur Aufnahme klinisch wirksamer Mengen von Resveratrol täglich 2-3 l Rotwein getrunken werden sollten. Da wird auch einen nicht-Mediziner klar, dass die Nachteile die Vorteile bei weitem überwiegen.

Resveratrol - kontroverse Auffassungen zur gesundheitlichen Wirkung

Wer sich wirklich gesund ernährt und darauf achtet, ausreichend sekundäre Pflanzenstoffe zu sich zu nehmen, kommt am Tag auf etwa 6-8 mg Resveratrol. Eine „sichere“ Menge Rotwein mit eingeschlossen. Aber was ist sicher? Reden wir hier von berühmten „Viertele“? Nicht wenige Menschen tolerieren einen Viertelliter Rotwein pro Tag nur für einige Zeit, aber nicht dauerhaft.

Zudem ist man sich sicher: ein wirklicher gesundheitsfördernde Effekt von Resveratrol ist ab einer Aufnahme von 20 mg täglich zu erwarten. Einige Nahrungsergänzungen enthalten bis zu 2000 mg. Das ist übrigens eine Dosierung, von der eine Frau Dr. Cachay in 2011 schrieb: „diese Dosierung, verabreicht über einen Zeitraum von einer Woche hinweg, erhöhte die Serumkonzentration von Bilirubin und Kalium“.

Egal, ob man die Stellungnahmen von Ärzteblatt oder Verbraucherzentrale zum Thema Resveratrol studiert - der Tenor ist: „eine gesundheitlich relevante Wirkung kann nicht bestätigt werden“. Natürlich: die Meinung von Medien der wissenschaftlichen Medizin zum Thema Nahrungsergänzung ist nahezu ausschließlich negativ. Das ist nichts Neues und dieses auch nicht im Fall von Resveratrol.

Dennoch sollte man nicht versäumen, gesundheitliche Allgemeinplätze zum Thema Nahrungsergänzung und Resveratrol im Speziellen zu hinterfragen. Und siehe da, es gibt einen wichtigen Hinweis…

Welche Form von Resveratrol ist es denn? Cis- oder Trans-Resveratrol?

Die zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften von Resveratrol sind zu einem großen Teil auf die Hemmung eines bestimmten Faktors zurückzuführen: er nennt sich „NF-kappa-b“ (NF-κB). Seine Ausschüttung ist Teil entzündlicher und degenerativer Prozesse an Nerven, Gefäßen und im Zellstoffwechsel.

Allerdings hemmt nur eine Form von Resveratrol die Ausschüttung von NF-κB: Trans-Resveratrol. Daraus lässt sich schließen, dass noch eine weitere Variante dieses sekundären Pflanzenstoffs existiert: das „Cis-Resveratrol“. Dieses wird in der wissenschaftlichen Literatur als unwirksam beschrieben.

Daraus folgt: um eine Aussage über die Güte und Wirksamkeit einer Nahrungsergänzung mit Resveratrol machen zu können, muss der Gehalt an Trans-Resveratrol angegeben sein. Eine gute Nahrungsergänzung enthält wenigstens 100 mg Trans-Resveratrol. Darüber hinaus sollten Sie auf die Füllstoffe achten: Titandioxid und Magnesiumstearat als Hilfsstoffe vermindern unter Umständen die Aufnahme von Resveratrol in den Körper. „Cis-Resveratrol“ wird vom Darm kaum aufgenommen und fast vollständig wieder ausgeschieden.

Für wen ist eine Nahrungsergänzung mit Trans-Resveratrol empfehlenswert?

Resveratrol ist ein Antioxidans. Es verhindert die Schädigung von Zellen und Nerven. Wie fast alle sekundären Pflanzenstoffe hilft es, degenerative Alterungsprozesse hinauszuzögern. Damit ist die Nahrungsergänzung empfehlenswert für folgende Personengruppen:

  • Personen, die an Diabetes Typ 2 Leiden oder an einer Vorstufe davon (metabolisches Syndrom)
  • Personen, die mit zunehmendem Alter deutlich an Bauchfett zunehmen (auch im Verhältnis zur übrigen Körpermasse!). Gerade in diesem so genannten „viszeralen Fett“ sind Toxine und freie Radikale gespeichert
  • Personen mit einer neurodegenerativen oder –entzündlichen Erkrankung: Resveratrol überschreitet die Blut-Hirn-Schranke. Es gilt als wahrscheinlich, dass es degenerative Prozesse bei multipler Sklerose, Parkinson und Alzheimer zumindest hinauszögern kann
  • Personen mit Augenkrankheiten und hier besonders den „Grünen Star“: Resveratrol verhindert das Fortschreiten der Erkrankung
  • Als zusätzliche Behandlung bei Krebs: Resveratrol nimmt durch seine Hemmung von NF-κB günstigen Einfluss auf Krebserkrankungen (aller Art).
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Immunsystem

Ulmicher
Mein Fazit

„Trau, schau, wem!“ - Diese Devise gilt mal wieder, wenn es um das Thema Nahrungsergänzung im Allgemeinen sowie Resveratrol im Besonderen geht. Denn: obwohl Resveratrol mit einiger Sicherheit bei verschiedenen degenerativen und entzündlichen Prozessen positive Effekte auf die Gesundheit entfalten kann, gilt dies nur für eine Form von Resveratrol. Nämlich das „Trans-Resveratrol“. Achten Sie darauf, dass die Nahrungsergänzung mindestens 100 mg Trans-Resveratrol pro Kapsel enthält! Wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln gilt: eine Nahrungsergänzung kann eine gesunde Lebensweise nicht ersetzen, sondern - wie der Name schon sagt - nur ergänzen!



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