S-Adenosyl-Methionin: die kleine, aber feine Nahrungsergänzung

S-Adenosyl-Methionin

Selbst wenn Sie sich schon eine Weile mit Nahrungsergänzungen beschäftigen, aber noch kein „Profi“ sind, ist es unwahrscheinlich, dass Sie von dieser Substanz schon einmal gehört haben. Dabei hat sie um einiges mehr Aufmerksamkeit verdient, als sie bekommt.

 

S-Adenosyl-Methionin: eine unbekannte Substanz mit vielen Effekten

Methionin ist eine schwefelhaltige Aminosäure. Sie hat verschiedene Effekte auf den Körper, vor allen Dingen auf den Harnsäure- und Leberstoffwechsel. Der Körper braucht von ihr etwa 1000-1500 mg täglich. Bei bestimmten Krankheitszuständen, zum Beispiel der Leber und der ableitenden Harnwege, wird mehr empfohlen. In Geflügel, in Leber, Eigelb und Käse sowie in Rosenkohl, Spinat und Sojasprossen finden wir größere Menge der Aminosäure.

S-Adenosyl-Methionin wird gebildet aus Methionin und ist die im Stoffwechsel aktive Form der Aminosäure. Biochemisch gesehen man sie „Methylgruppenspender“. Dieser kompliziert klingenden Namen bedeutet eigentlich nicht mehr, als dass die Aminosäure wichtig ist für Entgiftung, für die Funktion von Nervenzellen und für die Verarbeitung von Fett. Drei Faktoren mit einer großen Bedeutung Allgemeinbefinden!

Mittlerweile etwas mehr als 7000 Studien bestätigen positive Effekte von S-Adenosyl-Methionin auf den Stoffwechsel, die Leber, das Gesamtbefinden, Schmerzzustände, degenerativer Alterskrankheiten wie Alzheimer und sogar Krebs!

S-Adenosyl-Methionin: gut als Ersatz für Schmerzmittel?

Arthrose ist ein Zustand, bei dem es durch Abnutzung und Degeneration der Gelenke zu zunehmenden Schmerzen und mit der Zeit auch zu einer gewissen Bewegungseinschränkung kommt. In der Medizin ist man relativ ratlos, was die konservative Therapie angeht. Meist wird mit Schmerzmitteln therapiert. Diese sind natürlich nicht ganz harmlos in Bezug auf Nebenwirkungen.

In einer Studie von 2004 wurde S-Adenosyl-Methionin mit dem Schmerzmittel „Celecoxib“ bei Kniearthrose verglichen. Das Ergebnis: war während in den ersten vier Wochen der Beobachtungszeit das Schmerzmittel noch deutlich effektiver war als S-Adenosyl-Methionin, holte die Aminosäure ab dem zweiten Anwendungsmonat deutlich auf. Zum Ende des Beobachtungszeitraums nach einem Vierteljahr gab es statistisch gesehen keine signifikanten Unterschiede mehr in der Verbesserung der Beweglichkeit und Schmerzzustandes bei Arthrosepatienten.

Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Aminosäure können auch gut bei systemischen Schmerzerkrankungen wie Fibromyalgie genutzt werden. Empfohlen werden mindestens 800 mg, besser 1200 mg S-Adenosyl-Methionin täglich.

S-Adenosyl-Methionin zur Therapie von Nervenerkrankungen

S-Adenosyl-Methionin wird benötigt, um das Mark der Nervenzellen zu regenerieren. Darüber hinaus ist die aktivierte Aminosäure an der Bildung von Dopamin, einen wichtigen Nervenbotenstoff, beteiligt. In einigen Studien konnte es Depressionen organischer Herkunft zumindest abmildern. Bei Alzheimer-Patienten wurden verminderte Konzentrationen von S-Adenosyl-Methionin im Gehirn gefunden.

Oft wirkt die Aminosäure auf die Leberstoffwechsel. Die Leber ist gleichzeitig ein wichtiges Entgiftungsorgan und entscheidend für die Synthese verschiedener Hormone. Umweltmediziner sind der Meinung, dass organische bzw. endogene Depressionen oft durch Umweltbelastungen und durch Medikamente ausgelöst werden. S-Adenosyl-Methionin kann die Leber bei ihrer Entgiftungstätigkeit unterstützen und so einen Beitrag zur Linderung von Depressionen leisten.

S-Adenosyl-Methionin im Stoffwechsel und in der Entgiftung

Glutathion, die wichtigste Substanz im Körper zur Bekämpfung von oxidativem Stress, erfordert zur Bildung S-Adenosyl-Methionin. Ausreichende Mengen sorgen damit für eine Förderung der körpereigenen Entgiftungsleistung und gleichzeitig balancieren sie die verschiedenen Anteile des Immunsystems. Glutathion fördert „humorale“ Abwehrvorgänge. Das bedeutet, dass die Aminosäure indirekt zu einer Stärkung des unspezifischen Abwehrsystems beiträgt.

Damit kann es potentielle Nebenwirkungen von Medikamenten und negative Wirkungen von Umweltgiften auf den Organismus abschwächen. S-Adenosyl-Methionin schützt damit die Leber, die Nieren, das Herz und einige weitere Organe vor „Stoffwechselstress“.

S-Adenosyl-Methionin: interessant für Menschen mit chronischer Darmentzündung?

Patienten mit einer chronischen Darmentzündung wie beispielsweise Colitis ulcerosa entwickeln langfristig ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Entzündungsfaktor Tumornekrosefaktor Alpha mit im Spiel ist. Zwei Studien aus 2000 28.012 beschäftigen sich mit der Frage, ob S-Adenosyl-Methionin die Entstehung von Krebs aus einer chronischen Entzündung heraus verhindern kann. In beiden Fällen kommt die Studie zum Schluss, dass S-Adenosyl-Methionin die erhöhte Zellteilungsrate von Tumorzellen bei Leberkrebs und Darmkrebs unterbinden kann.

S-Adenosyl-Methionin: weitere positive Effekte

  • Eine Studie aus dem Jahr 2011 bescheinigt S-Adenosyl-Methionin Männern mit sexuellen Störungen eine verbesserte Erektionsfähigkeit und Libido
  • zwei Arbeiten aus 2011 und 2012 untersuchen die Wirkung von S-Adenosyl-Methionin in Kombination mit Folsäure bzw. Johanniskraut auf starke Depressionen mit möglicherweise Selbstmordgefährdung: die Ergebnisse sind zwar nicht eindeutig, lassen jedoch hoffen. Eine Abschwächung der depressiven Symptome konnte in beiden Fällen beobachtet werden. Weitere Studien sind nötig, um das ganze statistisch gesehen abzusichern.

S-Adenosyl-Methionin und die „Methylierung“:

Die englische Ärztin Dr. Myhill gilt als eine Expertin für die Behandlung des chronischen Erschöpfungssyndroms. Sie empfiehlt eine bestimmte Kombination aus B-Vitaminen, S-Adenosyl-Methionin und Phosphatidylserin in jeweils biologisch aktiver Form. Die Kombination dieser Substanzen soll brachliegende Prozesse in Gang bringen, was eine Erholung von Erkrankungen wie chronischem Erschöpfungssyndrom und Fibromyalgie möglich machen soll.

Nach den Erfahrungen der erwähnten Ärztin ist es sogar möglich, dass Patienten mit dieser Kombination von Nahrungsergänzung eventuell sogar auf die Einnahme von Schilddrüsenhormonen bei Unterfunktion verzichten können.

Nach Joseph Cohen, dem Gründer einer der bekanntesten „Biohacking“-Webseiten in den USA, soll die Methylierung ebenfalls ein Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Anteilen des Immunsystems beheben, was zu einer verbesserten Reinigungs- und Entgiftungsfähigkeit des Körpers führt.

Andreas Ulmicher
Mein Fazit

Bei chronischen Schmerzzuständen, bei chronischer Erschöpfung und Depression und bei organischen Nervenerkrankungen lohnt sich ein Blick auf die biologisch aktive Form der Aminosäure Methionin. Obwohl S-Adenosyl-Methionin in der Schulmedizin überhaupt nicht und in der Naturheilkunde nicht besonders bekannt ist, ist die Substanz ein echter Allrounder der Nahrungsergänzung!

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