Schokolade - Gesünder als man denkt?

Schokolade

Sie ist in aller Munde. Nein, nicht nur, weil man über sie spricht, sondern auch, weil sie fast jeder gerne isst: Schokolade! Wenn Sie vor 25 Jahren durch die Süßwarenabteilung des Supermarktes Ihres Vertrauens geschlendert sind, gab es da Alpenmilchschokolade, Noisette, Sahne-Creme und Zartbitter, eventuell auch Erdbeer-Joghurt, und das war es. Gehen Sie heute durch denselben Supermarkt, dann finden Sie für die süße Nascherei eine ganze Abteilung reserviert, und Sie finden so Kreationen wie weiße Rhabarber, Zartbitter-Chili-grüner Pfeffer, Vollmilch mit Lavendel und rund 50 weitere Geschmacksvariationen. Offensichtlich darf es eben immer etwas ausgefallener sein.

Ich bin gespannt, wann die Schokolade mit red Thai Curry kommt! Ernährungsexperten behaupten mittlerweile ja, das süße Zeug sei sogar gesund! Aber: Ist sie das wirklich? Die gesunde Schokolade, Mythos oder Wahrheit?

Die „gesunde Schokolade“…

Vor rund 15 Jahren war sie noch als Dickmacher verschrien und galt als ungesund. Die Nascherei, für deren Genuss ganze Heerscharen von Damen ihre Seele verkaufen würden und die irgendwo zwischen „weiß“ (mit rund 20% Kakaoanteil) und „Vollherb“ (mit bis zu 99% Kakaoanteil) einzuordnen ist. Und dann kommt plötzlich ein Ernährungswissenschaftler her und behauptet, Schokolade sei überhaupt nicht ungesund, im Gegenteil, sogar gesundheitsfördernd!

Die Bioflavonoide, also genau genommen sekundäre Pflanzenstoffe, verleihen insbesondere den dunkleren Sorten nicht nur das Aroma, sondern stellen auch einen erstklassigen Herzschutz dar. Antioxidativ (zellschützend) wirken diese Stoffe auch noch! Aber ein „Aber“ gibt es immer: Man solle ja möglichst auf die herben Sorten achten, denn die enthalten erstens weniger Zucker, und zweitens mehr von den begehrten Schutzstoffen…

Ein kleines Mengenproblem…

Ist doch prima! So kann man wenigstens guten Gewissens sein kleines Laster begründen. „Ich esse Schokolade!“ kann man sagen, „damit meine Infarktgefahr sinkt“. Versäumen Sie es allerdings nicht an dieser Stelle, die berühmte Mengenfrage zu stellen und gleichzeitig hinterher zu schicken, wie er oder sie denn diese gewaltigen Mengen schafft! Denn: Um genug in der Schokolade enthaltene Bioflavonoide aufnehmen zu können, auf dass diese tatsächlich einen Herzschutz entfalten, müssten Sie täglich mindestens 2,5 kg Zartbitterschokolade zu sich nehmen! TÄGLICH!

Selbst dem süchtigsten Schokoladeesser wird dies nach spätestens 3, 4 Stunden zum Hals raushängen (24 / 4 = 6; 2,5 kg / 6 = rund 415 Gramm, also rund eine Tafel in der Stunde!). So gesehen ist es also Essig mit dem Herzschutz.

Hat denn Zartbitter oder gar Edelbitter überhaupt irgendwelche Vorteile gegenüber Vollmilchschokolade?

Was die Wirksamkeit der „kakaospezifischen“ Inhaltsstoffe (also der Flavonoide, siehe oben), angeht, leider nein. Zartbitter ist nicht gesünder oder ungesünder als Vollmilch oder gar weiße Schokolade, es sei denn …sie enthält weniger Zucker! Und überhaupt ist das mit dem Zucker so eine Sache in der Schokolade…

Japanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die süße Nascherei die Zähne schützen soll. Ein Inhaltsstoff tötet sogar angeblich kariesfördernde Bakterien ab. Ja, wenn man die als Schuld am Zahnzerfall ansieht? Doch schuld sind nicht Bakterien an sich, sondern das Milieu im Mund.

Das genauso wie das im Darm darüber entscheidet, ob bestimmte Keime überhaupt Schaden anrichten können. Und das tun sie wohl in einem sauren Milieu, nicht aber in einem basischen. Zucker säuert das Milieu im Mund. Deswegen hängt es auch nur vom Gehalt an Zucker ab, wie schlecht oder weniger schlecht Schokolade auf die Zähne wirkt…

Wenn Sie jetzt allerdings meinen, Schokolade sei ungesund (und deswegen frustriert oder enttäuscht sind), habe ich eine gute Nachricht für Sie!

Denn: Schokolade taugt durchaus als Glücksbringer sowie Stress- und Schmerzkiller. Richtig eingesetzt wohlgemerkt. Denn: Schokolade enthält Tryptophan, eine Vorstufe des Wohlfühlhormons Serotonin. Und die Kombination aus Kohlehydraten (Zucker) und Fetten in der Schokolade helfen mit, den Serotoninspiegel sanft und gleichmäßig anzuheben. Das in der Schokolade enthaltene Magnesium taugt als Stresskiller, und da nehmen sich die dunkleren und die helleren Sorten nichts. Wenn, ja wenn…

Ein Genussmittel sollte ein Genuss bleiben, und nicht zur Gewohnheit werden!

Es gibt genug Menschen, die Schokolade aus Gewohnheit, besonders bei geistiger Arbeit, essen, quasi nebenbei. Und manchmal sogar eine Mahlzeit dafür ausfallen lassen! Das ist der Fehler, und in diesem Umfeld kann Schokolade sogar abhängig machen.

Natürlich bemerkt man eine Schokoladensucht nicht so wie eine Nikotinsucht, aber da ist sie trotzdem. Und „ohne“ werden wir mit Folgen konfrontiert, die wir mit dem süßen Naschwerk eigentlich zu bekämpfen suchen: Geringere Stresstoleranz, Nervosität, innere Unruhe, Gereiztheit – immer dann, wenn wir „ohne“ auskommen müssen.

Die Alternative, gelegentliches, bewusstes Genießen!

Wenn wir Schokolade wieder zu dem machen, was es früher einmal war, kommen wir viel besser über die Runden: Einem wertvollen, gelegentlichen Genussmittel. Hier meine Tipps im Umgang mit Schokolade!

  •  Nicht täglich, sondern wirklich „gelegentlich“!

Was man nicht so oft haben kann, schmeckt einfach besser. Wir sind durch die Nahrungsmittelindustrie und die Möglichkeit, jederzeit alles kaufen zu können, an viel intensivere (meist künstlich aufgepeppte) „Geschmäcke“ gewohnt, so auch an Schokolade. Wenn Sie allerdings aus der Schokolade ein Sonntagsvergnügen machen und sich den Rest der Woche mit Nüssen und Beerenobst (ein genauso guter, wenn nicht besserer Serotonin-Lieferant) begnügen, profitiert nicht nur Ihre Gesundheit, sondern auch Ihr Geschmackssinn!

  • Nehmen Sie wirklich die Sorte, die Ihnen schmeckt!

Bei den ganzen Debatten, welche Sorte denn nun die Gesündeste ist, sollten Sie ebenso Ihre Ohren auf Durchzug stellen, wie bei der Frage nach den besonders trendigen Schokoladensorten. Wenn Sie Zartbitter-Lavendel-Eukalyptus-Angusrind nicht mögen, dann essen Sie Ihre bevorzugte Noisette (oder was auch immer). Denn nur die können Sie wirklich genießen.

  • Zum Genießen gehört Genießen!

Wenn Sie Schokolade essen, dann lesen Sie nicht noch nebenher die Börsenkurse im Internet. Oder telefonieren mit der besten Freundin. Oder halten Smalltalk mit dem Partner. Oder arbeiten gar. Sondern sehen Sie sich und die Schokolade, und klammern den Rest der Welt aus! Denn nur so können Sie die Vernichtung zweier appetitlicher Reihen Schokolade auf die erforderliche Viertelstunde strecken, die Sie brauchen, damit die Glücksbringer im Naschwerk auch ihre optimale Wirkung entfalten!

Andreas_Ulmicher
Mein Fazit

Genauso wie zu alten Zeiten, in denen Schokolade „immer ungesund“ war, rankt sich heute der Mythos um die süße Kakaomasse, sie sei „immer gesund“. Beides ist falsch. Mit Schokolade einen wirklichen Herzschutz zu erzielen, würde selbst den heißesten Schokoladenliebhaber überfordern. Auch, dass Schokolade „vor Karies schützt“ zählt ins Reich der Legende (reines, schwach entöltes Kakaopulver tut dies!). Wahr ist allerdings: wer „seine“ Sorte wirklich genießt, entfaltet Entspannung und Wohlbefinden im Körper!

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