Superfoods - was ist das eigentlich genau?

Superfoods

Superfoods sind in aller Munde. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Die Definition von Superfoods ist eigentlich relativ simpel: es handelt sich dabei um Lebensmittel, die einen erheblichen gesundheitlichen „Mehrwert“ gegenüber gängigen Lebensmitteln bieten. Also Lebensmittel, die so etwas wie eine medizinische Wirkung haben.

Wenn also ein Nahrungsmittel gegen Entzündung wirkt, die Durchblutung fördert oder den Verdauungstrakt gesund hält, dann ist es ein Superfood. Gerade bei uns in Deutschland ist man der merkwürdigen Auffassung, Superfoods seien etwas Exotisches. Zumindest sollten Sie aus einer exotischen Region kommen oder exotische Namen tragen, damit sie sich als Superfoods qualifizieren.

Superfoods sind nicht notwendigerweise „Exoten“!

Die Acai-Beere gilt als Superfood, ebenso die Goji-Beere. Auch Chia-Samen gelten als Superfood. Frisch oder getrocknet finden Sie Lebensmittel wie diese - der Globalisierung sei Dank - mittlerweile in nahezu jedem gut sortierten Bio-Supermarkt. Auch wenn sie dafür aus Ländern wie Chile, Papua-Neuguinea oder Burkina Faso importiert werden müssen.

Heidelbeeren oder Leinsamen gelten hingegen nicht als Superfoods. Und dies, obwohl man mit ihnen keinerlei Abstriche machen müsste gegenüber den oben genannten, exotischen Beeren und Samen. Zumindest nicht, was die gesundheitliche Wirkung angeht.

Superfoods: Acai-Beeren vs. Heidelbeeren

Acai-Beeren galten, als sie in Europa und Nordamerika bekannt wurden, als „Wundermittel gegen Übergewicht“ und wurden als Schlankheitsmittel angepriesen. Dies hat sich mittlerweile relativiert. Immerhin sind von diesem Superfood positive Wirkungen auf einige Zivilisationskrankheiten dokumentiert: es soll die Zellen schützen bei Diabetes und Arthritis, es soll zu hohe Cholesterinwerte senken und generell das Herz-Kreislauf-System stützen, es soll lindernde Effekte bei Fibromyalgie entfalten und bei Immunstörungen ausgleichend wirken.

Tatsächlich bietet diese Beere ein sehr breites Spektrum an verschiedenen Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, sekundären Pflanzenstoffen, Ölen und Ballaststoffen. Die Acai-Beere ist sogar eine der wenigen pflanzlichen Quellen von Vitamin D! Auch der „ORAC-Wert“ spricht für sich: bei Acai-Pulver liegt er bei knapp 40.000 pro 100 g Pulver. Wer es nicht weiß: der ORAC-Wert ist eine Kenngröße, die etwas über das Zellschutzpotenzial eines Nahrungsmittels aussagt. Je höher der Wert, umso mehr „Zellschutz“ und gesundheitsförderndes Potential stecken in einem Nahrungsmittel.

Aber alles ist eben relativ: der ORAC-Wert getrockneter Heidelbeeren liegt bei etwa 10.000 pro 100 g. Und hier reden wir noch nicht einmal vom Pulver! Und Vitamin D bekommen Sie auch, indem Sie zur entsprechenden Jahreszeit die Heidelbeere im Freien sammeln gehen!

Gemessen daran, dass die ACAI-Beeren aus Südamerika eingeflogen werden müssen, wohingegen man Heidelbeeren zu einem Bruchteil des Preises aus einheimischen Gefilden bekommt, muss auch die Heidelbeere in jedem Fall als Superfood klassifiziert werden!

Superfoods: können diese eine schlechte Ernährung „ausgleichen“?

Beinahe tagtäglich hört oder liest man irgendwo von gesundheitlichen Vorteilen der Superfoods. Dieser „Hype“ birgt aber auch Gefahren: wenn man nur genug von diesem oder jenem isst, lassen sich Mängel in der Ernährung ausgleichen. Auf diese Idee könnte man kommen, wenn man von seinem Gesundheits-Wissen her unbedarft ist. So nach dem Motto: 50 g Acai-Pulver gleichen einen Besuch bei McDonald‘s aus. Wahrscheinlich werden Sie jetzt den Kopf schütteln, aber solche Menschen gibt es tatsächlich!

Superfoods sind ganz sicher eine natürliche und bessere Alternative zu vielen Nahrungsergänzungsmitteln. Aber sie sind keine Alternative zu gesunder Ernährung insgesamt. Gesunde Ernährung bedeutet:

  • Natürliche, wenig verarbeitete Zutaten verwenden („Vollwert“)
  • das Essen schonend zuzubereiten
  • das Essen zu genießen und bedächtig und langsam zu essen
  • den Verzehr von Zucker und Genussmitteln einzuschränken

Essen Sie ausreichend Obst, Gemüse, Salate und Sprossen. Essen Sie einen Anteil der pflanzlichen Nahrungsmittel roh, wenn Ihre Verdauung es zulässt. Achten Sie auf hochwertige Qualität von einem regionalen Anbieter oder auf Bio-Qualität. Bereiten Sie Ihr Essen selbst zu. Lassen Sie immer mal eine Mahlzeit ausfallen, um den Darm Gelegenheit zur Erholung zu geben und sündigen Sie nur gelegentlich. Davon haben sie langfristig mehr als von einer einseitigen Ernährung, die mit meist überteuerten „Superfoods“ aufgewertet wird.

Superfoods: die besten einheimischen Nahrungsmittel!

Superfoods müssen wie gesagt keineswegs Exoten sein. Die heimische Küche bietet zahlreiche Lebensmittel, die einen erheblichen gesundheitlichen „Mehrwert“ entfalten. Hier eine kleine Zusammenstellung von „Superfoods“, die in Mitteleuropa wachsen:

  • Weintrauben (besonders die Kerne = „OPC“!)
  • Walnüsse
  • Himbeeren
  • Heidelbeeren
  • Brombeeren
  • Johannisbeeren
  • Kirschen
  • Erdbeeren
  • Grünkohl
  • Rotkohl
  • Brokkoli
  • Feldsalat
  • Endiviensalat
  • Rucola
  • Blumenkohl
  • rote Beete
  • Oregano
  • Petersilie
  • Kürbis / Kürbiskerne
  • Sonnenblumen / Sonnenblumenkerne
  • Fenchel
  • Knoblauch
  • Bärlauch

Diese Liste ließe sich natürlich noch fortsetzen. Aber allein diese Nahrungsmittel mit Gesundheitssteigernden Qualitäten sind mir binnen 5 Minuten eingefallen. All diese Dinge wachsen zumindest in den wärmeren Regionen Deutschlands und müssen nicht aus den Anden, Zentralafrika oder der Südsee eingeführt werden. Sie sind die Eckpfeiler einer gesunden, naturnahen Ernährung in unserer gemäßigten Klimazone!

Ulmicher
Mein Fazit

Es müssen nicht immer Exoten sein. Das heimische Klima ist reich an Pflanzen, die positive gesundheitliche Effekte bieten. Auf diese regelmäßig zurückzugreifen hat zudem noch den Vorteil, dass die Umwelt und Ressourcen geschont werden! Plus: „Superfoods“ können eine gesunde und ausgewogene Ernährung zwar ergänzen und bereichern, aber nicht ersetzen!

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