Wie schützt man sich vor Viren?

Coli-Bakterien

Sie sind allgegenwärtig. Sie verbreiten auch heute noch Angst und Schrecken und wenn sie erst einmal einen Menschen befallen, ist die Medizin recht machtlos dagegen. Die Rede ist von den Viren.

Fast jeder hat im Laufe seines Lebens irgendwann schon einmal eine Erkältung gehabt. Erkältungen werden durch Viren ausgelöst, so genannte „Rhinoviren“. Von diesen gibt es sehr viele verschiedene Unterarten, geschätzt etwa zwischen 1000 und 1500. Deswegen sind wir nie „immun gegen Schnupfen“. Von ihrer Stärke jedoch gehören die Erkältungsviren zu den harmlosen Mikroorganismen ihrer Klasse.

Wesentlich verheerender ist eine Infektion mit einer Unterart der echten Virusgrippe. Die echte Virusgrippe kann jemanden niederstrecken wie ein Pistolenschuss. Schüttelfrost, hohes Fieber, extreme Erschöpfung, Muskel- und Gliederschmerzen und ein schweres Krankheitsgefühl sind Ihre wichtigsten Kennzeichen. Auch von der echten Virusgrippe gibt es etliche Unterarten. Sie kostet in Deutschland jährlich etwa zwischen 3.000 und 10.000 Menschen das Leben. Gesundheits-Institutionen wie das Robert-Koch-Institut, die ständige Impfkommission (STIKO) und auch die Weltgesundheitsorganisation empfehlen eine Impfung zur Prophylaxe. Diese „Grippeschutzimpfung“ immunisiert gegen die wichtigsten Erreger der saisonalen Grippe. Ein hundertprozentiger Schutz ist leider nicht dieser Impfung nicht gewährleistet.

Manche Personen, die sich gegen Grippe impfen ließen, berichten auch von Nebenwirkungen und Krankheitsgefühl, dass sich unter Umständen über einige Wochen hinzieht.

Tödliche Viren…

Davon abgesehen gibt es auch Viren, bei denen man eine Infektion nur mit sehr viel Glück überlebt. In den letzten Jahren hat sich diesbezüglich einmal mehr das Ebola-Virus hervorgetan. Es zählt zu einer Gruppe von Viren, die das virusbedingte hämorrhagische Fieber auslösen. Wer mit einem Virus aus dieser Gruppe infiziert ist (Marburg-Virus, Lassa-Virus und Ebola-Virus), kann sich glücklich schätzen, zu überleben. Die Todesrate liegt je nach Virus und Versorgungsmöglichkeiten zwischen 30 und 90%.

Chronische Viren…

Gerade wir in Westeuropa - aber auch allgemein in den so genannten westlich-zivilisierten Industrienationen - haben ein ganz anderes Problem. Nämlich ausgerechnet mit Viren, die sich gar nicht so recht bemerkbar machen. Aus dem englischen kennt man den Begriff „Slow-Virus-Infections“, sinngemäß in etwa: „langsame Virusinfekte“. Zu diesen Viruserkrankungen zählt zum Beispiel das Pfeiffer’sche Drüsenfieber (Epstein-Barr-Virus, infektiöse Mononukleose). Aber auch Herpes, humanes Papillomavirus, HIV, Zytomegalie- und Coxsackie-Viren gehören in diese Gruppe.

Nehmen wir als Beispiel das Epstein-Barr-Virus. Normalerweise entwickeln Personen, die von diesem Virus befallen werden, das Pfeiffer’sche Drüsenfieber. In der akuten Form ähnelt die Erkrankung dem, was man so schön als saftige Erkältung bezeichnet. Die Lymphknoten, die Mandeln und eventuell die Milz schwellen an, es kommt zu Fieber, Abgeschlagenheit, Erschöpfung, Halsschmerzen und Kopfschmerzen.

Jedoch kommt es bei einigen Patienten - vor allen Dingen unter Stressbelastungen und bei Problemen mit dem Immunsystem - zu einer chronischen Erkrankung. Die Symptome halten dann Monate, eventuell sogar Jahre an. Eine generalisierte, subtile Entzündung raubt dem Betroffenen jegliche Lebensenergie. Chronisches Pfeiffer’sches Drüsenfieber kann ein chronisches Erschöpfungssyndrom und eventuell sogar eine Fibromyalgie begünstigen bzw. mit auslösen.

Herpes ist eine andere Bekannte, chronische Virusinfektion. Zu akuten Ausbrüchen kommt es dann, wenn der Organismus unter Stress steht. Stress bewirkt eine Schwächung der zellulären Abwehr. Da Viruserkrankungen das Immunsystem über die zelluläre Abwehr aktivieren und - bei längerem Andauern - regelrecht aushebeln, kommt es unter Stressbelastung häufiger zu einem akuten Schub der Viruserkrankung. Die Gürtelrose oder der Lippenherpes sind die typischen Erscheinungen dieser Schwäche.

An der Grenze zwischen Leben und Funktion…

Was macht Viren so heimtückisch? Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel. Sie kapern sozusagen Zellen, um sich ihre „Gerätschaften für die Vermehrung auszuleihen“. Sie docken über bestimmte Rezeptoren an der Zelle an und schleusen ihr Erbgut in die Zelle ein. Sie beugen den Energiestoffwechsel der Zelle aus, um ihre DNS - das Erbgut - zu kopieren. Dabei wird die Zelle geschwächt und geht schließlich zu Grunde.

Je langsamer dieser Prozess abläuft, umso eher kann das Immunsystem sozusagen ausgetrickst werden. Denn wenn eine Zelle schnell zu Grunde geht, wird sie natürlich das Ziel der zellulären Abwehr. Wenn sich Viren allerdings in der Zelle „verstecken“ und ihre Funktion langsam, aber sicher drosseln, reagiert das Immunsystem verspätet.

Daher gehören chronische Virusinfekte und all ihre Begleiterscheinungen und Folgen zu den schwierigsten Kapiteln der Medizin. Man weiß nicht so recht, wo man ansetzen soll. Die Arzneimittel der Medizin, die Virustatika, sind nicht sehr effektiv. Chronische Virusinfekte machen sich oft jahrelang durch nichts weiter als reduzierte Energie, Müdigkeit, geschwollene Lymphknoten und unspezifische Allgemeinsymptome bemerkbar. Ein konkreter Ansatzpunkt ist schwer zu formulieren.

Möglichkeiten in der Naturheilkunde: die zelluläre Abwehr stärken!

Indem man die zelluläre Abwehr stärkt, minimiert man das Risiko für:

  • Eine Ansteckung / Erkrankung an einem Virusinfekt
  • Die mögliche Chronifizierung eines Virusinfekts und
  • Die Heftigkeit eines Virusinfekts

Dafür sollte man die folgenden Dinge beherzigen:

1

Warm-Kalt-Reize:

Gerade mit Beginn der kühlen Jahreszeit sollte man seinen Körper abhärten. Der schnelle Wechsel zwischen Hitze und Kälte härtet den Körper ab, aber nicht nur. Sauna mit abwechselnden Hitze- und Kältereizen setzt einen moderaten Stressreiz, dem eine ausgeprägte Entspannung folgt. Wichtig: vor, während und nach der Sauna sollte der Organismus ausreichend mineralischer werden, vor allen Dingen mit Kalzium, Kalium und Magnesium.

2

An- und Entspannung:

Sie haben es sicherlich schon hunderte Male gehört: Sport treiben! Der wichtige Faktor für die Prävention von Virusinfekten ist aber nicht der Sport an sich, sondern das, was danach passiert! Dem Sport folgen Entspannung und Regeneration. Durch die Aktivierung des autonomen Nervensystems und besonders des „Parasympathikus“ werden die Schleimhäute und das lymphatische System koordiniert. Der Effekt: die Abwehrbereitschaft gegenüber Viren ist gesteigert!

3

Kräuter und Gewürze:

Sie gehören in jede Küche und in quasi jedes Essen: Kräuter und Gewürze. Mit ihren ätherischen Ölen, sekundären Pflanzenstoffen und Scharfstoffen regen Sie ebenfalls über den Vagus die Schleimhäute, die Lymphe und das Immunsystem an, sich zu koordinieren und zu verstärken. Hier die wichtigsten: Oregano, Thymian, Rosmarin, Chili, Cayennepfeffer, Ingwer, Galgant, Kurkuma, alle Curry-Mischungen, Zitronenmelisse, Fenchel und Kümmel.

4

Nährstoffe und Antioxidantien

Sie müssen jetzt ganz tapfer sein: Vitamin C hat bei weitem nicht den Effekt, den man ihm immer angedichtet hat. Studien diesbezüglich sind widersprüchlich. Einige Studien besagen, eine hohe Dosierung mit Vitamin C könne eine Erkältung um 24-36 Stunden verkürzen. Andere Studien widersprechen dem. Wirklich effektiv sind folgende Vitamine bzw. Nahrungsergänzungen:

  • Vitamin D (eine durchschnittliche Dosierung von 1000 IU pro Tag für einen Erwachsenen genügt! Es sei denn, es besteht ein ausgesprochener Mangel!)
  • Selen
  • Zink
  • Vitamin E (besonders Tocotrienol)
  • Folsäure und Vitamin B12

Besonders Selen wird häufig unterschätzt. Dabei stellte bereits in 2001 eine Studie heraus, dass ein ausreichend hoher Selen-Spiegel einen gewissen Schutz vor der „echten“ Virusgrippe darstellt!

5
Den „süßen Zahn“ abstellen

Es ist kein Geheimnis mehr: mit einem übertriebenen Süßwarenkonsum tun Sie Ihrem Immunsystem keinen Gefallen. Ersetzen Sie Ihre Pralinen beispielsweise durch eine Kombination von Datteln und Walnüssen. Das schmeckt auch sehr gut und hat den Vorteil, dass es dem Organismus zahlreiche Nährstoffe und Antioxidantien liefert!

6

Ein interessantes Naturheilmittel aus dem fernen Osten…

Andrographis wird auch als das „indische Echinacin“ bezeichnet. Es handelt sich um eine Arzneipflanze, die gezielt das zelluläre Abwehrsystem stärkt und koordiniert. Sie wird auch als „die Königin der Bitterstoffe“ bezeichnet. In der Kombination mit sibirischem Ginseng ist sie dazu in der Lage, den Krankheitsverlauf eines akuten Virusinfekts zu beschleunigen. Nicht sicher sind diese Erkenntnisse bei der echten Virusgrippe, abgesichert sind sie jedoch bei der normalen Erkältung.

Der letzte und vielleicht wichtigste Tipp:

7

falls es Sie erwischen sollte - kurieren Sie sich richtig aus!

Wenn es Sie erwischen sollte, spielen Sie nicht den Helden! Bei einer einfachen Erkältung können Sie durchaus weiter arbeiten. Aber bitte mit gebremstem Schaum und viel Ruhe in der Freizeit. Wenn es Sie heftiger erwischt hat: lassen Sie sich bitte krankschreiben. Versuchen Sie nicht, die Viren mit Paracetamol und Co. auszutricksen! Nach langen Jahren der Erkenntnis in der Praxis muss ich ausdrücklich sagen: auf lange Sicht tun Sie Ihrer Gesundheit damit keinen Gefallen. Trinken Sie Tee, Essen Sie leichte Kost oder fasten Sie. Gönnen Sie sich so viel Ruhe wie möglich. Und: treiben Sie einige Wochen nach einem Virusinfekt keinen anstrengenden Sport!

Ulmicher
Mein Fazit

Die moderne Bedrohung sind nicht etwa die heftig verlaufenden oder gar potenziell tödlichen Viruserkrankungen, sondern die schleichenden, unbemerkt verlaufenden und Chronischen. Sie entstehen, indem das Immunsystem abgeschwächt oder verzögert auf akute Viruserkrankungen reagiert. Dazu kommen von vornherein potentiell chronische Viruserkrankungen. Die richtigen Gewürze, die richtigen Vitamine und vor allen Dingen das bewusste Herbeiführen von Entspannung schützen vor Virusinfekten. Die beste Medizin: viel Ruhe und sanftes Auskurieren ohne Gewaltakte!



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