Zahnpflege in der Naturheilkunde

Zahnpflege_Naturheilkunde

Brauchen wir eine ganzheitliche Zahnpflege? Eine gute Zahnbürste, eine Zwischenraumzahnbürste, Zahnseide, eine gute Zahncreme und (Mund)Wasser. Damit scheint einer der entscheidenden Gesundheitsfaktoren, nämlich „gesund beginnt im Mund“, abgedeckt – oder?

Oder auch nicht, je nachdem.

Denn: regelmäßiges Putzen kann wohl doch nicht verhindern, dass die Zähne zerfallen und das Zahnfleisch an Entzündungen leidet. Keinesfalls lässt sich die Gleichung aufstellen: „gute Zahnpflege – gesunder Mund“ hängen proportional zusammen. Die Erfahrung lehrt eher etwas anderes: Zahnzerfall und Zahnfleischentzündung auch bei Menschen, die ihre Zähne und den Mund regelmäßig und gründlich reinigen.

„Ganzheitlich“ im Zusammenhang mit Zahnpflege bedeutet auch Zahnpflege von innen

Nein, es reicht tatsächlich nicht aus, die Zähne dreimal täglich gründlich zu schrubben und den Mund komplett ebenso häufig mit Chlorhexidin durchzuspülen. Eventuell macht man vor allen Dingen mit letzterer Praxis mehr kaputt als man pflegt – insbesondere in Bezug auf die sensible Mundflora.

Und überhaupt: liefern Sie Ihrem Organismus denn die passenden Nährstoffe für eine optimale Zahngesundheit? Denn die fordert ein wenig mehr als nur Calcium und Fluorid. Magnesium, Spurenelemente und Antioxidantien sowie die richtigen Fettsäuren sind nämlich mindestens ebenso wichtig.

Die ganzheitliche Zahnhygiene – apropos Fett…

Die richtigen Fettsäuren – mittelkettige Fettsäuren sowie ein- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren – sollten nicht nur in richtiger Menge und richtigen Anteilen über den Darm aufgenommen werden. Nein, „Fett“ kann auch einiges gute tun – im Mund direkt nämlich. Das Ölsaugen nach Dr. Karach ist eine in den letzten Jahren zunehmend beliebte Anwendung, wenn es darum geht, die Gesundheit des Mundes und der Zähne zu erhalten und zu verbessern.

So funktioniert das Ölsaugen: man nehme einen Esslöffel voll Pflanzenöl und spüle und sauge dieses für eine gute Viertelstunde bis 20 Minuten durch den Mund. Vorzugsweise sollten entweder Sonnenblumenöl, Olivenöl oder Kokosöl zum Einsatz kommen. Besonders wichtig sind die intensiven Saugbewegungen. Das Öl sollte wirklich über die ganze Zeitspanne hinweg durch den gesamten Mund gesaugt und gespült werden. So sollte es natürlich auch in Zähne und Zahnzwischenräume gelangen.

Durch das kräftige Saugen und Ziehen wird das lymphatische System im Mundraum aktiviert. Über den Speichel werden im Kieferbereich angereicherte Schadstoffe bzw. Stoffwechselgifte (zum Beispiel durch chronisch belastete Nebenhöhlen, tote Zähne etc.) ausgeschieden und gelangen in das Öl. Nach 15-20 Minuten sollte man das Öl ausspucken und kräftig mit Wasser nachspülen. Keinesfalls sollte man das Öl schlucken. Nach der Anwendung sollte man sich zu den gründlich die Zähne putzen. Die Kau- und Saugbewegungen sollen sich auch auf die Thymusdrüse auswirken.

Man kann das Ölsaugen bis zu dreimal täglich, immer vor den Mahlzeiten durchführen. Die beste Wirkung wird morgens nüchtern erzielt.

Ganzheitliche Zahnpflege - wie steht es mit Mundwasser?

Die in der Werbung angepriesen Mundwässer kann ich allesamt nicht empfehlen. Chlorhexidin, der Hauptbestandteil, wirkt wie ein Antibiotikum und wirkt ohne Unterschied gegen alle Bakterien, die im Mund vorhanden sind. Noch schlechter ist es für die Gesundheit des Betroffenen, wenn durch irrtümliches Schlucken kleine Mengen des Mundwassers in den Verdauungstrakt gelangen.

Aber selbst wenn das Mundwasser nur im Mund „desinfiziert“ - es werden wichtige Bakterien dabei abgetötet, wie zum Beispiel Lactobacillus reuteri, welches ein eigenes Antibiotikum produziert. L. reuteri ist nämlich ausgesprochen positiv für die Mundgesundheit und verhindert mit seiner Anwesenheit die Besiedlung des Mundes mit schlechten Bakterien. Das ist im Mund kaum anders als im Darm: Gute Darmbakterien verhindern die Ansiedlung beispielsweise von Pilzen wie Candida. Gute Mundbakterien wie L. reuteri verhindern die Ansiedlung von Karies- und parodontosefördernden Bakterien.

Ganzheitliche Zahnpflege - was ist die Alternative zu herkömmlichem Mundwasser?

Im Prinzip gibt es da zwei Möglichkeiten: ich empfehle immer wieder eine Mischung aus zehn Tropfen Calendula-Tinktur, zehn Tropfen Thymian-Tinktur (oder auch: Salviathymol) und einem Teelöffel 3%-iger Wasserstoffperoxidlösung, zusammen auf einen handelsüblichen Becher Wasser, wie er zum Zähne reinigen verwendet wird. Diese Mischung ist hervorragend gegen Mundgeruch, sogar gegen Zungenbelag und in moderater Ausprägung antibakteriell.

Eine indische Studie von vor ein paar Jahren belegt überraschend die positive Wirkung eines Honigs auf die Mundschleimhaut: es handelt sich um den Manuka-Honig, der aufgrund seines Gehalts von Methylglyoxal eine vergleichbare antibiotische Wirkung wie konventionelle Mundwässer mit Chlorhexidin aufweist - die positive Mundflora aber unangetastet lässt.

Ganzheitliche Zahnpflege - die alte Streitfrage „Fluorid“

Fluorid ist ein Spurenelement, das seine höchste Konzentration im Zahnschmelz hat. Man sollte daher meinen, dass die regelmäßige Zufuhr von Fluorid eine positive Auswirkung für den Zahnschutz hat. Leider gibt es hier einige Unstimmigkeiten, die ein weiterer unter vielen Streitpunkten zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde darstellen:

Fluor bzw. Fluorid wird nämlich sehr schnell sehr giftig und kann im Sinne einer so genannten Fluorose (Fluor-Überdosierungserscheinung, die sich auch am Zahnschmelz bemerkbar macht) das Gegenteil von dem bewirken, was sie soll. Der Zahnschmelz bröckelt. Außerdem wird eine Überdosierung verantwortlich gemacht für Osteoporose, Nierenfunktionsstörungen sowie Probleme mit der Muskulatur.

Es ist bis heute unklar, ab wann diese Probleme auftreten. Einige Quellen empfehlen eine Fluorid-Zufuhr von 1,5-4 mg pro Tag. Andere Quellen wiederum sagen aus, dass die Erscheinungen einer Fluorose bereits ab einer langfristigen Einnahme von 3 mg Fluorid pro Tag ausgelöst werden können. Besonders bei Kleinkindern und Kindern und vor allen Dingen in der Phase, in der sich die bleibenden Zähne entwickeln, sollte man äußerst zurückhaltend mit Fluorid sein.

Eine Tagesdosis von einem bis 1,5 mg pro Tag erreichen Sie bereits, wenn Sie einen guten Liter handelsübliches Mineralwasser zu sich nehmen! Ob eine Fluoridierung bzw. eine Nahrungsergänzung mit Fluorid wirklich sinnvoll ist - diese Frage sollte in jedem Fall ein ganzheitlich arbeitender Zahnarzt beantworten!

Die ganzheitliche Zahnpflege von innen - der Darm spielt eine große Rolle!

Wenn es darum geht, Zähne, Mund und Zahnfleisch zu pflegen und zu erhalten, spielt der Darm eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Darmschleimhaut des Dünndarms sollte intakt sein, um eine optimale Verdauung zu gewährleisten. Im Dickdarm ist eine Besiedlung mit gesunden Darmbakterien notwendig, um lebenswichtige Vital- & Stoffwechsel Funktionen wahrnehmen zu können. Eine falsche Darmflora führt nicht nur im Darm selbst zu Funktionsstörungen, sondern vermittelt dem Körper auch eine Form von Stress. Die wiederum führt zu einer beeinträchtigten Verdauung und zu einer verschlechterten Aufnahme von Spurenelementen und Mineralstoffen.

Um sich gesunde Zähne bis ins hohe Alter zu erhalten sind nicht nur regelmäßige Zahnarztbesuche, die richtige Zahnpflege sowie das rechte Maß bei eben dieser notwendig. Achten Sie auch auf Ihren Darm!

Ulmicher
Mein Fazit

Bestimmte Dinge kann eine konventionelle Zahnpflege leisten - andere Dinge wiederum nicht. Chemische Mundwässer können beim Erhalt der Mund- bzw. Zahngesundheit sogar kontraproduktiv sein. Besser sind hier in jedem Fall natürliche Alternativen. Besonders wichtig ist die Pflege des Darms - denn er entscheidet darüber, ob der Körper alle Vitalstoffe zur Erhaltung der Zahngesundheit aufnehmen kann!

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