Bewegungseinschränkungen

Bewegungseinschränkungen

Bewegungseinschränkungen sind ein Gesundheits-Thema, das nicht nur Menschen fortgeschrittenen Alters betrifft. Mein Opa pflegte zu sagen: „wenn du mit über 50 morgens aufwachst, und dir tut nichts weh, dann bist du tot!“ Doch allein mit Rheuma und Arthrose ist das Thema Bewegungseinschränkungen nicht annähernd ausgeschöpft.

 

Bewegungseinschränkungen: man unterscheidet funktionelle von organischen!

Wenn man in der Medizin von Bewegungseinschränkungen spricht, meint man fast ausschließlich organische. Organische Bewegungseinschränkungen kommen durch eine rheumatische Erkrankungen, durch eine Arthrose, durch Verletzungen, durch Bandscheibenvorfälle, durch Operationen sowie auch durch Störungen der Durchblutung und im Gehirn zu Stande.

 

Abgesehen von den letzten beiden Punkten gehen organische Bewegungseinschränkungen fast immer mit Schmerzen einher: die volle Beweglichkeit von Wirbeln oder Gelenken ist auf irgendeine Weise eingeschränkt.

 

Funktionelle Bewegungseinschränkungen sind hingegen ein fast genauso weites Feld. Sie werden in der Medizin oft nicht als Problem erkannt bzw. falsch eingeschätzt. Funktionelle Bewegungseinschränkungen sind die Folge von blockierten Wirbeln, Fehlstellungen von Gelenken und Kiefer, einer Anreicherung von Milchsäure in der Muskulatur oder von Muskelverkürzungen, z.B. aufgrund von „einseitigem“ Sport oder Inaktivität.

Bewegungseinschränkungen: so kann man sich irren!

Es ist einige Jahre her, da wurde eine ältere Dame in meiner Praxis vorstellig. Sie klagte über starke Schmerzen einseitig in Knie, so dass sie nicht richtig gehen konnte. Die Schmerzen hatten sich 14 Tage zuvor (plötzlich) eingestellt. Sie war bereits beim Arzt gewesen, der in den betroffenen Knie eine „Arthrose“ diagnostiziert hatte.

 

Nun kann bei einer rund 70-jährigen Dame natürlich durchaus Arthrose im Kniegelenk bestehen. Dass sie die Ursache für die Schmerzen der Patientin dargestellt haben, zog ich aber sofort in Zweifel. Ich stellte damals geistreich die Frage, ob sie denn ihr Leben lang auf einem Bein durch die Gegend gehüpft ist. Erstaunt über meine Frage, erklärte ich Sie auf, dass ein einseitiger und plötzlicher Schmerz in einem Kniegelenk niemals die Folge einer Arthrose (!) hätte sein können - und dass der Schmerz sehr wahrscheinlich eine andere Ursache hatte. Ich suchte und wurde fündig: das Kreuzbein-Darmbeingelenk auf der betroffenen Seite war blockiert. Ich behob diese Blockade mit manueller Therapie und sofort war die Dame schmerzfrei!

 

Die Arthrose war zwar diagnostiziert und damit Fakt, aber sie war nicht die Ursache für die Bewegungseinschränkung! Es war eine funktionelle Bewegungseinschränkung, als Folge einer Blockade im Rücken.

 

Mal abgesehen davon hätte ich eine organische Bewegungseinschränkung nicht binnen 10 Minuten beheben können…

Bewegungseinschränkungen: wieso sie unterschiedliche Therapieansätze fordern

Während die Medizin meiner Meinung nach beiden Ursachen für eine Bewegungseinschränkung wenig entgegen zu setzen hat, kann sie bei organischen Bewegungseinschränkungen immer noch lindern. Schmerzmittel und eine entzündungshemmende Therapie sind zwar nicht immer sinnvoll, aber manchmal eben doch notwendig neben der klassischen Physiotherapie und Bewegungsarbeit.

 

Bei funktionellen Bewegungseinschränkungen habe ich häufig beobachtet, dass auch Schmerzmittel wenig ausrichten. Sie war und ist daher eine Domäne der Naturheilkunde bzw. ganzheitlichen Therapie. Zählen wir noch einmal kurz die Ursachen für funktionelle Bewegungseinschränkungen auf:

 

  • Fehlstellungen in der Wirbelsäule und im Kreuzbein

  • Fehlstellung im Kiefer

  • Anreicherung von Milchsäure in der Muskulatur

  • Muskelverkürzung durch Schonhaltung, Mangel an Bewegung oder exzessive Bewegung (Leistungssport), auch: eingefahrene Bewegungsmuster

Was kennzeichnet die funktionelle Bewegungseinschränkung?

Funktionelle Bewegungseinschränkungen beginnen häufig plötzlich, fast immer in einer relativ kurzen Zeitspanne. Selten stellen Sie sich über Wochen und Monate hinweg ein. Sie sprechen gut auf eine naturheilkundliche Therapie an, wenn der richtige Ansatz gefunden wird. Dabei ist es für einen Therapeuten sinnvoll, „über den eigenen Gartenzaun zu blicken“, wie wir es ausdrücken. Oftmals sprechen Sie nicht so gut auf Schmerzmittel an.

 

Verschiedene manuelle Therapiemethoden wie beispielsweise die Osteopathie und die Dorn-Therapie, aber auch Triggerpunkt-Massage und Akupressur haben sich bei funktionellen Bewegungseinschränkungen oft als sehr hilfreich erwiesen.

 

Erstaunlich: steckt die Ursache für eine funktionelle Bewegungseinschränkung in der Muskulatur, hilft mittelfristig eine Ernährungsumstellung. Ich habe erfreuliche Erfahrungen mit folgenden Dingen beobachtet:

 

  • Den Zuckerkonsum drastisch reduzieren

  • Zitronenwasser: morgens nüchtern ¼ l lauwarmes Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone über mehrere Wochen hinweg

  • Eine überwiegend vegetarische Ernährung, die reich an Enzymen ist (Rohkost)

  • Milchsäure-Zubereitungen: wie in Brottrunk oder Rechts-Regulat

  • Gelegentlich hat auch eine Reduktion von Kohlehydraten geholfen, Verhärtungen der Muskulatur aufzulösen (ob weniger Eiweiß oder weniger Kohlenhydrate, hängt vom Körpertyp ab - dies ist individuell verschieden)

  • Magnesiumchlorid: abends ein Schnapsglas einer dreiprozentigen Magnesiumchlorid-Lösung vor dem Schlafengehen - hat mir vor einigen Jahren einmal geholfen, die Verkrampfung in der Beckenmuskulatur nach einer lange bestehenden Blockade des Kreuzbeins zu beseitigen

Organische Bewegungseinschränkungen: welche Nahrungsergänzungen helfen?

Auch bei Bewegungseinschränkungen infolge einer Arthrose führen die oben genannten Maßnahmen oft zu einer gewissen Linderung der Beschwerden. Darüber hinaus kann der Betroffene noch folgendes tun:

 

  • Enzympräparate einnehmen: Papain, Bromelain, Pankreas-Enzyme oder eine Mischung daraus. Empfohlen werden bis zu 3 g täglich. Sensible Personen können mit 500 mg beginnen

  • S-Adenosylmethionin: 600-1200 mg täglich der aktivierten Aminosäure

  • Grünlippmuschel-Extrakt (bei Arthrose): man geht von 1500 mg pro Tag als hilfreiche Dosierung aus

  • Omega-3-Fettsäuren: 3-4 g täglich sollten es mindestens sein, z.B. in Fischöl. Langfristig einzunehmen

  • UC-II-Kollagen: dieses spezielle Kollagen wird mittlerweile in Gesundheits-Kreisen als hilfreicher angesehen als die Kombination

  • Glucosamin + Chondroitin, obwohl diese für sich gesehen oft einen gewissen Nutzen bringt.

  • Magnesiumchlorid-Hexahydrat: eine 3%-ige Lösung, ein- bis zweimal täglich 20 ml, bring eine gewisse Erleichterung

  • Hyaluronsäure (ab 500 mg): hier bin ich mir persönlich nicht sicher. Gibt es in Kapselform, meine Erfahrungen sind gemischt, soll aber vor allem bei Kniearthrose einen gewissen nutzenbringenden Effekt haben.

Bewegungseinschränkungen: hilft eine „Entsäuerung“?

In meinen frühen Jahren als Heilpraktiker bin ich oft auch Seminare gegangen, die das Thema „Säure-Base-Gleichgewicht“ zum Thema hatten. Später hatte ich so meine Probleme mit der Aussage, dass „90 % der Bevölkerung chronisch übersäuert sein sollen“. Aber dennoch: die klassischen Säulen der Säure-Base-Therapie:

 

  • Licht, Luft und moderate Bewegung

  • reichlich Wasser trinken

  • Kräutertee trinken

  • Bitterstoffe zu sich nehmen

  • eine möglichst natürliche Ernährung und das berühmte

  • „basisches Baden“ (Baden mit basischen Salzen bei einem Wasser pH-Wert von mindestens 8,0)

 

hat häufig einen positiven Effekt auf die Beweglichkeit des Patienten. Auch die Durchblutung wird verbessert. Man sollte allerdings keine Wunder erwarten. Wenn Sie Vegetarier werden möchten, umso ihre Beweglichkeit und Lebensqualität zu verbessern, bedenken Sie: manche Menschen sind nicht durch Eiweiß und Fett, sondern durch Kohlenhydrate „übersäuert“! Es gibt keine Universallösung, die für jeden gilt. Rechnen Sie bei organischen Bewegungseinschränkungen in jedem Fall mindestens mit einem halben Jahr, bevor sich spürbar etwas verbessert!

 

Mein Fazit

Dass eine Bewegungseinschränkung auch funktionelle Ursachen haben kann, wird in der Medizin oft übersehen. Während funktionelle Bewegungseinschränkungen mit dem richtigen Ansatz oft in überschaubarer Zeit behoben oder wenigstens deutlich gelindert werden können, benötigt eine ganzheitliche Therapie bei organischen Bewegungseinschränkungen viel Zeit. In manchen Fällen ist dort ein medizinischer Eingriff (OP, Entzündungshemmung) geboten. Grundsätzlich kann man jedoch mit Ernährungsumstellung, Tees und Nahrungsergänzung oft auch organische Bewegungseinschränkungen lindern, wenn diese nicht von einer Verletzung herrühren!

 

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