Pollenallergie - Was kann man dagegen tun?

Pollenallergie

Es ist mal wieder soweit, die Temperaturen liegen im Schnitt über 10°C, und des Einen Freud ist des Anderen Leid. Die Rede ist von den klassischen Pollenallergien. Tränen, Nasenlaufen, angeschwollene Schleimhäute und Kitzeln, Brennen und Husten sind einige klassische Störfaktoren, die einem die Lust am Frühling tüchtig vergällen können, Luftnot und Hautreizungen kommen dazu, wenn es schlimmer wird.

Die Medizin bewegt sich mit Antihistaminika und Antiallergika auf vertrautem Terrain und eigentlich ist das Ganze nicht schlecht, doch teilweise eingeschränkte Reaktionsfähigkeit und damit Fahrtüchtigkeit, Müdigkeit oder Abgeschlagenheit stehen auf der „Soll-Seite“. Was tun, was hilft?

Hier die ganz kleinen, alltäglichen und einfachen Maßnahmen, die mehr Lebensqualität in der schlimmsten Zeit bescheren.

Pollenallergie? Das müssen Sie tun…

Bewaffnen Sie sich schon mal... im Kampf gegen die Allergien. Zunächst mit einigen Taschentüchern, Ihrem Allergiemittel und ...diesen Tipps, um leichter durch die beschwerliche Zeit zu kommen.

Das Schlafzimmer zur pollenfreien Zone machen...

Die Tür zum Schlafzimmer markiert eine unsichtbare Grenze. Da drin wollen Sie keine Pollen haben. Also: Legen Sie Tageskleidung außerhalb des Schlafzimmers in einen Extra-Wäschekorb ab, spülen Sie Ihre Haare aus bevor Sie den Schlafraum betreten. Mittlerweile gibt es Untersuchungen, die behaupten wollen, dass Raumluftionisatoren gar nicht so viel bringen sollen.

Ihr Wirkprinzip: Die von den Geräten erzeugten negativen Ionen binden Luftschadstoffe und so genannte Aerosole (dazu gehören auch Pollen), inaktivieren sie und lassen sie ausfallen, so dass sie den Atemtrakt nicht mehr reizen. Berichtet wurde mir, dass diese Geräte (ab ca. 25 Euro im Fachhandel) sich eigentlich schon recht positiv auf das allgemeine Befinden auswirken.

In den schlimmsten vier Wochen möglichst keine Milchprodukte

Der Grund: Die sehr komplexen Eiweißbausteine in Milch, Käse, Joghurt, Quark und Pudding (Butter und Sahne enthalten hingegen kaum Milcheiweiß) regen das Darmabwehrsystem verstärkt an, das Lymphsystem kommt in Stress – und allergische Reaktionen verstärken sich.

Achten Sie auf „Kreuzallergien“ und Histamin

Achten Sie auf „Kreuzallergien“ und Histamin

Kreuzallergien sind Allergische Reaktionen auf Substanzen mit einer ähnlichen biochemischen Struktur. Zitrusfrüchte, verschiedene Sorten Nüsse, Weizen, Soja und einige andere Nahrungsmittel sind in Ihrer Struktur bestimmten Gräserpollen sehr ähnlich – und können zu Kreuzreaktionen führen. Hier können sich zwei allergische Effekte gegenseitig verstärken. Lassen Sie sich von einem guten Allergologen testen und beraten.

Histaminreiche Nahrungsmittel sind Käse, Salami, Rotwein, Geräuchertes, Weizenbier, Sauerkraut sowie marinierte Fleisch- und Fischwaren. Schränken Sie auch diese Nahrungsmittel weitgehend ein beziehungsweise vermeiden Sie diese.

Die Sache mit den Fetten

Ich kann nicht oft genug darauf hinweisen! Ungesättigte Fettsäuren sind nicht immer gut! Bei allergischen Reaktionen insbesondere bei Kindern sollte man darauf achten, Pflanzliche Fette nicht zu erhitzen. Auch das berühmte Frittenfett kann zu Verstärkung allergischer Reaktionen beitragen – Stichwort einmal mehr hier die berühmt-berüchtigten Trans-Fettsäuren. Wer Butter, Butterfett und Kokosfett zum Erhitzen verwendet, fährt besser.

Und wo wir gerade bei Fetten sind: Ein Vitamin-E-Präparat kann helfen, die allergischen Symptome zu reduzieren.

Medizinische Probiotika

Öfter treten Allergien in der Praxis nach meiner Beobachtung bei Kindern nach größeren Antibiotika-Gaben auf. Wie wissenschaftliche Studien nahelegen, ist die Darmflora nachweislich noch ein halbes bis ein dreiviertel Jahr nach einer Antibiotika-Gabe verändert. Neben den klassischen Acidophilus und Bifidus kommen Lactobacillus casei, Helveticus und verschiedene gutartige Hefen in Betracht.

Wichtig: Nicht auf die beliebten probiotischen Joghurts zurückgreifen, denn hier sind erstens wieder die Milcheiweiße mit im Spiel und zweitens ist bei fast allen Joghurts dann, wenn sie im Regal stehen, das meiste vom Milchzucker zur Milchsäure vergoren und damit nur noch ein Bruchteil der versprochenen Kulturen vorhanden.

Es gibt sogar Gesundheitsexperten, die der Ansicht sind, dass die Joghurtkulturen die im Darm anwesenden „guten“ Bakterien verdrängen und damit Platz für eine minderwertige Flora schaffen – keine gute Voraussetzung für Allergien.

So gut wie ein Antihistaminikum – aber ohne dessen Nebenwirkungen

Extrakte der Pestwurz enthalten Polyphenole, Sesqui- und Triterpene als sekundäre Pflanzenstoffe gegen Allergischen Schnupfen beziehungsweise Heuschnupfen. Ihre positive Wirkung wird auch bei Migräne berichtet. In der Schweiz ist ein Extrakt der Pflanze unter der Bezeichnung Tesalin gegen Heuschnupfen-Symptome zugelassen. Der Extrakt lindert die Symptome, macht aber weder müde noch schränkt er die Maschinen- und Fahrtüchtigkeit ein.

Mein Fazit

Sicher gibt es Medikamente gegen Pollenallergie. Doch die haben ihren Nebenwirkungen: Müdigkeit und eventuell Einschränkungen, was das Führen eines Kraftfahrzeugs oder einer Maschine angeht. Bei leichten bis mittleren Beschwerden zumindest gibt es zahlreiche Alternativen in der Naturheilkunde, die ohne diese Nebenwirkungen Erleichterung verschaffen. Auch einige Veränderungen im Verhalten können dies bewerkstelligen.

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